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"Ratgeber Test" vom 10.01.2013 (Wdh. 11.01.): Die besten Kartoffel-Chips

Ob auf einer Party oder daheim vor der Glotze - rund 1 Kilogramm Chips isst jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Und damit schlagen wir alle Warnungen in den Wind, die uns das Kartoffel-Produkt als Kalorien-Bombe und übermäßig schadstoffbelastet vergällen wollen.

Die gute Nachricht: ein Test der "Stiftung Warentest" gibt Entwarnung bei den Schadstoffen. Die schlechte Nachricht: Chips machen immer noch dick.

Sie knuspern im Mund und krachen im Ohr - Kartoffelchips gehören nach wie vor zu den liebsten Knabbereien der Deutschen. Aber was macht gute Chips überhaupt aus?

Es ist nicht reine Geschmackssache - es gibt auch Qualitätsunterschiede. Die Stiftung Warentest hat einen großen Kartoffelchipstest gemacht. Das Ergebnis: Die meisten Chips können sich sehen lassen.

Janine Schlenker, Stiftung Warentest: "Das Ergebnis war recht erfreulich. Über die Hälfte der getesteten CHips schnitt mit einem guten Testergebnis ab. Es waren wenig Schadstoffe vorhanden, die Fettqualität war insgesamt recht gut. Und egal, ob sie Stapelchips, Paprikachips oder fettreduzierte Chips kaufen - es gibt in jeder Gruppe gute Chips."

Kategorie 1: Herkömmliche Paprikachips

Testsieger hier ist ein Markenprodukt: "Chipsfrisch Ungarisch" von Funnyfrisch. Sie konnten mit einem würzigen und leicht salzigen Geschmack überzeugen, gehören aber zu den teuren unter den Paprikachips: 2,39 Euro kostet die Packung im Schnitt. Deutlich günstiger und fast genau so gut lässt es sich zum Beispiel mit den Paprikachips von Rewe knuspern - schon für 75 Cent gibt es hier eine Tüte.

Janine Schlenker, Stiftung Warentest: "Es gab keine großen Qualitätsunterschiede zwischen Markenprodukten oder den  No-Name-Produkten. Beide brachten gute Produkte hervor. Einzig und allein der Preis ist entscheidend. Die Markenprodukte sind etwas teurer als die No-Name-Produkte."

Kategorie 2: Fettreduzierte Chips

Eine leichte Knabberei sind Chips ganz generell nicht gerade, für Figurbewusste gibt es deshalb fettreduzierte Varianten. Doch bringen die auch was?

Janine Schlenker, Stiftung Warentest: "Geschmacklich können die Light-Chips durchaus mit den herkömmlichen Paprikachips mithalten. Man spart auch bis zu ein Drittel an Fett ein, aber man muss wissen, dass man nicht genau so viel an Kalorien einspart, das sind dann nur um die zehn Prozent."

Möchte man die aber auf jeden Fall sparen, empfiehlt es sich zu den "Feurich Easy Chips" von Aldi Nord zu greifen. Sie schneiden im Test am besten ab und sind mit am günstigsten. Auf Platz zwei: die "Chrunchips Light" von Lorenz. Sie sind mit 1,89€ pro Tüte aber fast doppelt so teuer.

Kategorie Nummer 3: Stapelchips

Sie werden  im Gegensatz zu Kartoffelchips aus Kartoffelpüree-Pulver hergestellt und schmecken laut Stiftung Warentest deswegen weniger nach Paprika. Selbst der Testsieger von Aldi Nord hat deswegen nur mittelmäßig im Test abgeschnitten.

Einzige Ausnahme in Sachen Geschmack: Die Stapelchips von Pringles. Allerdings haben die einen anderen großen Mangel.

Janine Schlenker, Stiftung Warentest: "Die Pringle Stapelchips Paprika überzeugten uns geschmacklich, sie schmeckten aromatisch nach Paprika, waren leicht gesalzen. Aber in punkto Schadstoffe schnitten sie nur ausreichend ab und dann eben auch im gesamten Test-Qualitätsurteil nur mit ausreichend."

Kategorie 4: Bio-Chips

Die Bio-Produkte gehören zu den Testverlierern. Sie konnten weder in Geschmack, noch in Qualität überzeugen.

Janine Schlenker, Stiftung Warentest: "Sie waren bitter, alt, dumpf, manche schmeckten leicht ranzig, andere waren wenig knusprig, leicht pappig. Das darf natürlich bei Kartoffelchips nicht der Fall sein. Und desweiteren hatten manche auch Kennzeichnungsfehler."

Sprich: Bei der Angabe der Inhaltsstoffe wurde gefuscht: Auf der Rückseite ist nur von Sonnenblumenöl die Rede, in Wahrheit stecken in vielen Bio-Chips aber auch geringe Anteile von Palmöl und Palmfett. Das Urteil der Stiftung Warentest: Mangelhaft.

Der Test zeigt also: Chips sind nicht gleich Chips. Auch wenn viele durchaus gut abschneiden. Trotzdem sollte man sich aber immer wieder selbst dran erinnern: Knabberspaß, ja! Aber am besten in Maßen!

Quelle: n-tv.de