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Wer bei der Havarie der "Costa Concordia" mit dem Schrecken davongekommen ist, kann unter anderem Schadenersatz verlangen.
Wer bei der Havarie der "Costa Concordia" mit dem Schrecken davongekommen ist, kann unter anderem Schadenersatz verlangen.
Dienstag, 17. Januar 2012

Havarierte "Costa Concordia": Passagiere erhalten Geld zurück

Gerettete Passagiere der havarierten "Costa Concordia" bekommen vom Kreuzfahrtveranstalter Geld zurück. Einem Reiserechtler zufolge muss der Reisepreis für die ausgefallenen Tage erstattet werden. Hinzu komme Schadenersatz.

Die Passagiere der "Costa Concordia" bekommen nicht nur den Reisepreis zurück, sie erhalten auch Schadenersatz. Dieser errechne sich aus der Anzahl der ausgefallenen gebuchten Tage mal den Tagespreis, erklärt Reiserechtler Ernst Führich. In diesem Fall gelte der gesamte Urlaub als vertan, weil die Reise wegen des Unglücks keinen Erholungswert mehr biete. Deshalb müsse Costa den kompletten Reisepreis als Schadenersatz zahlen. Betroffenen steht der Reisepreis somit in doppelter Höhe als Ausgleich zu.

Nach Angaben der Reederei waren auf der "Concordia" zum Zeitpunkt des Unglücks zum einen Passagiere, die ihre Reise gerade erst angetreten hatten. Außerdem gab es Urlauber, deren Reise kurz vor dem Ende stand. Den verschiedenen Passagieren stehen daher unterschiedliche Summen bei der Rückerstattung der Reisekosten zu.

Haben Passagiere auch die Anreise über den Veranstalter Costa gebucht, gibt es hierfür zusätzlich das Geld zurück, erklärte Führich. Anders sieht es aus, wenn Kunden die Anreise selbst gebucht haben. Dann blieben sie auf diesen Kosten sitzen.

Auch für entstandene Schäden an Gepäck oder Kleidung müsse Costa aufkommen, sagte Führich. Hierbei gelte nach den am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen neuen EU-Passagierrechten eine Höchstgrenze von 2400 Euro pro Person. "Die betroffenen Passagiere sollten hier im Idealfall nachweisen, was im Gepäck war und auch entsprechende Quittungen vorlegen", erläuterte der Reiserechtler. Alle Ansprüche müssten innerhalb eines Monats nach dem Unglück geltend gemacht werden. Adressat der Ansprüche sei Costa Deutschland. Reisebüros träten dagegen lediglich als Vermittler der Reise auf.

Treten bei Passagieren der havarierten "Costa Concordia" psychische Probleme auf, können diese Schmerzensgeld beantragen. "Hierfür muss der Reisende jedoch ein Attest eines Facharztes vorlegen, in dem belegt wird, dass die psychische Erkrankung durch die Havarie ausgelöst wurde", erklärte Führich.

Urlauber, die in den kommenden Wochen eine Fahrt mit der "Costa Concordia" gebucht haben, dürfen laut Führich ihre Reise entweder kostenlos umbuchen oder stornieren. "Der Reiseveranstalter kann mich auf andere Schiffe umbuchen, das muss ich aber nicht annehmen." Wer eine Reise auf einem anderen Schiff oder bei einem anderen Veranstalter gebucht hat und nun Angst bekommt, hat dagegen kein Recht auf eine kostenlose Stornierung. "In diesem Fall könnte lediglich eine Reiserücktrittsversicherung einspringen, wenn ein Facharzt Angstzustände bescheinigt."

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Quelle: n-tv.de

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