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Montag, 31. Juli 2017

Ministerium warnt vor Verzehr: Millionen Eier sind mit Insektizid belastet

Nach Nordrhein-Westfalen ruft nun auch Niedersachsen Eier zurück, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind - gerade für Kinder kann der Verzehr gefährlich sein. Niedersachsens Agrarminister schließt nicht aus, dass es sich um einen "kriminellen Akt" handelt.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer hat die Rückgabe von Eiern aus Belgien und den Niederlanden empfohlen, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sein könnten. Etwa 1,3 Millionen dieser Eier seien über eine Packstelle in Nordrhein-Westfalen auch nach Niedersachsen gelangt, teilte das Agrarministerium mit. "Es gilt in der Europäischen Union bei Fipronil Nulltoleranz", sagte der Minister demnach. "Das Insektizid hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Punkt."

Aufgrund von Analyseergebnissen in Belgien hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor einem potenziell akuten Gesundheitsrisiko für Kinder beim Verzehr der Eier gewarnt. Für Erwachsene wurde dies ausgeschlossen. Die entsprechenden Chargen der Eier tragen nach Angaben des niedersächsischen Ministeriums die Stempelaufdrucke 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001 sowie die Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) 14. August 2017 und 16. August 2017.

Unter Berufung auf die belgischen Behörden erklärte das Ministerium, in beiden Ländern ist das Mittel "Dega16", das für die Reinigung und Desinfektion von Ställen zugelassen ist, mit Fipronil vermischt worden. "Da der Stoff Fipronil nicht in Bereichen der Erzeugung von Lebensmitteln eingesetzt werden darf, müssen alle damit belasteten Erzeugnisse, unabhängig von der Höhe der Belastung, aus dem Verkehr genommen werden".

Behörden prüfen Vertriebswege

In Nordrhein-Westfalen hatte das Landwirtschaftsministerium bereits am Sonntag den Rückruf der betroffenen Eier veröffentlicht. Es handele sich insgesamt um 2,9 Millionen Eier, von denen 875.000 in den Handel gelangt seien, hieß es dort. Über welche Vertriebswege dies geschehen ist, werde nun geprüft. Meyer sagte, "wenn hier jemand bewusst gehandelt hat, ist das ein krimineller Akt. Das wäre unverantwortlich und müsste hart bestraft werden".

Fipronil wird vielfach als Pflanzenschutzmittel genutzt, in der Tiermedizin findet es aber auch als Mittel gegen Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen Verwendung. Bei Tieren, die als Lebensmittel genutzt werden, ist der Einsatz dagegen nicht erlaubt.

Quelle: n-tv.de

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