Ratgeber
Wird zu viel Miete gefordert, kann man sich wehren.
Wird zu viel Miete gefordert, kann man sich wehren.(Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Den Vermieter ausbremsen : Mieterhöhung per Inkasso verhindern

Vermieter dürfen die Miete mancherorts nicht beliebig erhöhen. Manche tun es trotzdem. Doch viele Mieter scheuen eine Auseinandersetzung. Mit einem neuen Online-Dienst wird der Widerstand gegen Mietwucher nun deutlich einfacher, wie Stiftung Warentest berichtet.

Gute Zeiten für Vermieter. Denn mancherorts übersteigt die Nachfrage nach Wohnungen das Angebot. In der Konsequenz steigen die Mieten. Damit diese nicht unbezahlbar werden, gilt mancherorts die Mietpreisbremse. Der Vermieter muss sich hierbei an der ortsüblichen Vergleichsmiete orientieren und darf laut Kappungsgrenze die Miete nicht um mehr als 20 Prozent erhöhen. Doch nicht jeder, der eine Wohnung anzubieten hat, hält sich daran und verlangt dennoch deutlich mehr.

Doch viele Mieter scheuen die rechtliche Auseinandersetzung mit ihrem Vermieter. Zu kompliziert, zu teuer, zu viel Ärger, so die Sorge. Doch zumindest letzteres ist unbegründet. Denn der Vermieter darf Mieter nicht kündigen, wenn sie von ihren Rechten Gebrauch machen und sich mit einer Klage auf die Mietpreisverordnung berufen. Mitunter hilft auch schon ein Gespräch mit dem Vermieter, bei dem auf die Unzulässigkeit der überhöhten Forderung hingewiesen wird.

Fruchtet dies nicht, bleibt nur der Rechtsweg. Erste Urteile sind bereits zugunsten von Mietern getroffen worden. Wer dennoch die direkte Auseinandersetzung scheut, kann sich mit Hilfe eines neuen Online-Portals auch bequemer und einfacher gegen Mietwucher wehren. Wie die Stiftung Warentest berichtet, bietet "wenigermiete.de" seinen Kunden an, für sie auf die Mietpreisbremse zu treten. Ganz ohne Kostenrisiko. Der Kunde muss nur zahlen, wenn die Mieterhöhung abgewendet werden kann. Dann werden allerdings ein Drittel der im ersten Jahr gesparten Miete als Provision fällig. Das Portal gehört der Mietright GmbH, es handelt sich um ein Inkassounternehmen, welches die Genehmigung hat, Verbraucher­forderungen bei Unternehmen zu kassieren. 

Warentest befindet das Angebot für durchaus tauglich. Schon bei der ersten unverbindlichen Eingabe der korrekten wohnungsbezogenen Daten auf dem Portal, erhalten Betroffene eine erste Einschätzung der Rechtslage. Erst dann wird das Unternehmen verbindlich für die Interessenvertretung beauftragt. Dann schreibt "wenigermiete.de" den Vermieter an und verweist auf die Rechtslage. Gegebenenfalls zieht das Portal stellvertretend für den Mieter vor Gericht.

Wichtig zu wissen: Die gerichtliche Feststellung, dass eine Miete von nicht mehr als X Euro zulässig ist, kann nur der Mieter selbst beantragen. Nur die Forderung auf Erstattung überzahlter Miete und auf Auskunft ist an "wenigermiete.de" abtretbar.

Ungeachtet dessen, dass die Tester das Angebot durchaus für praktikabel halten, verweisen sie auch auf die Möglichkeit, sich alleine mit einem guten Anwalt gegen überzogene Mieten zur Wehr zu setzen. Denn ist ein gut handhabbarer Mietspiegel vorhanden, hält sich das Kostenrisiko auch hier in Grenzen. Wer ohnehin Mitglied in einem Mietverein ist oder über eine entsprechende Rechtsschutzversicherung verfügt, kann einer Auseinandersetzung auf eigener Faust noch sorgloser entgegensehen.     

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen