Platzhirsch Payback setzt sich durch, bei Happy Digits gehen hingegen die Lichter aus.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Mittwoch, 11. November 2009
Payback & Co.: Punkte sammeln lohnt selten
Derzeit sind noch drei branchenübergreifende Kundenkarten und diverse Punkte-Sammel-Kärtchen für einzelne Ketten in Deutschland auf dem Markt. Die Anbieter versprechen den Verbrauchern satte Rabatte, Gutscheine und Sachprämien. Doch die bunten Plastikkärtchen lohnen sich nicht immer - und nicht für jeden.
Branchenübergreifend am weitesten verbreitet ist Payback: Seit 2000 auf dem Markt und nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung in rund zwei Dritteln aller Haushalte im Portemonnaie. Partner sind unter anderem die Aral-Tankstellen, die dm-Drogeriemärkte, Galeria Kaufhof und Real. Dagegen steht das 2001 eingeführte Happy Digits vor dem Aus, Kunden können nur noch bis Ende November Punkte damit sammeln.
Seit 2008 ist die Deutschlandcard zu haben, Partner sind unter anderem die Edeka-Märkte und Marktkauf-Warenhäuser, das Reiseunternehmen L'Tur und die Deutsche Bank. Zusätzlich haben einzelne Ketten Kundenkarten, die nur in den Filialen des jeweiligen Unternehmens gültig sind.
Eingeschränkte Vorteile
Verbraucher können bei jedem Einkauf Punkte sammeln und in Prämien, Gutscheine oder Bargeld umwandeln. Je nach Anzahl der gesammelten Punkte gibt es als Sachprämien etwa Zeitschriften-Abos, Reisegutscheine, DVDs oder Küchenzubehör. Ihre Punkte können die Kartenbesitzer aber auch für gute Zwecke spenden, zum Beispiel an SOS-Kinderdörfer. Außerdem bieten die Betreiber Kredit- oder Telefonkarten an und vergeben VIP-Karten für Konzerte.
"Finanztest" kam nach dem Test von rund zwei Dutzend Karten zum Schluss, dass die regelmäßige Ersparnis mit 0,5 bis drei Prozent eher mäßig ist - und sich die gesammelten Punkte ohnehin häufig nicht in Geld umrechnen lassen. Meist würden die Verbraucher mit Gutscheinen oder Sachprämien belohnt, eine Barauszahlung sei nur bei wenigen Anbietern möglich. Einen Sofort-Rabatt ohne Einschränkung bietet dem Test zufolge nur eine Baumarktkette. Hier zahlt der Käufer schon beim aktuellen Einkauf drei Prozent weniger. Bei Sachprämien raten Verbraucherschützer, sich zu überlegen, wieviel Geld vorab für die erforderliche Punktzahl ausgegeben werden muss.
Daten auf dem Präsentierteller
Wer eine Kundenkarte haben will, muss dem Anbieter in der Regel Name, Geburtsdatum und Anschrift nennen. Weitere persönliche Angaben wie Familienstand, Beruf oder Einkommen sind freiwillig, werden aber abgefragt. Wenn der Anbieter die Daten für Marktforschung und Werbung nutzen will, muss sich der Antragsteller damit einverstanden erklären. Teils brauchen die Anbieter eine explizite Einwilligung des Kunden, teils müssen die Verbraucher diese aber aus dem Vordruck streichen. "Finanztest" hatte im vergangenen Jahr nur bei rund der Hälfte der überprüften Karten "akzeptable" Datenschutzbedingungen gefunden.
AFP
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