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Neuer Look: Designobjekt "Küche"

Wer designt eigentlich Backöfen, Kochfelder und Kaffeeautomaten? Stardesigner wie Philip Starck kennt man ja, aber Gestalter von Küchengeräten? Dabei haben sich gerade Küchengeräte längst zu edlen Designobjekten entwickelt, die die Wohnküche aufwerten. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und den Chefdesigner eines großen Herstellers von High-End Geräten getroffen.

Man kennt sie nicht. Denn sie gestalten nicht fürs eigene Designer-Image. Leute wie Sven Baacke prägen Marken. Er ist Chefdesigner bei Gaggenau, der kleinen, aber feinen Manufaktur für edle Küchengeräte. Im Hauptstandort der Produktion, im kleinen Ort Lipsheim im Elsass.  

Sven Baacke, Chefdesigner: „Ich glaub, als ich angefangen hab, hatte ich mir das nicht vorstellen können, Küche das gibt doch nicht soviel her. Aber auch in Verbindung mit der Marke, für die ich jetzt arbeiten darf, ist das inzwischen schon mein Traumjob geworden.“

Neben dem Gerätedesign verantwortet Sven Baackes Team auch die Gestaltung von Showrooms und Messeauftritten wie auf der imm Cologne. Ein ganzheitliches Konzept. Design ohne modischen Schnickschnack. Die große Kunst des Designers: das Weglassen.

Sven Baacke, Chefdesigner: „Unsere Formensprache würde ich beschreiben als puristisch, sehr reduziert, zeitlos und auch immer sehr authentisch, was Materialien und Formen angeht.“

Bereits als Student hat Sven Baacke Küchen entworfen. Für sein Diplom zum Beispiel. Und schon damals sammelte er Preise. Für dieses Konzept mobiler Kochmodule wurde er bei einem Gaggenau Workshop ausgezeichnet. Er war wohl von Kindesbeinen an kücheninfiziert.

Sven Baacke, Chefdesigner: „Das Interesse kam erstmal, dass ich selber gerne gekocht hab, auch in  unserer Familie viel gekocht wurde. Und dieser Vorgang des Kochens und der Küche und des Küchenraumes hat mich sehr fasziniert.“

Viel unterwegs zu sein gehört zum Geschäft. Das Designteam sitzt zwar am Hauptsitz des Unternehmens in München. Aber wer Hightech-Geräte gestaltet, muss auch technische Abläufe kennen, mit den Entwicklungsabteilungen, aber auch dem Marketing zusammenarbeiten. Innovationen gestalten in neuem Look ist immer ein Spagat. Denn Nutzer sind Gewohnheitstiere. Traditionelle Kunden muss man mit den neuen Zielgruppen von ipad-Usern unter einen Hut bringen.

Sven Baacke, Chefdesigner: „Bei Gaggenau ganz traditionell ist der Bedienknebel, der sich seit Jahren auch durch die Geräte durchgezogen hat. Jetzt hat sich die Technik natürlich geändert, neue Funktionen sind dazu gekommen, es gibt Touchdisplays. Wie haben uns trotzdem dazu entschlossen, die klassischen Bedienknebel beizubehalten,  also diese Funktion zu behalten, aber zu erweitern um ein Display, was auch ein Touchdisplay ist. Dadurch, dass wir sehr viele verschiedene Geräte haben,  haben wir darauf geachtet, dass die ganzen Userinterfaces gleich funktionieren, d.h. der Kunde, wenn er den Backofen bedienen kann, kann er auch den Dampfbackofen bedienen, oder die Mikrowelle oder auch die Kaffeemaschine.“

Und woher kommen die Inspirationen?
Sven Baacke, Chefdesigner:  „Sie werden lachen, aber unter anderem beim Kochen. Auch da, aber auch bei ganz artfremden Geschichten, wie bei Mode, Kunst, oder einfach im Wald, also wirklich ganz andere Dinge tun.“

Wer so neugierig durch die Welt geht und auch mal über den eigenen Tellerrand schaut, der bleibt auch mit Herzblut beim Thema Küche.

Quelle: n-tv.de