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Krümelmonster weint: Mogelpackungen bei Keksen

Verpackungen von Keksen, Kuchen, Knabber-Snacks und Müsli-Riegeln enthalten im Schnitt 40 Prozent leeren Raum statt Inhalt – dies stellt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bei 15 Produkten aus dieser Warengruppe in Supermärkten und bei Discountern fest.

Nicht nur Bewohner aus der Sesamstraße haben Grund zum klagen.
Nicht nur Bewohner aus der Sesamstraße haben Grund zum klagen.(Foto: picture alliance / dpa)

Im Cantuccini-Beutel ist fühlbar noch jede Menge Platz, in der Müsliriegel-Schachtel gehen noch zwei Riegel rein, im Plastikbecher reichen die Mini-Zwiebäcke gerade bis zum Sichtfenster: Hersteller von Keks- und Knabberwaren greifen gern zu Übergrößen und voluminösem Schnickschnack, um magerem Inhalt mehr Fülle zu verleihen - zum Ärger vieler Verbraucher.

Nun hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) erneut Mogelpackungen im Lebensmittelhandel kritisiert. Demnach enthalten Keks- und Knabberpackungen im Durchschnitt 40 Prozent leeren Raum, wie die Verbraucherschützer am Montag in Düsseldorf mitteilten. Untersucht wurden 15 Produkte namhafter Hersteller aus Supermärkten und Discountern. Demnach war jede dritte Packung sogar zur Hälfte leer. "Viele Verbraucher fühlen sich beim Kauf von solchen Luftnummern getäuscht", kritisierte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

In Augenschein genommen wurden Packungen mit 75 bis 300 Gramm an Keksen, Kuchen, Knabber-Snacks und Müsli-Riegeln. Doch ob Firmen wie Brandt, Coppenrath, Byodo Naturkost, Schneekoppe oder die snack and smile Company: Den Verbraucherschützern zufolge setzen die Hersteller querbeet darauf, dass Kunden grundsätzlich lieber zu größeren Packungen greifen. Raffiniert werde deshalb versucht, kleine Mengen mit einem XXL-Gewand zu kaschieren. So war etwa fast jede dritte Packung der untersuchten Produkte im unteren Bereich mit einem Sichtfenster versehen, das mehr Fülle suggerierte. Oberhalb des Sichtbereichs war dann Schluss mit der Befüllung.

Nach dem Lebensmittelgesetz ist es nicht erlaubt, Verbraucher mit Hilfe von Mogelpackungen über die tatsächliche Füllmenge hinwegzutäuschen. Eindeutige Regelungen liefert das Gesetz den Verbraucherschützern zufolge allerdings nicht. Die Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen (AGME) spreche aber bereits von Täuschung, "wenn der Freiraum in der Packung 30 Prozent oder mehr beträgt". teilte die Verbraucherzentrale NRW mit. Ausgenommen von dieser Vorgabe seien nur empfindliche Waren wie etwa Pralinen. Die dürfen mit mehr Verpackungsvolumen besser geschützt werden.

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Quelle: n-tv.de

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