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Letzter Wille vor Gericht: Muss das Testament handschriftlich sein?

Für ein gültiges Testament reicht die Unterschrift des Erblassers allein nicht aus. Doch muss die Erbfestlegung vom Erblasser vollständig mit der Hand verfasst werden? Ein Urteil des Oberlandesgericht Stuttgart sorgt für Klarheit.

Wer sein Testament macht, muss die gesetzlich vorgeschriebene Form beachten.
Wer sein Testament macht, muss die gesetzlich vorgeschriebene Form beachten.(Foto: dpa)

Wer selbst ein Testament macht, muss es eigenhändig schreiben und unterschreiben und dabei genau festlegen, wer sein Erbe werden soll.

Wer diese Regeln nicht beachtet, muss damit rechnen, dass eine entsprechende Verfügung ungültig ist. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart (Az: 8 W 387/14) hervor, über die die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

In dem verhandelten Fall wollte die Lebensgefährtin eines Verstorbenen als seine Alleinerbin anerkannt werden. Hierzu legte sie eine Generalvollmacht des Verstorbenen vor. Diese hatte die Lebensgefährtin für den Verstorbenen handschriftlich verfasst. In der Handschrift des Verstorbenen waren darin nur die Worte "bevollmächtige ... in privaten und geschäftlichen Angelegenheiten wahrzunehmen." geschrieben. Dem Text des Verstorbenen hinzugefügt war: "allein Erbin bei Tod danach ... Unterschrift". Dieser Zusatz war aber offenbar in der Handschrift seiner Lebensgefährtin gefertigt.

Das Oberlandesgericht Stuttgart erkannte die Lebensgefährtin nicht als Alleinerbin an: Zwar sei es möglich, ein privatschriftliches Testament zu errichten. Dabei muss aber die gesetzlich vorgeschriebene Form beachtet werden. Das hatte der Verstorbene nicht getan. Das Gesetz verlangt, dass der Erblasser das Testament von oben bis unten, also vollständig, selbst mit der Hand schreibt und unterschreibt.

Ziel ist es dabei, den Testierenden anzuhalten, sich Gedanken über den Inhalt seines Testaments zu machen. Das Gebot der Eigenhändigkeit soll darüber hinaus nach dem Tod die Feststellung ermöglichen, ob der Verstorbene den Text selbst verfasst hat und ob er hiermit seine Erben verbindlich festlegen will oder ob es sich nur um einen Entwurf oder eine Vorüberlegung handelt, begründete das Gericht sein Urteil.

Quelle: n-tv.de

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