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Bei Hochwasser fließt das mit Öl verseuchte Wasser oft wochenlang nicht ab und belastet die Umwelt.
Bei Hochwasser fließt das mit Öl verseuchte Wasser oft wochenlang nicht ab und belastet die Umwelt.(Foto: dpa)
Donnerstag, 18. Mai 2017

In Hochwassergebieten : Neue Ölheizungen werden teilweise verboten

Welche zerstörerischen Kräfte Wassermassen haben können, zeigt sich immer wieder bei Hochwasserkatastrophen. 70 Prozent der Sachschäden an Gebäuden werden dann allerdings durch ausgetretenes Heizöl verursacht. Der Bundestag reagiert.

In deutschen Regionen mit Hochwasser-Risiko dürfen künftig keine neuen Ölheizungen installiert werden. Bereits vorhandene Heizungen müssen über die kommenden fünf Jahre hochwasserfest gemacht werden. Das ist Teil des neuen Gesetzes zum Schutz vor Überschwemmungen, das der Bundestag am Donnerstag verabschiedet hat. "Natürlich können wir kurzfristigen Starkregen oder wochenlange Regenfälle nicht verhindern. Dennoch gibt es Bereiche, wo wir mehr machen können," sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) im Parlament.

Neue Öl-Anlagen sind künftig dann verboten, wenn es "alternative Energieträger zu vertretbaren Kosten" gibt - denn auslaufendes Öl verschlimmert und verteuert Überschwemmungsschäden erheblich. Betroffene Gebäude können oft nur noch aufwendig saniert oder müssen sogar komplett abgerissen werden. Das mit Öl verseuchte Wasser fließt zudem oft wochenlang nicht ab und schadet der Umwelt. Vergangene Hochwasserereignisse an Elbe und Donau haben gezeigt, dass bis zu 70 Prozent der Sachschäden an Gebäuden durch ausgetretenes Heizöl verursacht wurde.

Auch der Bau von Anlagen zum Hochwasserschutz wird erleichtert und beschleunigt. Für bestimmte Grundstücke in gefährdeten Gebieten erhalten die Länder ein Vorkaufsrecht. Falls ein Grundstück für den Küsten- oder Hochwasserschutz benötigt wird, darf der Besitzer notfalls enteignet werden.

Planungs- und Gerichtsverfahren werden beschleunigt, außerdem bekommt der Hochwasserschutz bei der Bauplanung einen größeren Stellenwert. Ziel ist einerseits, Hochwasser etwa durch mehr Platz für das Versickern von Wasser zu vermeiden, und andererseits, Schäden zu verringern. Das Gesetz soll im Oktober in Kraft treten, wird aber nochmal im Bundesrat besprochen.

Schwere Überschwemmungen gab es zuletzt 2013 an Elbe und Donau und im Frühsommer 2016 in Süddeutschland. Klimaforschern zufolge lässt die Erderwärmung extreme Wetterereignisse wie Starkregen zunehmen.

Quelle: n-tv.de

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