Ratgeber

Stellenmarkt war gesternMit Vitamin B durch die Krise

09.02.2009, 12:29 Uhr

Wenn das Wirtschaftklima frostiger wird, gewinnt Vitamin B an Bedeutung. Denn iin unsicheren Zeiten greifen Unternehmen am liebsten auf Mitarbeiter zurück, die ihnen empfohlen worden sind.

Wenn das Wirtschaftklima frostiger wird, gewinnt Vitamin B an Bedeutung. "Unternehmen wollen kein Risiko eingehen und greifen daher am liebsten auf Bewerber zurück, die sie selbst kennen oder die ihnen empfohlen werden", sagt Personalberaterin Doris Brenner. Bewerber mit Beziehungen profitieren wiederum von ihrem Informationsvorsprung. "Kontakte helfen, von Vakanzen zu erfahren, bevor sie bekannt werden", bestätigt Katharina Krebs, Human Ressources Managerin bei der Accor-Hotelgruppe. Einige Unternehmen rekrutierten nur noch über Netzwerke. "Zudem kann man sich über Netzwerke erkundigen, wie gut oder schlecht es in einer Firma aussieht, bevor man sich entschließt, dort zu unterschreiben."

Auch Mentoring-Netzwerke sind ein gutes Instrument, Kontakte zu knüpfen und sich ins Gespräch zu bringen: "Die Menschen, die sich im Rahmen eines Mentoring-Programms kennenlernen, schätzen sich wechselseitig als karriereorientiert und engagiert ein", sagt Christine Kurmeyer. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Berliner Charit ist Vorsitzende des Vereins Forum Mentoring. Daher sei die Bereitschaft, sich gegenseitig aktiv zu fördern, sehr hoch.

Je mehr, desto besser

Beim Netzwerken gehe es ums Thema Vertrauen, betont Brenner: "Eine Empfehlung ist immer ein Vertrauensvorschuss, den der Empfehlende für eine Person gibt." Diese informellen Wege seien ein großer Vorteil im Vergleich zu einer reinen Arbeitsvermittlung über die Arbeitsagenturen oder die Medien, erläutert Kurmeyer. Die Netzwerke können gar nicht groß genug sein: "Je mehr Leute man kennt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus dem Netzwerk von einer offenen Position weiß und man davon profitieren kann", sagt Brenner.

Berufseinsteiger haben einen schwereren Stand - denn sie haben noch kein allzu großes professionelles Netzwerk. "Einsteiger haben wenig Chancen, wenn sie nicht sofort anfangen, ein Netzwerk aufzubauen", sagt Kurmeyer. Am besten sei dies schon in Ausbildung oder Studium, spätestens sollte es aber beim Start in die Karriere passieren.

Unbewusstes Netzwerk

Komplett allein stehen Anfänger aber nicht da: "Berufseinsteiger haben in der Regel auch ein Netzwerk, es ist ihnen meistens nur nicht bewusst", erklärt Doris Brenner. "Familie, Freunde, Nachbarn, Studienkollegen, deren Eltern, Kontakte aus dem Freizeitbereich können auch im Hinblick auf die Jobsuche wichtige Kontakte sein." Vielleicht sei der Vater eines Freundes genau in der Branche, in die man möchte. "Auch über Praktika haben viele schon eigene Kontakte in die Berufswelt geknüpft." Wichtig sei, diese Kontakte nicht einschlafen zu lassen, sondern zu pflegen.

Hilfreich sei außerdem, die Suche zu kommunizieren. "Man sollte möglichst breit streuen, dass man sich beruflich orientiert." Das könne auf Fachmessen, Vorträgen, in Berufsverbänden, bei Tagungen passieren. "Es ist immer besser über einen fachlichen Aufhänger, ein inhaltliches Thema, ins Gespräch zu kommen, als nur zu sagen, dass man einen Job sucht", empfiehlt Brenner.