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Ratgeber

Freitag, 24. April 2009

In vielen Lebenslagen: Schlichter helfen bei Streit

Das im Internet gebuchte Ticket trägt das falsche Datum, die Bank verweigert die Eröffnung eines Girokontos: Solche Ärgernisse können schnell teuer werden. Oft ist es günstiger und nervenschonend, einen Schlichter einzuschalten. Gut für Verbraucher: Immer mehr Branchen und Institutionen richten die Stelle eines solchen Ombudsmanns ein. In den vergangenen Monaten sind zwei neue hinzu gekommen.

Den jüngsten Zuwachs melden die Anwälte. Per Gesetz werden sie voraussichtlich zum 1. September 2009 einen bundesweit tätigen Ombudsmann installieren. Mit ihm bekommen Verbraucher die Möglichkeit, "im Streit mit ihrem Anwalt eine Lösung zu erreichen, ohne dass sie vor Gericht ziehen müssen", erläutert Christian Dahns, Geschäftsführer der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) in Berlin. Der unabhängige, zentrale Schlichter wird bei der BRAK in der Hauptstadt angesiedelt. Ursprünglich sollte der Schlichter schon im Frühjahr seine Arbeit aufnehmen, es gibt allerdings Verzögerungen bei der Verabschiedung des Gesetzes.

Neutraler Vermittler

Mandanten geraten des Öfteren mit ihren Rechtsbeiständen aneinander. Bisher müssen Verbraucher meist klagen, falls sie sich ungerecht behandelt fühlen - die Anwaltskammern am Ort, die bislang die Schlichtung übernahmen, können in der Regel nur selten helfen. "Das ist unbefriedigend, weil der Eindruck entstehen kann, eine Krähe hacke der anderen kein Auge aus", sagt Dahns. Das soll künftig anders sein. Der Vermittler soll nach den Vorstellungen der BRAK zwar Jurist, aber kein Anwalt sein, um Unabhängigkeit zu gewährleisten.

Die Immobilienbranche ist schon einen Schritt weiter. Seit Oktober des vergangenen Jahres prüft Ombudsmann Peter Breiholdt für den Immobilienverband Deutschland (IVD) unparteiisch Zwistigkeiten zwischen Maklern, Hausverwaltern, Sachverständigen und unzufriedenen Kunden. Die Arbeit ist allerdings auf IVD-Mitgliedsunternehmen beschränkt. Verband und Ombudsmann haben ihren Sitz in Berlin.

Vorbilder

Die Vorbilder sind die Schlichter in der Versicherungs- und Bankenbranche. Allein bei den Versicherungen gab es 2007 rund 17.500 Eingaben. Die Dachverbände der Banken unterhalten jeweils eigene Schlichtungsstellen. Die Schufa hat ebenfalls einen Vertrauensmann installiert. An ihn können sich Verbraucher wenden, wenn sie vergeblich versucht haben, Reklamationen zu ihren Daten mit der Kreditauskunftei zu klären.

Daneben sind im Internethandel und in der Telekommunikation Schiedsleute tätig. Die in Berlin ansässige Verbraucher Initiative kümmert sich um Streitigkeiten infolge von Einkäufen im Internet - und schlichtet ausschließlich per Mail. Die Schlichtungsstelle für online gebuchte Reisen in Bonn gibt auf ihrer Website nicht nur Auskünfte zum Verfahren, sondern auch Tipps zum Ausfüllen von Internetbuchungen.

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