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"Ratgeber Freizeit & Fitness" vom 30.11.2012 (Wdh. 01.12.): Der Traum vom Tauchen

So langsam aber sicher kommt die Winterzeit. Ab ins Warme, denken sich da viele, und buchen einen Urlaub nach Ägypten, Bali und Co. Und gerade die ferneren Ziele locken mit einer wunderbaren Unterwasserwelt. Ein Paradies für Taucher! Doch wie schnell kann man Tauchen eigentlich lernen? Wie viel kostet ein Kurs und auf was sollte man bei der Auswahl der Tauschschule achten? Unsere Reporterin Anna Schubert ist für Sie abgetaucht!

Magische Momente in einer anderen Welt, Schwerelosigkeit, der eigene Atem ist Dein Takt. Und ich mittendrin! Im Abenteuer Tauchen. Nervöses Kribbeln im Bauch, Anspannung und trotzdem Vorfreude. Wer tauchen lernt, stößt oft an Grenzen, aber öffnet den Blick für Neues. Eine faszinierende Erfahrung! 

Anna Schubert, n-tv Reporterin: "Ich bin echt aufgeregt - gleich mache ich meinen ersten Freiwasser-Tauchgang. Und wenn ich den schaffe, dann habe ich den Anfängerkurs für Taucher bestanden. Doch davor musste ich erstmal lernen, wie man sich mit dieser kompletten Ausrüstung unter Wasser bewegt. Und das machen Tauchanfänger wie ich nicht im See, sondern ganz unromantisch in einem Hallenbad."

Aller Anfang ist schwer

Mein Tauchlehrer Boris hilft mir bei meinem ersten Einstieg. Gar nicht so einfach für uns Neulinge, das Gleichgewicht zu halten!  Während ich die ersten Schnorchelversuche starte, kommen auch meine Tauchkollegen ins Wasser.

Erste Lektion: Unter Wasser immer gleichmäßig weiter atmen. Trotz der Luftversorgung halten viele Anfänger nämlich die Luft an.  Jetzt wird's ernst! Ich tauche das erste Mal so richtig ab! Dabei ist Fingerspitzengefühl ganz wichtig. Je nachdem, ob ich rauf oder runter will, muss ich meine Tarierweste mit Luft füllen beziehungsweise Luft rauslassen.

Das nennt man in der Tauchersprache Tarierung! Zusammen mit Boris komme ich bei meinen Mitstreitern an. Christian, Andreas und Fabian warten schon in vier einhalb Meter Tiefe!

Auf unserem Tauchkurs-Stundenplan stehen am ersten Tag verschiedene Übungen. Eine davon ist das Ausblasen der Maske.  Dafür muss ich sie mit Wasser volllaufen lassen. Das kostet ganz schön Überwindung.

Doch die Lösung ist einfach: Den Maskenrand oben leicht andrücken, Gesicht in den Nacken legen und durch die Nase ausatmen -  und schon hat der Taucher wieder klare Sicht! Doch was sind die Hauptprobleme für Tauchanfänger:

Boris Schnitger, Tauchlehrer:  "Man hat das Gefühl, es ist lebensfeindlich. Atemregler im Mund, die neuen Übungen, die einem bevorstehen, das gibt einem Unsicherheit und letztendlich ist es eigentlich viel mehr eine Sache, die im Kopf stattfindet. Dass man sich gut betreut fühlt und dadurch dann die Sachen gut umsetzen kann."

Im Tauchsport ist Vertrauen das A und O. Einen Anfängerkurs gibt es übrigens in Deutschland ab 350 Euro. Doch worauf sollte ich achten, wenn ich im Ausland tauchen lernen möchte?:

Boris, Tauchlehrer: "Was da gut ist, wenn Du hingehst und sagst, Du nimmst SSI, das ist Scuba Schools International, Padi, ist halt ein ganz großer Verband oder dementsprechend CMAS. Das sind so weltweit die drei größten Verbände. Und da ist dann schon relativ eine hohe Garantie, dass du wirklich eine vernünftige Ausbildung erhälst." (weitere Infos zur Ausbildung und Organisationen s.u.)

Bei einer Tauchbasis kann man sich auch die Ausrüstung leihen. Denn eine eigene kann teuer werden: Von der Flosse über den Neoprenanzug bis zum Tauchcomputer. Je nach Anspruch kostet das Equipment leicht über 1000 Euro.

