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Montag, 25. November 2013

Spektakuläre Bilder: Highspeed-Kameras im Praxistest

Platzende Ballons oder eine zerberstende Kaffeetasse - es sind faszinierende Bilder, die spezielle Kameras in Superzeitlupen einfangen können. Kleinste Bewegungen halten sie fest. Und die Kameras werden immer besser: die schnellste Kamera der Welt kann sogar einen Lichtstrahl verfolgen: sie schießt sage und schreibe 1 Billion Bilder pro Sekunde. Doch auch für Otto Normalverbraucher ist inzwischen einiges auf dem Markt...

Manches will man vielleicht nicht so genau sehen, und manches ist zugegeben ziemlich sinnlos.  Und dennoch – man schaut hin: Superzeitlupen ermögliche Anblicke, die man ohne sie einfach nicht hätte.  

Wir treffen Harald Wittwer. Er arbeitet seit vielen Jahren schon mit Highspeedkameras. Zu seinen  Kunden zählen Unis genauso wie Autohersteller. Eine seiner Kameras kostet dann auch so viel wie ein Mittelklassewagen – sie schafft immerhin 2500 Bilder pro Sekunde:  "Das Faszinierende ist wirklich, erkennen zu können, was tatsächlich passiert. In vielen Dingen denkt man einfach - na ja, da geht etwas kaputt oder da fällt was runter - aber was da genau passiert, das kann man nicht erkennen, das muss man sich dann wirklich mit einer Kamera anschauen, und das macht dann wirklich auch Spaß."

Unverzichtbare Technik

Highspeedkameras  sind in vielen Bereichen heute unverzichtbar etwa bei Crashtests,  bei Tierfilmen – oder kriminalistischen Untersuchungen. Jürgen Ernst vom Fraunhofer Institut gehört zu den Pionieren der modernen Superzeitlupe.  Er hat  die Möglichkeiten der Digitaltechnik in Kameras integriert – und damit die Superslowmo revolutioniert:  "Wir haben hier am Institut 1998 die erste farbige Highspeed-Kamera gebaut. Die hatte noch eine sehr moderate Pixelauflösung und es ging dann einfach jährlich immer weiter. Die Geschwindigkeit ist gestiegen einerseits, aber auch insgesamt die Pixel-Auflösung."

Heute sind perfekte Slowmos sogar in HD Qualität möglich – die jede Bewegung in kleinste Sequenzen aufteilen. Und während die schnellste Kamera der Welt schon mit einer Billion Bilder pro Sekunde einen Lichtstrahl verfolgen kann, funktionieren einfache Zeitlupen schon bei  vielen Digitalkameras  – sogar  in Smartphones gibt es bereits Slowmo-Apps - die allerdings mit Abstrichen: "Wenn man im Consumer-Bereich von Highspeed spricht, dann sind das halt einige hundert Bilder pro Sekunde. Das wird sicherlich steigen in den nächsten Jahren, aber man hat damit auch verknüpft eine relativ niedrige Bildqualität.", so Jürgen Ernst vom Fraunhofer Institut. 

Wir wagen ein Experiment: Was passiert, wenn ein Reporter von einer Wasserbombe getroffen wird?" Er wird nass natürlich - aber dank Superzeitlupe sieht selbst das irgendwie super aus….

Quelle: n-tv.de