Ratgeber

Die Frist läuft: Rente sichern mit freiwilligen Beiträgen

Von Axel Witte

Auch wenn die gesetzliche Rente sinkt - sicher ist sie noch. Da hat es durchaus Sinn, sich mit freiwilligen Beiträgen einen Anspruch zu sichern. Oder um Rentenkürzungen auszugleichen. So geht es.

Die freiwillige Beiträge für ein Jahr müssen spätestens bis zum 31. März des Folgejahres entrichtet werden.
Die freiwillige Beiträge für ein Jahr müssen spätestens bis zum 31. März des Folgejahres entrichtet werden.

Die nicht kapitalmarktgedeckte und umlagefinanzierte gesetzliche Rente ist wieder en vogue. Die Niedrigzinsphase und die Unsicherheiten am Kapitalmarkt machen es möglich. Und auch freiwillige Beitragszahlungen können interessant sein. Zum Beispiel für alle, die nicht gesetzlich rentenversichert sind. Oder auch für jene, die mit den Zusatzbeiträgen ihre Anwartschaft auf die Wartezeit von fünf Jahren Versicherungszeit erfüllen.

Dies gilt besonders für Mütter und Väter, die nie in die Rentenkasse eingezahlt und sich stattdessen der Kindererziehung gewidmet haben. Sie bekommen pro Kind, das ab 1992 geboren wurden, drei Jahre Kindererziehungszeit gutgeschrieben. Mütter und Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, werden seit 2014 zwei Jahre fiktive Beitragszahlung angerechnet - bisher war es nur ein Jahr. Doch das ist zumindest bei einem Kind nicht ausreichend, um in den Genuss einer gesetzlichen Rente zu kommen. Hier kann die Zahlung von freiwilligen Beiträgen einen Rentenanspruch sichern.

In diesem Jahr besteht noch bis zum 31. März die Möglichkeit, freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung rückwirkend für das Jahr 2015 zu zahlen, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund mitteilt. Bei einer nachträglichen Zahlung für das Jahr 2015 kann die Beitragshöhe zwischen dem Mindestbeitrag von 84,15 Euro monatlich und dem Höchstbeitrag von 1159,40 Euro monatlich schwanken.

Aber auch Freiberufler und Beamte können sich auf diesem Weg ihre gesetzliche Rente sichern. Auch sie können die Höhe ihres monatlichen Beitrages in den genannten Grenzen frei wählen. Im Falle von Beamten schmälert die so erworbene gesetzliche Rente nicht die Höhe der Pension. Darüber hinaus lässt sich mit einer freiwilligen Beitragszahlung auch der Versicherungsschutz für eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung aufrechterhalten und die Beiträge sind von der Steuer absetzbar.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen prüfen

Interessant sind freiwillige Beiträge auch für Arbeitnehmer, die pflichtversichert sind und vorzeitig in den Ruhestand gehen möchten. Sie können auf diese Art Rentenkürzungen kompensieren. Allen anderen Pflichtversicherten ist es nicht möglich, zusätzliche Beiträge einzuzahlen – sei es, um die spätere Rente zu erhöhen oder Rentenlücken auszugleichen.

Grundsätzlich können die Beiträge abgebucht oder überweisen werden – monatlich oder jährlich. Bei freiwilligen Beiträgen wird nicht zwischen alten und neuen Bundesländern unterschieden. Die freiwillige Beiträge für ein Jahr müssen spätestens bis zum 31. März des Folgejahres entrichtet werden. Wird diese Frist versäumt, können die Beiträge nur noch für das laufende Jahr gezahlt werden.

Wer in Deutschland wohnt, hier nicht versicherungspflichtig ist und keine volle Altersrente bezieht, kann sich ab Vollendung des 16. Lebensjahres freiwillig versichern. Dies gilt auch für Deutsche, die im Ausland wohnen.

Um wie viele Euro die freiwilligen Zahlungen die gesetzliche Rente erhöhen, lässt sich hier errechnen.

Ob es im Einzelfall tatsächlich lohnend ist, in das gesetzliche Rentensystem einzuzahlen, oder ob das Geld besser individuell am freien Kapitalmarkt angelegt ist, lässt sich nicht allgemein beantworten. Das hängt nicht zuletzt vom jeweiligen Lebensmodell und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.

Quelle: n-tv.de

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