Unser Tauchlehrer Boris nimmt uns jetzt richtig ran. Was tun, wenn man keine Luft mehr bekommt und wie funktioniert ein Notaufstieg?

Ohne Theorie geht nichts

Es ist schon acht Uhr abends, aber der Tauchtag ist noch nicht vorbei. Denn wer Tauchen lernen will, der muss auch die Theorie beherrschen und deswegen begleitet mich seit einer Woche ein Theoriebuch - und ich muss heute noch die Schulbank drücken. Wir schreiben nämlich heute noch eine Prüfung.

Denn Tauchen ist nicht nur Spaß. Als Taucher sollte man wissen, wie der Körper auf den Druck in der Tiefe reagiert. Wer gut ausgebildet ist, kann dann Unfälle wie beispielsweise Überdruckverletzungen der Lunge vermeiden. Und man sollte körperlich fit sein.

Auch ich musste eine Tauch-Tauglichkeitsuntersuchung beim Arzt machen.

Nach bestandener Theorieprüfung geht es ab in den See!

Tauchen im See

Tauchlehrer Boris: "Also großer Unterschied wird die Temperatur sein, das heißt, der See ist da unten vier Grad kalt. Vorteil wird sein, wir werden uns aufrüsten mit einem dickeren Neopren und dadurch werden wir das ganze einigermaßen erträglich oder angenehm gestalten können. Vorteil gegenüber Pool: wir müssen keine Kacheln mehr zählen, sondern werden die Natur zu Gesicht kriegen"

Und was haben wir für ein Glück mit dem Wetter: 22 Grad, Indian Summer am Blindsee in Tirol. Aber erst einmal mach ich das, was alle Taucher machen müssen: Das Tauchgerät zusammenbauen!

Dazu gehört: Die Pressluftflasche fest an der Tarierweste befestigen, den Atemregler am Tauchgerät anschließen und prüfen, ob die Luftversorgung auch wirklich funktioniert!

Mit einem dicken Neopren-Anzug, einem Overall drüber und Handschuhen ist das gar nicht so einfach. Ganz wichtig: der Check, den ich mich einem Mitstreiter mache - ein letztes Mal kontrollieren, ob alles richtig sitzt. Tauchen gehen sollte man nämlich immer nur im Team: denn "Tauchbuddies" passen aufeinander auf und sorgen so für mehr Sicherheit!

Der Blindsee macht den Freiwassertauchgang zum Erlebnis für uns Anfänger. Fast mühelos tauchen wir tatsächlich in 12 Metern Tiefe. Das harte Training im Pool hat sich ausbezahlt.

Und auch Tauchlehrer Boris ist mit uns zufrieden. Als wir nach oben kommen, steht fest: Wir sind echte Taucher! 

Am Ende eines langen Tauchtages fehlt nur noch eines: Wir müssen unsere Log-Bücher ausfüllen. Tauchzeit, Flaschendruck oder Wassertemperatur: Wichtige Fakten, um das nächste Taucherlebnis sorgfältig planen zu können!

Anna Schubert, n-tv Reporterin:

"Ich bin jetzt ganz offiziell Open water diver. Mit dieser Karte darf ich 18 Meter tief tauchen, natürlich immer in Begleitung. Und ich werde schon mal meinen Tauchurlaub planen. Bis dahin heißt es aber, üben, üben, üben! Ich freu mich drauf! "

Weitere Infos

Ein Tauchkurs kann als Gruppen- oder Einzelkurs über mehrere Wochen, als Wochenend- oder Kompaktkurs, z. B. im Urlaub besucht werden. Oft sind Kombinationen möglich. Die bekanntesten Organisationen, die Taucher ausbilden, sind ...

... beim Sporttauchen:

- kommerzielle Ausbildung: CMAS, DIWA, NAUI, PADI, SSI

- ehrenamtliche Ausbildung: CMAS, VDST

... und beim Technisches Tauchen:

- IAC Tec, DIWA, GUE, NAUI Tec, PADI TecRec, SSI, TDI

- International werden die meisten Taucher nach PADI und SSI ausgebildet. In Deutschland bildet die Mehrzahl der Vereine nach den CMAS-Richtlinien aus. Die beiden größten nicht-kommerziellen Ausbildungsorganisationen in Deutschland sind der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und die DLRG, die in der CMAS Germany sind.

Quelle: Wikipedia

Quelle: n-tv.de