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"Ratgeber Hightech" vom 12.11.2012 (Wdh. 13.11.): Einbrecherschutz im Test

Jetzt fängt sie an - die dunkle Jahreszeit. Und damit beginnt die Saison für Einbrecher. Grund genug, sich Gedanken zu machen, wie man Haus und Hof absichert: am besten mit jeder Menge Hightech - und so mancher Überraschung für die ungebetenen Gäste.

Sicherheitsnebel-Technik

Was man nicht sieht, das kann man auch nicht stehlen. Nach diesem Motto funktioniert die Sicherheitsnebel-Technik der Firma Protect, um Einbrecher möglichst schnell aus der eigenen Wohnung zu vertreiben. Der Nebel macht sie orientierungslos, instinktiv streben sie zum Ausgang, ein Reflex, der durch Blitzlichtgewitter und laute Signaltöne noch verstärkt wird.

Valentin Siedler, Protect Suisse: "Der Nebel nimmt Einbrechern die Sicht. Darüber hinaus kann man ihm mit Blitz und akustischen Signalen der Aufenthalt in diesen Räumen so unangenehm gemacht werden, dass er sie so schnell wie möglich wieder verlässt – das ist unser Ziel."

Dabei ist der Trocken-Nebel nach Angaben des Herstellers gesundheitlich völlig unbedenklich. Die Größe der Nebelkanonen für die heimischen vier Wände richtet sich ganz nach dem geplanten Einsatzort. Kombiniert mit herkömmlichen Einbruch-Meldeanlagen verfehlt die Technik ihre Wirkung nur selten, zumal Einbrecher - wie bei diesem Einbruch in ein Kaufhaus - auf diese Art der Abwehr überhaupt nicht vorbereitet sind.

Valentin Siedler, Protect Suisse: "Man braucht als Grundlage eine Alarmanlage und Bewegungsmelder, die einen Einbruch melden, und dann geht das ganze Spiel los."

Funkalarm-System

Statt auf Nebel setzt die Firma Abus auf ein Funkalarm-System. Dieses verwandelt Mobilgeräte der Hausbewohner wie Tablet oder Smartphone in eine eigene Sicherheitszentrale für unterwegs. Über Funk vereint das Abus-Alarmsystem den mechanischen Schutz mit einer Videoüberwachung plus Zutrittskontrolle, um damit Einbrechern das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Dr. Marc Schacherer, Bereichsleiter Vertrieb Abus Security-Center: "Der Einbrecher versucht in aller Regel, mit einem Schraubenzieher das Fenster aufzuhebeln. Der mechatronische Melder verhindert das bis zu einer Tonne Messdruck. Und gleichzeitig meldet die Alarmanlage den Versuch, somit geht die Sirene an und der Stressfaktor ist so hoch, dass der Einbrecher dann schon flieht."

Für mehr Sicherheit im Haus soll auch die Abschaffung der Schlüssel sorgen. Stattdessen übernehmen Apps für Mobilgeräte die Schließfunktion über Funkzylinder.

Elektronischer Türspion

Wem das noch zu aufwändig ist, kann sich vielleicht mit dem Elektronischen Türspion anfreunden, der die Vorgänge vor der Haustür auch bei Abwesenheit filmen und speichern kann.

Zudem lassen sich Fenstergriffe nun durch Hightech-Griffe mit Alarmfunktion nachrüsten, die bis zur Schmerzgrenze piepsen können, wenn am geschlossenen Fenster gerüttelt wird…

Sebastian Brose, VdS: "Grundsätzlich sollte man schon im eigenen Interesse daran denken, immer Fenster und Türen zu verschließen, keine Fenster gekippt zu lassen und die Haustür immer abzuschließen, damit die Versicherung hinterher auch nicht die Regulierung verweigern kann."

Doch der schönste Schutz nützt nichts, wenn Bewohner Einbrechern Tür und Tor öffnen, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken, indem sie dort ständig ihren aktuellen Aufenthaltsort posten.

Sebastian Brose, VdS Köln: "In England hat es mal einen Fall gegeben, bei dem eine Versicherung ihre Prämien erhöht hat für Leute, die ihre Positionsdaten gepostet haben, weil damit ein Anbieter im Internet diese Daten gesammelt hat und in eine Googlekarte angezeigt hat, wo leerstehende Häuser sind."

Elektronischer Hund

Der Tipp hier: die Fotos erst nach der Rückkehr einstellen – oder einen Hund anschaffen. Den gibt es inzwischen auch in der elektronischen Ausführung zur gezielten Einbrecherabwehr.

 Tim Bell, Indexa: "Unser Gerät simuliert: hier ist ein Hund im Haus. Wir haben festgestellt, dass Einbrecher lieber zum Nachbarn gehen, wenn sie wissen, hier ist ein Hund im Haus."

Auf der Security-Messe in Essen hat der elektronische Wachhund seinen Test jedenfalls bestanden…

Weitere Infos um Haus und Wohnung sicherer zu machen,  gibt es bei der "Initiative für den aktiven Einbruchschutz" und beim "Prüfinstitut VdS"

Quelle: n-tv.de