Ratgeber
Schon Mitte Februar wurde der Flughafen Köln-Bonn bestreikt.
Schon Mitte Februar wurde der Flughafen Köln-Bonn bestreikt.(Foto: picture alliance / dpa)

Streik am Flughafen Köln-Bonn: Reisende brauchen Geduld

Am Flughafen Köln-Bonn fallen am Freitag zahlreiche Flüge aus, denn die Gewerkschaft Verdi hat das Sicherheitspersonal wieder zum Streik aufgerufen. Reisende, die sich nach Alternativen umsehen wollen, müssen sich aber gedulden. Denn erst wenn klar ist, welche Flüge annulliert werden, darf umgebucht werden.

Wer morgen vom Flughafen Köln-Bonn aus fliegen möchte, könnte Probleme bekommen: Das Sicherheitspersonal will wieder streiken, ganztätig und an beiden Terminals. An den Fluggastkontrollen dürfte es damit enger werden, auch die Personal- und Warnkontrolle ist betroffen. "Es gibt bis heute kein neues Angebot der Arbeitgeber" teilt Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker mit. Man wolle noch vor den  Osterferien einen neuen Tarifvertrag unterschreiben, "damit endlich Frieden an den Flughäfen einkehrt".

Service-Hotlines und Infoseiten

Lufthansa: 069 86799799 (Ortstarif)

Air Berlin: 030 34343434 (Ortstarif)

Germanwings: 0900 1919100 (99 Cent/Minute)

Flughafen Köln-Bonn: 02203-404000 (Ortstarif)

 

Wie viele der insgesamt 103 Abflüge und 104 Ankünfte ausfallen werden, war am späten Nachmittag noch unklar. Somit ist auch von den betroffenen Reisenden Spontanität gefordert: Sie können Reispläne nicht einfach über den Haufen werfen, sobald der Streik angekündigt wurde, sondern erst, wenn feststeht, welche Flüge konkret ausfallen oder umgebucht werden. Informationen dazu gibt es auf den Seiten der Fluggesellschaften, wenn die Kontaktdaten vorhanden sind, werden die Betroffenen auch per Mail kontaktiert. Registrierte Kunden sind im Vorteil, weil sie sich, etwa bei der Lufthansa, selbst für Alternativflüge einchecken können.  

Naheliegend ist es natürlich, die Hotlines der Fluggesellschaften und Reiseveranstalter zu kontaktieren. Bei Lufthansa und Air Berlin geht da s zum Ortstarif. Der Germanwings-Kundenservice ist hingegen nur über eine 0900er Nummer zu erreichen – und hier werden pro Minute happige 99 Cent  berechnet.

Welche Rechte haben Passagiere?

Grundsätzlich sind die Airlines dazu verpflichtet, im Falle eines Streiks so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren, entweder mit einem anderen Flieger oder per Bahn. Wer sich lieber selbst um eine Alternative zum gestrichenen Flug kümmert, kann die Buchung auch stornieren und bekommt dann sein Geld zurück.

Schadenersatz, wie ihn die Fluggastrechteverordnung bei großen Verspätungen oder annullierten Flügen vorsieht, gibt es aber nicht. Das hat der Bundesgerichtshof im letzten Jahr entschieden. Streiks seien "nicht zu beherrschende Gegebenheiten", auf die Airlines keinen Einfluss hätten, fanden die Richter. Anders als bei technischen Defekten oder Überbuchungen gibt es deshalb für die Reisenden kein Geld.

Immerhin haben die Betroffenen grundsätzlich Anspruch auf Betreuungsleistungen, wenn sie stundenlang auf ihren Flieger warten müssen. Die Fluggesellschaften müssen dann Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel übernehmen. Für die Passagiere, die von oder nach Köln-Bonn fliegen wollen, dürfte das aber keine Rolle spielen. Sie werden – hoffentlich – noch rechtzeitig darüber informiert, ob und wann sie fliegen.  

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen