Die Rendite bleibt hochSchlupfloch bei Solarförderung
Die Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom vom eigenen Hausdach wird am 1. Juni um 16 Prozent gekappt. Für viele Immobilienbesitzer gibt es jedoch eine lukrative Alternative.
Am ersten Juni fällt für Eigenheimbesitzer der Hammer. Dann wird die Solarstrom-Förderung um 16 Prozent gekürzt. Wer eine Photovoltaikanlage bereits geplant hat, sollte bei der Umsetzung bis spätestens Ende Mai fertig sein und die Anlage vor dem Stichtag am Netz haben. Vor dem 1. Juni beträgt die Einspeisevergütung noch 39,14 Cent, danach werden es nur noch 32,88 Cent pro Kilowattstunde sein. Darauf hat sich die schwarz-gelbe Regierungskoalition verständigt.
Die Stiftung Warentest geht davon aus, dass sich die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach bei südlicher Ausrichtung und keiner Verschattung immer noch lohnt. Allerdings fällt die durchschnittliche Rendite von bislang sieben bis acht Prozent auf fünf bis sechs Prozent pro Jahr. In Zeiten magerer Zinsen bei der Geldanlage kann die Solarstromerzeugung ein lukratives Geschäft bleiben.
Nichts überstürzen
Wer jetzt noch nicht mit der Planung begonnen hat, sollte nichts überstürzen, rät das Fachmagazin "Photon". Die Experten gehen davon aus, dass die Anlagenpreise durch den Zeitdruck bedingt jetzt leicht steigen und die höhere Vergütung auffressen könnten. Für Anlagen, die nach dem Stichtag geplant werden, sollten die Preise um zehn bis 15 Prozent fallen, so die Prognose. Die Stiftung Warentest ruft als Richtwert einen Anlagenpreis von 3000 Euro pro installiertem Kilowatt Leistung aus. Wer wesentlich mehr ausgibt, kann nicht mehr mit einer vernünftigen Rendite rechnen.
Als lukratives Schlupfloch könnte sich künftig auch der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms entpuppen. Dieser hat sich durch die hohe Einspeisevergütung in der Regel nicht gerechnet. Eigenverbrauch heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass man quasi nur den selbst produzierten Strom verbraucht und dabei den Einkaufspreis seines Stromanbieters spart, sondern man erhält für jede eigenverbrauchte Kilowattstunde Strom noch eine zusätzliche Vergütung oben drauf. In einer Beispielrechnung kalkuliert die Stiftung Warentest mit einem Strompreis von 22 Cent pro Kilowattstunde, der jährlich um drei Prozent steigt. Wer die Hälfte des eigenproduzierten Stroms selbst verbraucht, wären so noch über acht Prozent Rendite möglich.
Eigenverbrauch und Einspeisung
Die Installationskosten einer Anlage, die den Eigenverbrauch berücksichtigt, ist etwas teurer, da ein anderer Stromzähler zum Einsatz kommen muss. Nicht verbrauchter Strom wird aber weiterhin in das öffentliche Stromnetz zum regulären Vergütungssatz eingespeist.
Bei der Kalkulation sollte man zwei Dinge berücksichtigen. Wird zum Beispiel die Hälfte des Strombedarfs aus der Solaranlage gedeckt, erhöht sich auch der Preis, zu dem man den restlichen Strom einkaufen muss, da die Stromanbieter bei größerer Abnahme günstigere Preise anbieten. Darüber hinaus sollte man sich bewusst sein, wie viel eigenproduzierten Strom man realistisch selbst verbraucht. Das hängt im hohen Maß von den persönlichen Lebensumständen ab. In einem vierköpfigen Haushalt, wo beide Elternteile arbeiten und die Kinder den ganzen Tag ebenfalls nicht Zuhause sind, kann nicht viel selbsterzeugter Strom verbraucht werden, da dieser nirgends gespeichert werden kann. Der meiste Strom wird aber im Beispielfall morgens und abends verbraucht, wenn es draußen dunkel ist und die eigene Anlage keinen oder nur wenig Strom liefert.
Lukrativ hingegen ist der Eigenverbrauch dann, wenn zum Beispiel von Zuhause aus gearbeitet oder im Haus sogar ein Geschäft oder Gewerbe betrieben wird, dass den ganzen Tag mit Strom versorgt werden muss. In diesem Fall dürfte die alleinige Einspeisung ins Stromnetz kaum noch eine Rolle spielen.