Montag, 04. Januar 2010
Riskante Lebensmittel: Pestizid-Gefahr überbewertet
Nach Meinung von Deutschlands oberstem Verbraucherschützer wird die Gefahr durch Bakterien in Lebensmitteln unterschätzt. "Verbraucher nehmen manchmal kleine Gefahren sehr ernst, während sie große gar nicht erkennen", sagte der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, der "Süddeutschen Zeitung". So hält er die Sorgen der Verbraucher beim Thema Pestizide für übertrieben, während zum Beispiel Salmonellen oder andere Bakterien eher unterschätzt würden.
Salmonellen gedeihen gern dort, wo die Hygienebedingungen schlecht sind.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Natürlich sei es nicht gut, dass überhaupt belastetes Obst oder Gemüse auf den Markt komme, sagte Billen. "Aber es ist ja nicht so, dass wir Hunderte Pestizidtote zu beklagen hätten." Die Lebensmittelüberwachung funktioniere in dem Bereich recht gut, der Großteil der Ware sei nicht zu beanstanden.
"Während zum Teil geringste Pestizidrückstände eine breite öffentliche Debatte auslösen, wird das Risiko durch bakteriell belastete Lebensmittel kaum wahrgenommen", sagte Billen. So wurden allein in Deutschland im Jahr 2008 knapp 43.000 Salmonellenerkrankungen gemeldet. Noch häufiger seien Darmerkrankungen infolge von Campylobacter-Infektionen. Diese Bakterien sind unter anderem auf Hähnchenfleisch anzutreffen.
dpa
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