Ratgeber
Mittwoch, 25. Februar 2015

Tenhagens Tipps: Mischfonds – gute Idee, oder?

Sicherheit mit einem Schuss Börse?
Sicherheit mit einem Schuss Börse?

Das Konzept klingt vielversprechend: Mischfonds versprechen durch die Investition in verschiedene Anlageklassen gleichermaßen Rendite und Sicherheit. Ob dem tatsächlich so ist, verrät Finanztip-Chefredakteur Tenhagen.

n-tv.de: Mischfonds sind bei Anlegern der Renner, oder?

Hermann-Josef Tenhagen : Ja, in den letzten Jahren haben Anleger viel Geld in solche Produkte gesteckt. Allein 2014 flossen in Deutschland 23 Milliarden Euro in diese Mischfonds.während die Kunden Aktienfonds verkauften.

Ist das eine gute Idee?

Nicht immer. Obwohl der Ansatz, Geldanlagen grundsätzlich zu mischen, richtig ist. Die Leute haben aber immer noch Angst vor reinen Aktienanlagen, was ja rückblickend auf die Turbulenzen der letzten 10 bis 15 Jahre auch verständlich ist. Allerdings war in den vergangenen vier, fünf Jahren mit Aktien gutes Geld zu verdienen. Meist setzen sich Mischfonds aus Aktien und konservativen Euro-Zins-Anleihen zusammen. Dabei ist die Aufteilung des Fondsvermögens mal fix, mal flexibel. Da aber die klassischen Euro-Rentenfonds in naher Zukunft kaum eine nennenswerte Rendite erwirtschaften werden, sind Mischfonds, die einen wie auch immer gearteten Anteil an diesen beinhalten, keine gute Idee.

Hat sich ein Investment denn in der Vergangenheit gelohnt?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.
Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Gelohnt ist hier relativ. Sicherlich war mit den meisten Mischfonds mehr Rendite drin als mit einer reinen Festgeldanlage. Seit 2010 waren bei guten Mischfonds sechs Prozent im Jahr drin. Allerdings ist dies auch nicht vom Risikoprofil her vergleichbar. Wer allerdings mit Hilfe von ETFs selbst Aktien- und Renten gemischt hätte, wäre meistens besser gefahren. Zum einen, da die Gebühren für Mischfonds von meist mehr als 1,5 Prozent kräftig an der Rendite nagen, zum anderen, weil die wenigsten Fondsmanager ihr Geld tatsächlich wert sind – heißt, denn Index schlagen.

Gilt Ihre Skepsis auch gegenüber flexiblen Mischfonds, die nicht per se in Euro-Renten anlegen?

Ja. Denn man muss sich immer fragen, wie groß das Risiko des Fonds wirklich ist. Wenn der Fondsmanager bei der Zusammensetzung des Portfolios freie Wahl hat und – im Bestreben, den Markt zu schlagen – eben auch auf risikoreichere Anlagen ausweicht, wächst natürlich auch das Gesamt-Risiko des Produktes. Der eigentlich beim Anleger erwünschte kalkulierbare "sichere Teil" ist dann nicht so sicher. Darüber hinaus gilt auch für die meisten flexiblen Mischfonds, dass sie oft schlechter abschnitten als der Markt. Was auch daran liegt, dass auch die teuer bezahlten Börsenprofis meistens Marktrends nicht hinreichend erkennen und diesen "hinterherinvestieren". Sie verkaufen also zu niedrigen Preisen und kaufen zu teuren.

Insofern ist mein Zutrauen in diese Produkte getrübt. Wer sich dennoch für eine solchen Fonds entscheidet, kommt nicht umhin, diesen zumindest monatlich hinsichtlich seiner Rentabilität unter die Lupe zu nehmen.

Wie sieht also die Alternative aus?

Einfach. Den Mischfonds mit einem Festgeld und einen Aktien-ETF selber machen. Wir empfehlen gute Festgeldangebote. Bei unserer beste Empfehlung gibt es derzeit 1,66 Prozent p.a. Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit. Je nach persönlicher Risikoneigung mit entsprechend hoher Aktienquote versetzt, sollte das bei einer Gesamtlaufzeit von zehn Jahren eine ordentliche Rendite ergeben.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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