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Keine Immobilienblase in Sicht: Preise steigen nur moderat

Die Wohnungsnachfrage in Deutschland ist nach Angaben der Immobilienmakler von LBS und Sparkassen weiter lebhaft, aber nicht zu stürmisch. Im Vergleich zum Vorjahr kosten Eigenheime und Eigentumswohnungen aus dem Bestand 2012 durchschnittlich rund drei Prozent mehr. Damit ist der Anstieg nicht mehr so hoch wie 2011.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Preisanstieg auf dem Häuser- und Wohnungsmarkt in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr nach Angaben der Landesbausparkassen (LBS) etwas abgeschwächt. Eigenheime und Eigentumswohnungen hätten 2012 im Schnitt drei Prozent mehr als im Vorjahr gekostet, teilte die Bundesgeschäftsstelle der LBS in Berlin mit. 2011 hatte der Preisanstieg auf dem Gebrauchtimmobilienmarkt im Vergleich zum Vorjahr noch bei fünf Prozent für Häuser und bei knapp acht Prozent für Wohnungen gelegen.

Die Nachfrage nach Gebrauchtimmobilien sei angesichts niedriger Zinsen "weiter lebhaft, aber nicht zu stürmisch", erklärte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. Käufer hätten für gebrauchte Häuser 2012 im Schnitt 161.000 Euro gezahlt, für gebrauchte Eigentumswohnungen 106.000 Euro.

Beim Neubau von Immobilien tue sich jedoch "viel zu wenig, um die aktuelle Nachfrage zu decken", kritisierte Hamm. Neue Häuser und Wohnungen kosteten zwar deutlich mehr, böten Besitzern aber eine gute Immobilienqualität, "gerade auch in energetischer Hinsicht". Neue Häuser hätten 2012 im Schnitt 325.000 Euro gekostet, neue Eigentumswohnungen 220.000 Euro.

Diese Daten sind nach Angaben des Verbandssprechers in hohem Maße repräsentativ, basieren sie doch auf rund 35.000 Immobilien-Vermittlungen im Wert von 5,7 Milliarden Euro, die von den Maklergesellschaften, an denen die Landesbausparkassen beteiligt sind, im abgelaufenen Jahr getätigt wurden.

Verbandsdirektor Hamm warnte angesichts des Preisanstiegs bei den Immobilien in den vergangenen Jahren vor einer "Dramatisierung von Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt". Früher sei die Rede gewesen von einer schlechten Nachfrage. Die Preise hätten sich zeitweise nicht verändert oder seien sogar gesunken. "Wir sind deshalb eher noch mitten drin in einer gesunden Aufholentwicklung", erklärte Hamm.

Aufgrund niedriger Zinsen ist die Finanzierung von Immobilien derzeit besonders günstig. Gleichzeitig sorgt das niedrige Zinsniveau dafür, dass Verbraucher nacht lohnenden Anlagemöglichkeiten suchen.

Ob die Immobilienpreise heute die nötige "Bodenhaftung" haben, muss  aber sicher immer individuell genau geprüft werden. "Wenn alles in allem die Preise hierzulande aber noch immer unter denen des Jahres 2000 liegen, wenn zugleich auch noch die Zinsen niedriger sind als je zuvor und die Finanzierung nicht oder nur wenig mehr kostet als eine vergleichbare Miete, dann ist das auch für Durchschnittsverdiener, die sich für eigene vier Wände interessieren, ein ganz starkes Kaufsignal", so Hamm.

Baugeld im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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