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"Ratgeber Test" vom 22.11.2012 (Wdh. 26.11.): Fitness - draußen in Schwung kommen

Es ist kalt draußen und dunkel und überhaupt furchtbar ungemütlich. Was für eine prima Ausrede, dass wir uns die nächsten Wochen nicht mehr mit Sportschuhen und Trainingssachen vor die Tür wagen müssen. Wir versprechen Ihnen: Sie verpassen etwas! Denn es gibt da draußen viel interessantere Möglichkeiten sich fit zu halten, als einfach nur zu joggen. Denn immer nur joggen ist auf die Dauer sehr eintönig. Simon Mehl testet für uns heute Outdoor-Alternativen.

Simon Mehl: "Ich mach sehr gerne draußen Sport, eigentlich fast nur. Ich bin sehr gespannt, wie die verschiedenen Sportarten die Umgebung draußen nutzen, wie sie mich fordern."

Trimm Fit-Geräte

Los geht es mit Trimm Fit-Geräten: wie in Köln stehen solche Geräte in verschiedenen deutschen Städten. Umsonst und draußen ist die Devise, ganz ohne Trainer, alles auf diesen Schildern erklärt.

In nur 7 ½ Minuten, so verspricht es das Konzept, ist ein Ganzkörpertraining möglich: fünf Grundübungen für Bauch, Beine, Rücken und Po. Wer Abwechslung ins Training bringen möchte, nimmt zusätzlich ein Gummiband und erhöht damit den Widerstand.

Simon Mehl: "Die siebeneinhalb Minuten, die hier für den Kraftzirkel angegeben sind, sind eine realistische Angabe. Allerdings habe ich gemerkt, dass es schon unterschiedlich anstrengende Übungen waren, manche waren schon sehr anstrengend, wenn man davon 12 - 15 Wiederholungen macht, was eigentlich einem Kraftausdauertraining entspricht."

Genau diese Variationsmöglichkeit gehört zum Konzept. Mit ausgedacht hat sich das Ben Schneider.

Ben Schneider, Personal Trainer: "Die Herausforderung liegt auch darin, eine breite Masse von ihrer Leistungsfähigkeit abzuholen. Es kann ja auch sein, dass ich mich weiterentwickle, in der Kraft mich verbessere, dann kann ich nicht immer auf derselben Stufe trainieren. Das heißt, bei der Basisübung Ruderzug als auch Liegestütze kann ich mich immer weiter runter bewegen, die Handstützen unten benutzen im Grunde um mich somit mit der Schwerkraft auseinanderzusetzen, einfach mehr Widerstand in der trainierenden Muskulatur produziere."

Bootcamp

Nach dem Solotraining will sich Simon in der Gruppe austoben. Beim Bootcamp - einem intensiven Kraft- Ausdauer- und Herztraining. Und das sind erst die Aufwärmübungen.

Christoph Adelmann, Bootcamp-Trainer: "Bei uns werden die Leute in zwei Monaten mit zwei wöchentlichen Trainingseinheiten super fit. Durch gezielte Ernährung noch dabei und verlieren oft ziemlich viele Pfunde noch, was auch sehr wünschenswert ist. Und lernen viele Leute kennen. Es sind immer neue Leute dabei, wo immer neue Freundschaften entstehen." Das Ganze für 11 Euro die Stunde. Keine andere Sportart soll so viele Kalorien verbrennen wie das Bootcamp. Nicht nur der Trainer, auch die Gruppe spornt an. Nach 60 Minuten Training sind alle erschöpft, aber glücklich.

 

Simon Mehl, Sportwissenschaftler: "Das war sehr intensiv, ohne viel Pausen, richtig durchgepowert, ich bin jetzt nicht komplett zerstört, dass ich jetzt nach Hause kriechen müsste, aber bin auch nicht mehr topfit."

Tai Chi

Nachdem Simon beim Bootcamp so an seine Grenzen gegangen ist, gönnt' er seinem Körper beim Tai Chi ein bisschen Ruhe. Eine alte Kampfkunst aus dem 15. Jahrhundert, die heute so friedfertig aussieht.

Heiko Baumann, Tai Chi-Lehrer: "Tai Chi ist sehr einfach. Man braucht einfach nur einen Platz und kann das machen. Man braucht keine Geräte. Man kann das mit Geräten machen, man kann auch Schwertform machen, Säbelform...Man braucht noch nicht mal einen ebenen Untergrund. Ja, wie hier auch. Man kann das überall draußen machen."

Traditionell wird Tai Chi draußen praktiziert. Es erfordert Konzentration sich nicht von der Umwelt ablenken zu lassen.

Heiko Baumann, Tai Chi-Lehrer: "Tai Chi ist für alle. Es gibt eigentlich keinen Grund, der gegen Tai Chi spricht. Also ich hab auch Leute mit nem Rollator, die kommen zum Unterricht, ich hab Leute mit einem Arm. Ich hatte auch schon Leute, die können kaum gucken, die haben auch Tai Chi mitmachen können. Also es gibt keinen Grund, der dagegen spricht." 10 Einheiten kosten 110 Euro.

Simon Mehl (zum ersten Mal beim Tai Chi): "Man muss sich einfach sehr konzentrieren und sich auch darauf einlassen, alles andere um sich herum ausblenden und sich jetzt nicht denken, dass man gerade blöd aussieht in der und der Position, sondern sich darauf einlassen und dann wird das auch."

Fazit: Sport an der frischen Luft ist mit Herbstlaub mindestens so schön wie im Sommer. Und mit diesen Sportarten wird es auch garantiert nicht eintönig.

Quelle: n-tv.de