Freitag, 30. April 2010
Banksparpläne: Riestern geht auch günstig
Isabell Noé
Die Riesterrente nützt vor allem der Versicherungswirtschaft, sagen Kritiker. Zulagen würden durch hohe Kosten aufgefressen, zudem seien die Konditionen für die Sparer oft intransparent. Bei Banksparplänen hat man diese Sorge nicht. Das Problem ist nur: Sie sind nicht ganz leicht zu bekommen.
Bei Riester-Sparplänen weiß man, wo das Geld landet.
(Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)
Das Konzept ist gut, die angebotenen Produkte leider weniger. So lässt sich der Stand der Dinge in Sachen Riesterrente zusammenfassen. Erst Ende Februar attestierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung der Finanz- und Versicherungswirtschaft "unfaire Vertriebsmethoden, begrenzte Offenlegung von Kosten, zweifelhafte Beratungen und unzureichende und unverständliche Verbraucherinformation." Diese Bewertung bezieht sich vor allem auf Versicherungsprodukte und Fondssparpläne. Wer es gern etwas unkomplizierter und günstger hat, der kann sich für einen Riester-Banksparplan entscheiden.
Sparverträge sind nicht sonderlich populär. Das liegt aber nicht daran, dass sie nicht zu empfehlen wären, sondern daran, dass sie so selten angeboten werden. Man muss schon bei Sparkassen, Volks- und RAiffeisenbanken suchen, denn Privatbanken halten sich aus dem Geschäft mit dem Banksparplänen weitgehend raus – kein Wunder, schließlich können sie damit wenig Gewinne machen. Die hohe Abschlussprovision entfällt und auch die Verwaltungsgebühren halten sich in Grenzen. Die Zulagen fließen also genau dorthin, wofür sie vorgesehen sind: Aufs Altersvorsorgekonto.
Referenzzins minus Abschlag
Banksparpläne sind nicht unbedingt die lukrativste, in jedem Fall aber die sicherste Variante beim Riestern. Wie viel Rente letztlich herauskommt, lässt sich im Voraus nicht berechnen. Die Rendite hängt von der zukünftigen Zinsentwicklung ab. Grundsätzlich gibt es zwei Verzinsungsmodelle: Bei vielen Anbietern orientiert sich der Zinssatz an einem festen Referenzzins, wie etwa der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen. Andere koppeln den Zinssatz dagegen an einen Mix aus kurz- und längerfristigen Zinsen. Die Mischung besteht beispielsweise aus 30 Prozent Euribor und 70 Prozent zehnjährigen Bundesanleihen. Bei dieser Version kommen oft auch Bonussysteme ins Spiel, bei denen Sparer für ihr Durchhaltevermögen belohnt werden. Davon profitieren vor allem jene, deren Verträge noch lange laufen werden.
Ein Vorzug der Kopplung an die Umlaufrendite ist die schnellere Zinsanpassung – bei Zinssteigerungen reagieren Banken sonst bekanntlich etwas träge. Egal bei welchem der beiden Systeme: Der Referenzzins wird nicht eins zu eins weitergegeben, sondern stellt nur die Grundlage für die Sparplanverzinsung dar. Entscheidend ist, wie hoch der Abschlag ausfällt, mit dem die Bank ihre Kosten und Margen abdeckt.
Kaum Verluste
Auch wenn Banksparpläne wegen der geringen Risiken besonders für ältere Riester-Einsteiger empfohlen werden, bieten sie auch für Jüngere einen entscheidenden Vorteil: Sie sind sehr flexibel. Wer nach kurzer Zeit aus einem Fonds- oder Versicherungsvertrag aussteigt, zahlt wegen der Abschlusskosten fast immer drauf. Aus Banksparplänen kommt man dagegen ohne größere Verluste raus. Einige Anbieter erheben allerdings 25 bis 100 Euro Gebühren bei förderschädlicher Kündigung.
Wo abschließen?
Der Nachteil von Riester-Banksparplänen: Es ist gar nicht so einfach, einen zu finden. Für andere Riesterprodukte gibt es zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten im Internet, einen Überblick über Banksparpläne muss man lange suchen. Hilfreich sind die Bewertungen der Stiftung Warentest. Bei einem Vergelich von "Finanztest" Ende 2009 schnitt das Produkt der Sparkasse Günzburg-Krumbach am besten ab. Unter anderem, weil es durch einen besonders günstigen Renditeabstand auffiel. Auch die Sparkasse Höxter, die Landsparkasse Schenefeld und die Sparkasse Detmold kamen gut weg. Vom regionalen Bezug sollte man sich nicht abschrecken lassen: Die meisten Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken bieten ihre Banksparpläne bundesweit an.
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