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Absicherung mit Zuschuss : Lohnt die Zusatzversicherung?

Wer eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall abschließt, bekommt seit Jahresbeginn 60 Euro Zuschuss vom Staat. Der Vorteil: Auch ältere und kranke Menschen können sich ohne Vorbedingungen versichern. Nach Angaben von Verbraucherschützern gilt es vor dem Abschluss aber einiges zu beachten.

Eine Gesundheitsprüfung darf der Versicherer nicht verlangen.
Eine Gesundheitsprüfung darf der Versicherer nicht verlangen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Pflege im Alter ist oft kostspielig. Gegen das finanzielle Risiko kann eine Pflegezusatzversicherung helfen. Diese soll vom neuen Jahr an staatlich bezuschusst werden. Jeder Versicherte soll jährlich 60 Euro bekommen, wenn er privat vorsorgt.

Wie viele geförderte Produkte sind auf dem Markt?

Bislang bieten erst knapp zwei Handvoll Versicherer solche Policen an, darunter Huk, Barmenia, DKV und die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK).

Unter welchen Voraussetzungen zahlt der Staat den Zuschuss?

Die Zulage von jährlich 60 Euro wird dann gezahlt, wenn der Beitrag für eine Pflege-Tagegeldversicherung bei mindestens 120 Euro pro Jahr liegt und der Vertrag eine spätere Leistung von wenigstens 600 Euro monatlich in Pflegestufe III vorsieht. Wer noch in diesem Jahr den vollen Zuschuss bekommen will, sollte einen Vertrag noch bis Jahresmitte abschließen.

Dürfen die Versicherer eine Gesundheitsprüfung verlangen?

Nein und das ist vor allem ein Vorteil für ältere Menschen und Kunden mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck. Für sie kann sich eine geförderte Zusatzversicherung lohnen. Die Versicherer dürfen sie nicht ablehnen und auch nicht wie sonst üblich Risikozuschläge erheben oder Leistungen ausschließen.

Ist der "Pflege-Bahr" für jeden geeignet?

Nein. Zwar kann der Vertrag bis zu drei Jahre ruhen, wenn der Versicherte hilfebedürftig wird und zum Beispiel Sozialhilfe bekommt. Geringverdiener sollten sich den Abschluss aber genau überlegen, auch weil die Leistungen der Versicherung im Pflegefall auf die Grundversorgung angerechnet werden. Pflege-Tagegeldpolicen lohnen sich nach Angaben von Verbraucherexperten in der Regel nur, wenn die Beiträge dauerhaft gezahlt werden können.

Lohnt sich die Police für junge Leute?

Je jünger ein Kunde bei Vertragsabschluss ist, desto geringer ist der Monatsbeitrag. Allerdings wird ein Beitrag von 15 Euro monatlich in den meisten Fällen nicht ausreichen, um spätere Versorgungslücken zu schließen. Für die Pflegestufe 3 zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 1550 Euro, ein Pflegeheimplatz kostet aber im Schnitt heute über 3200 Euro. Zudem ist nach Angaben der Verbraucherexperten beim "Pflege-Bahr" künftig mit höheren Beiträgen zu rechnen, wenn viele kranke Menschen aufgenommen werden und die Aufwendungen für die Pflege dadurch steigen.

Worauf muss noch geachtet werden?

Verbraucherexperten empfehlen Tarife, die für alle drei Pflegestufen gelten. Dabei sollten Kunden auch auf eine Anpassung der Leistungen an die allgemeine Inflationsrate achten (Dynamisierung). Dadurch steigen zwar die Beiträge, ein künftiger Wertverlust des vereinbarten Pflegetagegeldes wird aber verhindert. Zu beachten ist auch, dass Versicherte im Pflegefall Leistungen generell erst nach einer Wartezeit von maximal fünf Jahren in Anspruch nehmen können.

Was leistet die Zusatzversicherung gegen Demenz?

Die Leistungen bei Demenz sind laut Stiftung Warentest zu gering. Wird zum Beispiel ein beim Vertragsabschluss 50-jähriger Kunde in Pflegestufe 0 eingestuft, hilft ein monatlicher Betrag von 60 Euro nur wenig. Allein ein Tag in der Tagespflege für Demente kostet heute schon mehr als 70 Euro.

Kann die Pflegevorsorge ergänzt werden?

Das ist immer möglich. Manche Versicherer bieten im gleichen Tarif ohne neuen Vertrag mehr Pflegegeld an. Bei anderen können die Kunden eine zusätzliche, aber dann ungeförderte Pflegeversicherung extra abschließen. In diesem Fall ist aber eine Gesundheitsprüfung unumgehbar.

Quelle: n-tv.de

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