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Hobby-Fußballer leben gefährlich: Schadenersatz für Foulspiel

Wer beim Fußball rücksichtslos Foul spielt, haftet bei einer Verletzung des Gegners. Mit dieser Begründung spricht das Oberlandesgericht Hamm in einem veröffentlichten Urteil einem gefoulten Amateurfußballer ein Schmerzensgeld von 50.000 Euro und weitere Schadenersatzleistungen zu.

(Foto: picture alliance / dpa)

Fußballspieler müssen bei rücksichtslosen Fouls für dabei entstehende Verletzungen haften. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm hervor. Bei dem zu beurteilenden Fall hatte sich der Kläger bei einem Kreisliga-Spiel so schwer am Knie verletzt, dass er seinen Beruf als Maler und Lackierer auch gut zweieinhalb Jahre danach nicht mehr ausüben kann. Das Oberlandesgericht bestätigte nun das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Dortmund, wonach der beklagte Spieler unter anderem 50.000 Euro Schmerzensgeld zahlen muss.

"Mangels Fahrlässigkeit" hafte ein Fußballer zwar nicht, wenn er seinen Gegenspieler "bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletze". Im vorliegenden Fall aber "hafte der Beklagte, weil er unter Verstoß gegen die DFB-Fußballregel Nr. 12 rücksichtslos gehandelt habe". Er habe "den zur Verletzung des Klägers führenden Zweikampf ohne jede Rücksicht auf die Gefahr und die Folgen seines Einsteigens für den Gegner geführt", urteilte das Gericht.

In dem Zivilprozess ging es um die Folgen eines Foulspiels bei einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga A. Der Kläger war von dem gegnerischen Spieler mit gestrecktem Bein gefoult worden und hatte dafür vom Schiedsrichter die gelben Karte erhalten. Der Gefoulte zog sich eine schwere Knieverletzung zu, in deren Folge er seinen Beruf als Maler und Lackierer bis heute nicht mehr ausüben kann. Sein damaliger Gegenspieler lehnte eine Haftung mit der Begründung ab, der Kläger habe sich bei einem regelgerechten Zweikampf um den Ball eine unglückliche Verletzung zugezogen.

Der Zivilsenat folgte dieser Argumentation nicht. Zwar hafte ein Spieler mangels Fahrlässigkeit nicht, wenn er seinen Gegenspieler bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletze. Im vorliegenden Fall aber hafte der Beklagte sehr wohl - er habe nämlich gegen die DFB-Fußballregel Nummer zwölf verstoßen und rücksichtslos gehandelt. Das OLG bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Dortmund.

Im August war der ehemalige Bochumer Fußballprofi Matias Concha mit einer Klage gegen seinen früheren Gegenspieler Macchambes Younga-Mouhani von Union Berlin vor dem Landgericht Berlin-Tegel allerdings gescheitert. Concha hatte sich im Spiel bei Union am 6. Dezember 2010 bei einem Zusammenprall mit Younga-Mouhani das Schien- und Wadenbein gebrochen und seinen Gegenspieler auf bis zu 200.000 Euro Schmerzensgeld verklagt.

Die Fußballergewerkschaft VdV schränkte grundsätzlich ein, dass Fußballer bereits beim Betreten des Platzes mit Verletzungen rechnen müssten. Schwierig sei es bei anschließenden Zivilklagen, den Vorsatz beim Foulenden zu erbringen. Im Bereich des Profisports seien Urteile wie das des Hammer Gerichts indes "seltener".

Quelle: n-tv.de

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