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Ein Mieter, ein Wort: Mietvertragsschluss auch per Handschlag?

Vertrauen ist gut, ein Vertrag ist besser. Denken viele. Doch ist es auch möglich, eine Wohnung nur mündlich anzumieten? Was geht und wo Risiken lauern, steht hier.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Verträge im Grundsatz gerade keiner besonderen Form bedürfen.
Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Verträge im Grundsatz gerade keiner besonderen Form bedürfen.(Foto: dpa)

Der Abschluss eines Mietvertrages ist in Form eines schriftlichen Kontraktes üblich. Dabei bedarf er grundsätzlich keiner bestimmten Form und kann sowohl mündlich als auch schriftlich geschlossen werden. Es sei denn, die Vertragsparteien haben ausdrücklich die Schriftform vereinbart. Dann kommt der Vertrag nur zustande, wenn dieser von beiden Seiten eigenhändig unterschrieben wird und im Original vorliegt. Ansonsten können auch mündliche Absprachen einen wirksames und unbefristetes Mietverhältnis begründen.

http://urban.adspirit.de/adview.php?tz=1449476475305864&pid=859&kid=6067&wmid=21131&sid=1&nvc=1&target=-Für mündliche Verträge gelten die gleichen Bedingungen wie für schriftliche. Für Mieter gilt hier so zum Beispiel auch eine dreimonatige Kündigungsfrist. Abweichende Vereinbarungen zum Nachteil der Mieter, also längere Kündigungsfristen, sind unwirksam, gibt der Deutsche Mieterbund zu beachten. Eine kürzere Frist von etwa zwei Wochen kann hingegen vereinbart werden. Für den Vermieter ist, abhängig von der Wohndauer, die Kündigungsfrist gestaffelt. Sie beträgt in den ersten fünf Jahren drei Monate, nach fünf Jahren sechs und nach acht Jahren neun Monate.

Der Verzicht auf die Schriftform stellt vor allem für Vermieter ein Risiko dar. Sind beispielsweise die Begleichung der Nebenkosten nicht mündlich vereinbart, gelten sie mit der vereinbarten Miete als bezahlt. Ähnlich problematisch stellt sich eine nicht erwähnte Kaution dar. Wird keine Kaution vereinbart, muss auch keine gezahlt werden. Der Vermieter hat dann nach Auszug des Mieters keine Sicherheit, aus der er nach Beendigung des Mietverhältnisses mögliche durch den Mieter verursachte Schäden begleichen kann.

In der Praxis kommen mündliche Verträge eher selten vor, meist innerhalb der Familie oder bei Studenten. Bei Letzteren dient dies dann nicht selten der Verschleierung. Zum Beispiel, wenn keine Erlaubnis des Vermieters vorliegt. Da im Streitfall zumeist Wort gegen Wort steht, sollten informelle Verträge möglichst vor neutralen Zeugen geschlossen werden.

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Quelle: n-tv.de

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