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Raleigh Dover 40 - mit eingebautem Turbo.
Raleigh Dover 40 - mit eingebautem Turbo.(Foto: Alexander Klement)

Als ginge es nur bergab: Losdüsen mit dem Dover 40

Alexander Klement

Das Dover 40 sieht aus wie ein gewöhnliches Fahrrad. In ihm stecken aber Kraftreserven, die selbst untrainierte Radlern in einen Geschwindigkeitsrausch versetzt.

Es ist kurz nach halb sieben. Draußen sind es 14 Grad. Ich schmeiße mich aufs Testrad – das Dover 40 von Raleigh – mit langer Jeans, T-Shirt und Pullover. Das passt zwar so ganz und gar nicht zum durchgestylten Radfahrer; der bin ich aber auch nicht, eher ein etwas schlecht trainierter Bürohengst.

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Vor mir liegen rund 15 Kilometer vom Stadtrand Berlins in das innerstädtische Büro. Der Tritt in die Pedale fällt leicht. Obwohl es geradeaus auf ebener Strecke geht, habe ich das Gefühl, die ganze Zeit einen Hang hinunter zu fahren.

Nachdem ich ein paar Nebenstraßen durchquert habe, lande ich auf der Hauptstrecke stadteinwärts. Es dauert nur wenige Minuten, bis mich mein Opfer an einer Ampel eingeholt hat – Mountainbike, eng anliegender Dress, stylische Brille, Helm. Als die Ampel auf gelb schaltet, steigt er in die Pedale, um mir, dem Büropubser, davonzuziehen.

Unter normalen Bedingungen wäre es auch so gekommen, doch dieses Mal hat er die Rechnung ohne das Rad gemacht, auf dem ich sitze. Das hat es nämlich in sich. Mit leichtem Fuß fahre ich bei grün los und klebe meinen Mountainbiker nach ein paar Metern am Hinterrad. Der merkt natürlich, dass ich ihm im Nacken sitze und zieht das Tempo deutlich an. 32 km/h zeigt mein Tacho. Im Windschatten meines Vordermannes kann ich aber problemlos mithalten. Immer wieder ernte ich ungläubige, schnelle Blicke, bis er mich schließlich vorbeiwinkt und ruft: "So, jetzt musst Du ohne mich weiter."

Knapp 40 km/h sind drin

Grund genug für mich, endlich mal selbst richtig reinzutreten und das Rad auf 38km/h zu beschleunigen. Für einen Moment geht das, wird mir dann aber doch zu anstrengend. Die Wohlfühlgeschwindigkeit, die mich schweißfrei ins Büro bringen soll, liegt eher so bei 30 bis 32 km/h.

Möglich macht dies ein kleiner Elektro-Motor mit einer Leistung von 250 Watt. Dieser gibt zur eigenen Tretstärke wahlweise 50, 100 oder 150 Prozent hinzu. Genau genommen handelt es sich beim Raleigh Dover 40 gar nicht um ein Fahrrad, sondern um ein Kleinkraftrad. Während bei gewöhnlichen Pedelecs der Motor bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h automatisch abschalten muss, ist dies bei den schnellen Speed-Pedelecs nicht der Fall.

Die Geschwindigkeit hat allerdings ihren Preis. Während Pedelecs bis 25 km/h vor dem Gesetz als Fahrräder mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten eingestuft werden, gelten Speed-Pedelecs als Kleinkraftrad nach der Verordnung L1e. Das bedeutet: Versicherungskennzeichen, eingeschränkte innerstädtische Radwegnutzung und Einschränkungen bei der fahrradtypischen Nutzung. So ist zum Beispiel ein Anhänger jeglicher Art bisher Tabu. Alle Einzelheiten hierzu klärt das 

Einfach schön - aber auch einfach teuer

Grundsätzlich hat das Dover 40 den Segen des Kraftfahrtbundesamtes und darf völlig legal mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs sein. "Man muss auch berücksichtigen, dass wir mit der Entwicklung der Speed-Pedelecs noch ganz am Anfang stehen", so Raleigh-Univega-Geschäftsführer Uwe Reinkemeier-Lay gegenüber n-tv.de. Das 2009er Modell des schnellen Dover 40 ist das erste seiner Art von Raleigh. Die Fahrer gehören also zu den Pionieren der ganz neuen Fahrzeugklasse. Und eins steht fest: Das Dover 40 beschert einem ein ungeahntes Fahrvergnügen – leider zum stolzen Preis von rund 2800 Euro.

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Quelle: n-tv.de

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