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Verdienstmöglichkeiten 2.0: Geld verdienen mit Apps

Bochum Innenstadt - Shoppingparadies, Flaniermeile - ein Ort, an dem man normalerweise nur Geld ausgibt. Glaubt man neuen Apps wie Streetspotr und Appjobber kann man hier aber - quasi im Vorbeigehen - auch Geld verdienen.

Mirja Tappe, Reporterin: "Ob das Geld hier wirklich auf der Straße liegt, das werde ich heute testen. Ich habe mein Handy dabei, ich hab ganz viel Zeit. Also eigentlich die optimalen Voraussetzungen, um hier ein bisschen was zu verdienen."

Doch bevor ich starte, hole ich mir erstmal Rat beim Experten. Fabian Schneider von appgefahren.de hat die Apps bereits ausprobiert.

Fabian Schneider, App-Experte: "Eigentlich ist es ganz einfach - Du musst dir nur eine passende App auf dein Smartphone laden aus dem Appstore, du musst dich dann eventuell registrieren, je nachdem für welche Lösung du dich dann entscheidest."

Hat man das alles aber erledigt, dann funktionieren die Apps im Prinzip alle gleich:

Fabian Schneider, App-Experte: "Das läuft über die Ortungsdienste, da wirst du lokalisiert, wo du dich gerade befindest. Und dann wird dir angezeigt, automatisch, was dir in deiner Nähe hier für Jobs zur Verfügung stehen."

Das können ganz unterschiedliche Dinge sein - meistens Mikrojobs, für die man nur ein paar Euros bekommt. Oft muss man aber sogar erstmal kostenlos arbeiten, erklärt mir Fabian.

Fabian Schneider, App-Experte: "Es gibt einmal Jobs, wo man kein Geld verdient, sondern nur Erfahrungspunkte.. Und wenn du genügend Erfahrungspunkte gesammelt hast, dann kannst du auch Jobs annehmen, für die du einen kleinen Betrag bekommst."

Man muss sich das Vertrauen der App-Anbieter also erstmal erarbeiten. Eine klare Ansage! Ich mache mich auf den Weg zu meiner ersten Aufgabe.

Fabian treffe ich übrigens später wieder, um ihm meine Ergebnisse zu präsentieren. Jetzt heißt es für mich erstmal: Arbeiten!

Hotspots testen und Touri spielen

Mirja Tappe, Reporterin: "So, als erstes soll ich jetzt überprüfen, ob der Hotspot funktioniert."

Und das geht so: ich sehe nach, ob der Hotspot als Wlan-Netz in meinen Einstellungen angezeigt wird, dann mache ich einen Screenshot davon, quasi als Beweis, dass der Hotspot wirklich funktioniert. Zu guter Letzt fotografiere ich die Telefonsäule. Das alles lade ich bei Streetspot hoch, und innerhalb von wenigen Minuten bin ich auch schon fertig.

Mirja Tappe, Reporterin: "Meinen ersten Job habe ich abgeschlossen, das war eigentlich kurz und schmerzlos. Alledings habe ich jetzt auch noch nichts verdient. "

Ich habe lediglich 50 Streetpoints gutgeschrieben bekommen - also weiter zu Job Nummer zwei!

Diesmal heißt es: Spiel Touri in deiner eigenen Stadt! Ich soll die Pauluskirche fotografieren, und zwar aus unterschiedlichen Positionen. Danach muss ich noch beschreiben, wie das Wetter zu dem Zeitpunkt ist, als ich die Aufnahme mache. Der Lohn: wieder 50 Streetpoints.

Mirja Tappe, Reporterin: "Der zweite Job war auch überhaupt gar kein Problem. und jetzt habe ich sogar so viele Streetpoints gesammelt, dass ich jetzt auch für die Jobs freigeschaltet werde, bei denen man wirklich Geld verdienen kann."

Da das aber ein bisschen dauert, mache ich erstmal eine Pause. Trotzdem will ich nicht untätig rumsitzen: Zeit ist schließich Geld! Ich probiere eine zweite Möglichkeit aus, um im Internet Geld zu verdienen: Einige Online-Portale bieten ebenfalls Mikrojobs an.

Trailer schauen und Meinungsumfragen

Zum Beispiel flimmer.de, hier schaue ich mir einen Kino-Trailer an und ich beantworte anschließend eine Frage dazu. Als Lohn bekomme ich 10 Cent, die auf meinem Konto gutgeschrieben werden.

