Ratgeber

Karte ade?Navis für Radfahrer

16.04.2009, 07:00 Uhr

Mobile Navis sind bei Autofahrern der Renner. Inzwischen gibt es die mobilen Pfadfinder auch für Fußgänger und Radler.

Die Sonnenstrahlen auf der Haut und das Ziel vor Augen - für Nadine Dittmann gibt es kaum eine schönere Alternative sich fortzubewegen, als auf dem Fahrrad. Sie ist Tourismusreferentin beim Fahrradclub ADFC.

Wenn es um die Strecken, Routen und Wege geht ist sie für jede Hilfe dankbar. GPS-Geräte könnten da helfen. Gerade wurden so genannte Outdoor-Navigationsgeräte von der Stiftung Wartentest getestet.

Tester Martin Hofmann sitzt dazu erst mal am PC statt auf dem Rad. "Alle Geräte im Test sind mit einer Basiskarte ausgestattet, die nicht überzeugen kann. Eine Ausnahme bildet das Oregon 400t, das schon eine gute Standardkarte hat", erklärt Hofmann. Noch besser kann man die Geräte mit einer kostenpflichtigen zusätzlichen typografischen Karte nutzen, die auf CD oder SD-Karte geliefert wird.

Routenplanung am Rechner

Bevor die Tour losgehen kann, sollte man am Rechner seine Route planen. Auch dafür gibt es spezielle Programme. MapSource erledigt dies für alle Geräte von Garmin, Vantage Point für die Magellans. Mit ihnen plant man seine Route – Abzweig für Abzweig. Das ist schon am Rechner umständlich, würde am Navi selbst aber eine Ewigkeit dauern.

Nadine Dittmann probiert für uns drei Geräte aus, auf die wir je eine Route installiert haben. Die erste Hürde besteht schon in der Montage. Mit einem bisschen handwerklichem Geschick ist die Halterung montiert, die übrigens bei vielen Geräten nicht mitgeliefert wird. Nach drei Minuten ist das Garmin Oregon 400t am Fahrrad.

Jetzt muss die Route intuitiv gefunden werden. Die Bedienungsanleitung gibt es nur virtuell und kann nicht mitgenommen werden. Doch Nadine Dittmann ist Profi und kann schon nach einer Minute ihre Tour durchs Regierungsviertel in Berlin zum Tiergarten starten. Mit dem Oregon 400t ist sie ganz zufrieden: "Die Menüführung ist toll. Insgesamt hat zwar nicht alles geklappt, aber es reicht noch für ein 'gut'."

Weiter geht es mit dem Garmin eTrex Summit. Die Halterung ist dieses Mal mit einem Schraubenzieher zu befestigen. Das Suchen der Route dauert allerdings deutlich länger. "Das eTrex Summit hat viele kleine Knöpfchen, was die Bedienung erschwert. Das Oregon 400t hat mir da besser gefallen", resümiert Dittmann.

Unpräzise Führung

Alle Outdoor-GPS-Geräte sollten Rad- und Wanderwege finden. Unser Testgerät kriegt das auch hin. Doch Nadine Dittmann sollte eigentlich am Haus der Kulturen der Welt ankommen. Tatsächlich landet sie 500 Meter davon entfernt.

Der Anbau vom Magellan Triton am Fahrrad ist zwar leicht, doch danach herrscht Verzweiflung pur. Fast zehn Minuten braucht Nadine Dittmann, um die geplante Route zu finden: "Die Menüführung ist überhaupt nicht intuitiv. Ich konnte die Route nicht finden."

Auch im Park wird es schwierig. Die Anzeige auf dem Display ist nicht ganz eindeutig. Nadine Dittmann fällt es schwer, den richtigen Weg zu finden. Das größte Problem wird erst nach ein paar Minuten klar und zwingt sogar zum Anhalten: Die Karte wandert auf dem Bildschirm nicht weiter. Man muss sie manuell weiterschieben.

Klarer Sieger

Nach drei Stunden durch Berlin steht das Fazit für Nadine Dittmann fest. Das Garmin Oregon 400 hat ihr am besten gefallen und hatte auch die einfachste Bedienung.

Zum gleichen Ergebnis kommt auch die Stiftung Warentest. "Große Pluspunkte waren die Handhabung und der Touchscreen", so Hofmann. Außerdem ist die mitgelieferte Basiskarte besser als bei den anderen Geräten.

Doch für alle Navis gilt: Geräte für Wanderer und Radfahrer sind kompliziert. Man muss sich mit ihnen lange beschäftigen, um alle Funktionen zu verstehen.