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Freitag, 19. August 2016

Gebühren für die meisten Kunden: Postbank verabschiedet das Gratiskonto

Von Axel Witte

Die größte Privatkundenbank Deutschlands dreht an der Gebührenschraube für die Girokonten ihrer Kunden. Ansonsten sei kein Geld mehr an ihnen zu verdienen. Einzig junge Kunden und solche mit hohem Gehaltseingang bleiben vorerst verschont.

Ach ja, die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Nicht nur, dass sie gefühlt die Altersvorsorge von Millionen Deutschen ruiniert, nein, nun werden Kunden vermehrt über Gebühren für die Kontoführung zur Kasse gebeten. Schließlich müssen die deutschen Banken sogar Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

Davor, dass diese Belastungen direkt an Sparer weitergegeben werden, gehen denn auch die wenigsten aus. Dafür sei der Wettbewerb zu hart und die Sorge vor negativen Kundenreaktionen, sprich Kontowechseln, zu groß, mutmaßen Experten. Lediglich eine kleine bayerische Genossenschaftsbank wagt es von September an, von ihren Privatkunden mit großen Geldsummen auf dem Konto einen Strafzins zu erheben.

Und die anderen? Werden sich wohl mit steigenden Gebühren behelfen. Das läuft zwar für Kunden auf die selbe finanzielle Belastung hinaus, klingt aber nicht so hässlich. Schließlich soll sich sparen ja zumindest brutto - also in diesem Fall gefühlt - lohnen.

So macht es nun auch die größte Privatkundenbank Deutschlands, die Postbank. Sie schlägt beim für erwachsene Bürger unentbehrlichen Girokonto zu. Denn ansonsten sei mit ihm kein Geld mehr zu verdienen, wie Postbank-Vorstand Susanne Klöß den Schritt begründet. Nach eigenen Angaben hat die Postbank mehr als fünf Millionen Kunden mit einem Girokonto. 

Als Konsequenz daraus müssen Online-Kunden des Instituts ab November 1,90 Euro monatliche Grundgebühr berappen. Wer sowohl online, als auch in der Filiale seine Bankgeschäfte tätigen möchte, wird mit 3,90 Euro monatlich zur Kasse gebeten. Lediglich bisher nicht näher definierten jungen Leuten und solvente Girokonteninhabern mit einem Gehaltseingang von mindestens 3000 Euro monatlich bleibt die Gebührenlast laut Postbank bis auf weiteres erspart. Bisher mussten Kunden mit einem Geldeingang ab 1000 Euro keine Gebühren zahlen. Jene, die weniger vorzuweisen hatten, kostete das Konto allerdings 5,90 Euro. Sie werden also zukünftig durch die Gebührenanpassung um 2 Euro entlastet. Vor rund 20 Jahren war die Postbank das erste Geldinstitut, welches Gratiskonten eingeführt hatte.

Da bereits auch andere Banken und Sparkassen die Gebühren für ihre Dienste erhöht haben, ist es für betroffene Kunden nun vielleicht an der Zeit, über einen Kontowechsel nachzudenken.   

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Quelle: n-tv.de

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