Bei globaltestmarket mache ich bei einer Meinungsumfrage mit - bares Geld erhalte ich hier allerdings nicht, lediglich 35 Marketpoints.

Anders sieht das bei Questler aus: Hier wird mir eine Werbemail geschickt, für die ich, nachdem ich sie gelesen habe, und mich auf einer Internetseite registriert habe, 30 Cent bekomme. Nicht gerade ein großer Verdienst, vor allem, wenn man überlegt, dass man bei der Registrierung seine persönlichen Daten an die Betreiber herausgibt...

Joachim Vranken, Experte für Internetwirtschaft: "Die wollen was über sie erfahren. Die wollen ihre persönlichen Vorlieben kennenlernen, welche Filme sie interessieren, welche Produkte sie interessieren, damit sie möglichst zielgerichtet dann auch mit Werbung hinterher konfrontiert werden können."

Auszahlung oft problematisch

Außerdem ist auch das Thema "Auszahlung" - im Vergleich zu den Apps, bei denen ich das Geld per Paypal überwiesen bekomme - problematisch. Bei flimmer.de kann man sich seine Arbeit nur in Gutscheinen vergüten lassen, bei anderen Portalen muss man erst viele Punkte sammeln, bevor eine Auszahlung überhaupt möglich wird.

Joachim Vranken, Experte für Internetwirtschaft: "Es gibt da Anbieter, die kleine Beträge sozusagen auf Konten ansparen, wo man aber sehr viel Aufwand betreiben muss, um überhaupt an das Geld zu kommen. Meistens ist der Aufwand, den man betreiben muss, um das Geld überhaupt ausgezahlt zu bekommen, bewusst auch hochgesetzt, weil viele denken sich: Na gut, wenn das so kompliziert ist für 3 Euro, mache ich mir nicht die Mühe, das tatsächlich auch einzufordern!"

Ich beschließe: Für mich ist das nichts - und mache lieber mit den Apps weiter ...

Laden melden und Speisekarte fotografieren

Diesmal schaue ich bei Appjobber nach und finde eine Aufgabe, für die ich 1 Euro bekommen soll. Dafür muss ich nur ein neues Ladengeschäft in der Innenstadt melden. Doch dann merke ich: Das klappt überhaupt nicht, weil das Geschäft nicht eindeutig einzuordnen ist.

Mirja Tappe, Reporterin: "Tja, eigentlich wollte ich mir hier 1 Euro verdienen, indem ich die Neueröffnung dieses Geschäftes hier eingebe. Allerdings passt das gar nicht zu den Kategorien, die vorgegeben sind. Für mich heißt das: Hier ist nichts für mich zu holen, ich muss weitersuchen."

Meine letzte Station für heute: Ein Restaurant etwas außerhalb der Innenstadt. Hier gilt es, die Speisekarte zu fotografieren. Immerhin: 1,50 Euro winken dafür! Und: es funktioniert!

Mirja Tappe, Reporterin: "Hier habe ich jetzt tatsächlich mal was verdient: 1,50 Euro. Zusammen mit den anderen Sachen macht das 1,90 Euro Tagesverdienst. Ich hab aber auch ne Cola und einen Kako getrunken. Alles andere als ein lukratives Geschäft."

Mit diesem Fazit im Kopf treffe ich mich wieder mit Fabian Schneider.

Fabian Schneider, App-Experte: "Also wenn du einen neuen Job suchst, bist du da wahrscheinlich an der falschen Adresse. Aber wenn du nebenbei irgendwie ein neues Geschäft entdeckst oder eine Aufgabe siehst, wo du ein, zwei Euro mit verdienen kannst, kann man die durchaus mal mitnehmen und sich dann am Ende des Monats einen großen Eisbecher oder das Feierabendbier bezahlen lassen."

Mikrojobs - man kann mit ihnen also den einen oder anderen Euro verdienen, doch reich wird man nicht!

Mirja Tappe, Reporterin: "Ja, und auch mein Fazit ist: Das hat sich nicht wirklich gelohnt. Ich war den ganzen Tag unterwegs, hab eigentlich so gut wie nichts verdient. Ich bleib also dabei: Ich gebe lieber Geld aus in der Innenstadt, als dass ich es verdiene."

Quelle: n-tv.de