n-tv Depot-Contest: Anleihen gut fürs Depot?
Die Spatzen pfeifen es von Baumkronen und auf Gehwegen: Sachwerte sind gefragt in diesen unsicheren Zeiten - nicht nur bei Finanzprofis. Also: Aktien, Immobilien, Edelmetalle. Anleihen oder Renten hingegen, scheinen angesichts mickriger Zinsen und gestiegenem Ausfallrisiko momentan mega-out zu sein.
Selbst Staatsanleihen sind nicht mehr sicher und die Inflationsgefahr nimmt zu. Auch ein Anleihenprofi wie Andreas Enke von der Geneon Vermögensmanagement aus Hamburg kann die Zurückhaltung des Privatanlegers verstehen …
Andreas Enke, Geneon Vermögensmanagement: "Viele Menschen suchen für ihreGeldanlage den sicheren Hafen. Gewünscht sind Zinserträge und eine garantierteRückzahlung zu einem festen Zeitpunkt. Durch die Finanzkrise ist dies extremschwer, wenn nicht unmöglich geworden. Wenn die Rückzahlung wirklich sichersein soll, ist die Rendite extrem gering. Ich kann verstehen, wenn einPrivatkunden sagt: ich kaufe keine Anleihen mehr! Aber welche Alternative hater denn, wenn er nicht in die Aktie gegen will? Für die meisten Privatanlegererscheint das Festgeld derzeit noch als die beste aller Möglichkeiten, auchwenn noch nicht einmal die Inflationsrate erreicht wird."
Das kann dann auch nicht richtig sein! Und so bleiben Enke und seine Kollegen von Geneon der Anlage in Anleihen treu. Anleihen sind interessant - auch wenn sie nicht mehr pauschal der berühmte sichere Hafen sind.
Andreas Enke, Geneon Vermögensmanagement: "Es ist weiterhin möglich, mitAnleihen Geld zu verdienen, aber es ist in Zeiten extrem niedriger Marktzinsenschwieriger geworden. Die Gewinne können somit kaum noch aus den Ausschüttungender Anleihen kommen, sondern aus den Kursgewinnen, den Marktbewegungen."
Es braucht die richtige Strategie! Die Vermögensverwaltung Geneon investiert insgesamt in neun verschiedene Anleihenmärkte. Darunter fallen Staatsanleihen, Bundesanleihen, inflationsgeschützte Anleihen, Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und Wandelanleihen.
Die Auswahl erfolgt rechnergestützt über ein Trendfolgesystem mit riesiger Datenbasis. Dabei werden nun eben nicht einzelne Anleihen sondern ganze Märkte ausgewählt!
Andreas Enke, Geneon Vermögensmanagement: "Wenn es so ist wie jetzt, dass Staatsanleihen im Euroraum inZweifel gezogen werden und somit Kursverluste ausweisen, dann sind wir dortnicht investiert. Wir gehen in Märkte, die im Moment laufen. Das sind derzeit außereuropäischeAnleihenmärkte, Inflations- , Unternehmens- und Wandelanleihen. Dort können sieGeld im Moment verdienen!"
Das Investieren erfolgt dann wie im Depot-Contest auch – hauptsächlich über passive Indexfonds, die sogenannten ETFs. Sollte sich an einem Markt wie derzeit bei Unternehmensanleihen eine Blase bilden, ist auch das kein Problem. Die Indexfonds werden dann rechtzeitig verkauft.
Für den Privatanleger heißt das aber auch, er kann diese Strategie kaum für sich umsetzen. Dazu fehlen ihm Zeit und Mittel. Er könnte höchstens in einen Renten- oder Mischfonds investieren.
Welche Anlagen sich künftig wo und wie besonders lohnen werden, sagt man in Hamburg nicht. Marktprognosen spart man sich ganz einfach.
Andreas Enke, Geneon Vermögensmanagement: "Wir reagieren auf die Märkte,so, wie sie denn passieren werden. Wir halten das Visier offen, dieAnlageentscheidungen können täglich revidiert werden. Und das ist gut so. Dennkeiner weiß, wo es hingeht!"
Jeder muss sich eben auf seine individuelle Anlageform konzentrieren. Auf Sachwerte oder Anleihen, die von Profis gemanagt werden. Nur gar nichts zu tun, könnte sich später einmal als fatal erweisen!
Quelle: n-tv.de

