Ratgeber

Erleichterung für Eltern : Neue Regeln für die Steuer

Steuerzahler sollten schon einmal alle Unterlagen für ihre Steuererklärung zusammensuchen: Quittungen, Spendenbescheinigungen, Handwerkerrechnungen. Einige Neuerungen sind bei der Steuererklärung für 2012 zu beachten.

Arbeitnehmer müssen entweder die Entfernungspauschale ansetzen oder die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel - ein Mix ist seit 2012 nicht mehr möglich.
Arbeitnehmer müssen entweder die Entfernungspauschale ansetzen oder die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel - ein Mix ist seit 2012 nicht mehr möglich.(Foto: picture alliance / dpa)

Für die meisten Arbeitnehmer lohnt es sich, eine Steuerklärung zu machen. Wer sich alleine durchkämpft und nicht auf die Hilfe eines Lohnsteuerhilfe-Vereins oder Steuerberaters setzt, hat bis zum 31. Mai Zeit, sie abzugeben. Die Frist für die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung beträgt vier Jahre - bei einigen Punkten gibt es aber Änderungen. 

Kinderbetreuungskosten

Seit 2012 ist egal, ob beide Eltern berufstätig sind oder nicht - die Betreuungskosten für ihre Kinder bis zum 14. Geburtstag können sie als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt muss dabei auch die Extra-Kosten für den Fremdsprachenunterricht im Kindergarten anerkennen. Bei einem Au-pair zählt die Hälfte des Lohns als Kinderbetreuungskosten. Abziehbar sind zwei Drittel der Betreuungskosten, höchstens 4000 Euro pro Kind. Vom Schulgeld für die Privatschule zählen 30 Prozent, höchstens aber 5000 Euro.

Kinderfreibeträge

Kindergeld oder Kinderfreibeträge gibt es seit 2012 unabhängig vom Einkommen des Kindes, und zwar maximal bis zum 25. Geburtstag. Studenten mit einem ersten Berufs- oder Studienabschluss dürfen nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Der Weg zur Arbeit

Für den Weg zur Arbeit gilt die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer. Das Finanzamt muss dabei seit 2012 auch einen Umweg anerkennen, wenn er insgesamt verkehrsgünstiger ist. Die Obergrenze beträgt 4500 Euro im Jahr - wer die Fahrtkilometer mit dem Tachostand belegen kann, kann laut "Finanztest" aber auch mehr abrechnen. Arbeitnehmer müssen entweder die Entfernungspauschale ansetzen oder die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel - ein Mix ist seit 2012 nicht mehr möglich.

Umzugskosten

Zu den Kosten für einen berufsbedingten Umzug gehören nicht nur der Transport der Möbel, doppelte Mietzahlungen, die Aufwendungen für einen Makler und für Fahrten zur Wohnungsbesichtigung, sondern auch für Nachhilfeunterricht der Kinder wegen umzugsbedingten Schulwechsels. Pro Kind können laut Steuerzahlerbund 1657 Euro berücksichtigt werden, ab dem 1. März 2012 sogar 1711 Euro.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Wer mehr als 1000 Euro für Fachliteratur, Bewerbungen, Weiterbildungs- und andere Werbungskosten ausgegeben hat, sollte in der Steuererklärung alle Posten nachweisen, um vom Finanzamt mehr erstattet zu bekommen. Wer seinen privaten Computer oder Laptop zuhause auch beruflich nutzt und dies nachweisen oder glaubhaft machen kann, kann die Anschaffungskosten absetzen. Wer mehr als die Hälfte absetzen will, muss nachweisen, dass er das Gerät zu mehr als 50 Prozent beruflich nutzt.

Zweitstudium

Studenten sollten laut Bund der Steuerzahler Kosten für ein zweites Studium oder ein Studium während einer Ausbildung angeben. Übersteigen die Ausgaben für Bücher und Fahrtkosten die Einnahmen, kann der Verlust in späteren Berufsjahren steuermindernd verrechnet werden. Der Steuerzahlerbund verweist auf eine Vielzahl gerichtlicher Einzelfallentscheidungen, auf die in der Steuererklärung verwiesen werden sollte.

Haussanierung

Wer sein selbst genutztes Haus oder seine Wohnung saniert, kann die Kosten geltend machen, wenn es sich um eine außergewöhnliche Belastung handelt, die beim Kauf nicht erkennbar war - der Bundesfinanzhof zählt etwa ein asbestverseuchtes Dach dazu oder den Befall mit Hausschwamm. Auch die Abwehr von Brand- oder Hochwasserschäden können Hausbesitzer angeben.

Krankheitskosten

Wer Geld für eine Kur oder alternative Therapie ausgegeben hat, muss beim Finanzamt ein Attest vorlegen, das vor Beginn der Behandlung beim Amtsarzt oder einem medizinischen Dienst eingeholt wurde. Der Bundesfinanzhof bestätigte diese 2011 erfolgte Gesetzesänderung im Juni.

Wichtig: Steuerzahler sollten den Steuerbescheid vom Finanzamt gründlich prüfen, da Fehler nach Angaben von Experten nicht selten sind.

Quelle: n-tv.de

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