Ratgeber

Energiepreise vergleichen : Portale sinnvoll nutzen

Strom und Gas werden immer teurer. Da sind günstige Tarife gefragt. Stromtarifrechner sollen helfen, sie zu finden. Doch aufgepasst: Ein Häkchen an der falschen Stelle kann zu unerwünschten Ergebnissen führen.

Wer seinen Stromanbieter wechselt, kann seine Haushaltskasse entlasten. Foto: Kai Remmers

Auch wenn die Preise für Energie stetig steigen - viele Verbraucher bleiben ihrem Versorger treu. Allein beim Strom habe beinahe die Hälfte der deutschen Haushalte noch nie den Anbieter gewechselt, erklärt Renate Hichert von der Bundesnetzagentur in Bonn. Das heißt: "Sie werden weiterhin von ihrem Grundversorger beliefert, und der ist vielerorts um einiges teurer als die anderen Strom- und Gaslieferanten."

Grund für die mangelnde Wechselbereitschaft ist bei vielen Kunden Bequemlichkeit, oft aber auch die Angst, dass es beim Tarifwechsel Schwierigkeiten gibt. "In der Regel ist das aber kein Problem", erklärt Christel Lohrey von der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. "Verbraucher müssen nur auf Kündigungsfristen und die Bedingungen in ihren Verträgen achten, dann klappt der Wechsel."

Für die Suche nach einem günstigen Tarif bieten sich die zahlreichen Vergleichsportale im Internet an. "Denn es wäre sehr zeitaufwendig, bei allen Anbietern Angebote einzuholen und zu vergleichen", erläutert Lohrey. "Die Rechner bieten einen guten Überblick." Allerdings liefern nicht alle Vergleichsrechner die gleichen Ergebnisse. Daher sollten Verbraucher immer mehrere Portale nutzen und die Ergebnisse miteinander vergleichen.

Voreinstellungen nicht immer sinnvoll

Um einen Überblick darüber zu bekommen, wie viel Geld andere Versorger verlangen, müssen Verbraucher ihren Jahresverbrauch parat haben. Diesen Wert müssen sie zusammen mit ihrer Postleitzahl in einer Maske eintragen und erhalten dann eine Liste mit verschiedenen Anbietern. Das Problem: "Die Tarifrechner arbeiten mit Voreinstellungen, die nicht unbedingt verbraucherfreundlich sind", erläutert Thomas Müller von der Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest.

Diese Voreinstellungen haben Auswirkungen auf die Ergebnisse. Denn mitunter landen Angebote unter den Top-Empfehlungen, die nur auf den ersten Blick attraktiv sind, etwa Tarife mit Vorauskasse. Diese sind zwar oft recht günstig, bei einer Pleite des Versorgers ist das gezahlte Geld aber in der Regel verloren. Auch Bonus-Tarife sind aus Sicht von Müller nicht empfehlenswert. "Sie wirken oft nur attraktiv", erklärt der Experte. "Rechnet man den Bonus heraus, sind die Tarife mitunter teurer als der Grundtarif des örtlichen Versorgers." Denn der Bonus falle nach dem ersten Jahr meist weg. Das heißt: Im zweiten Jahr wird der Strom dann deutlich teurer.

Um eine fundierte Entscheidung darüber treffen zu können, welcher Tarif der richtige ist, sollten die Filter bei der Suche entfernt werden. "Der Verbraucher kann erst alle Voreinstellungen herausnehmen, um zu sehen, welche Angebote ganz für sich betrachtet gut abschneiden", erläutert Renate Hichert. Im nächsten Schritt könne das Häkchen dann dort gesetzt werden, wo es dem Kunden wichtig ist, etwa bei Ökostrom, wenn er Elektrizität aus erneuerbaren Quellen vorziehe.

Vertrag nicht länger als zwölf Monate

Wenn man eine engere Auswahl getroffen hat, empfiehlt es sich, die Finalisten weiter zu prüfen. Zum Beispiel, ob der Tarif eine Preisgarantie hat - und wenn ja, wie lange sie gilt. Auch auf die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfristen sollten Kunden achten. "Damit man flexibel auf Marktentwicklungen reagieren kann, sollte man keinen Vertrag wählen, der länger als zwölf Monate läuft und man sollte innerhalb von acht Wochen kündigen können", erklärt Müller.

Ist der Wunschtarif gefunden, sollte er aber nicht sofort über das Vergleichsportal gebucht, sondern die Details vorher direkt beim Anbieter geprüft werden. "Das ist wichtig", erklärt Verbraucherschützerin Lohrey. "Es passiert immer wieder, dass Verbraucher einen Vertrag abschließen und dann feststellen, dass sich die Bedingungen geändert haben." Hintergrund ist, dass die Versorger mitunter kurzfristig Tarifänderungen vornehmen - wie etwa den Wegfall einer Wechselprämie - und die Tarifrechner-Betreiber das nicht immer umgehend erfahren.

Nach dieser Überprüfung genügt es in der Regel, mit dem neuen Anbieter Kontakt aufzunehmen. Dieser kann dann mit der Auftragsbestätigung und einer Vollmacht des Kunden den Vertrag beim alten Versorger kündigen. Mit Beginn des neuen Vertrages übernimmt er automatisch die Belieferung mit Strom oder Gas. "Selbst wenn sich der Lieferbeginn verzögert, ist das kein Problem", erklärt Renate Hichert. Der Grundversorger sei verpflichtet, in solchen Fällen einzuspringen. Das heißt: Kein Kunde muss im Dunkeln sitzen.

Stromanbieter im Vergleich

Gasanbieter im Vergleich

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen