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Tipps für die Wohnungssuche: Ihr Recht beim Makler

Der Mann ist eine rheinische Frohnatur. Ralph Pass ist ein erfolgreicher Immobilienmakler in Köln. Doch er leidet unter dem Image seines Berufsstandes. Und der Ärger über die schwarzen Schafe in seiner Branche sitzt tief.

Ralph Pass, Immobilienmakler: "Damit haben wir sehr zu kämpfen, denn letztendlich brauchen sie nichts zu wissen, um Makler zu sein. Sie brauchen lediglich eine Genehmigung den 34C Gewerbeordnung und dann können sie als Makler aktiv werden. Im Extremfall wird dann mit Millionen hantiert und sie wissen überhaupt nicht, wovon sie reden. Das ist das, was den Beruf so negativ besetzt."

Keine Massenbesichtigungen

Wir begleiten den Kölner Makler auf einer Besichtigungstour mit einem Kunden. Erste Station - ein Appartment in einem kernsanierten Hinterhof. Der Kunde sucht eine neue Wohnung. Er ist noch unschlüssig, ob er ein Appartement mieten oder kaufen soll. Keine Massenbesichtigung, sondern individuelle Beratung für eine hochpreisige Wohnung.

Rechtsanwalt Norbert Schönleber leitete lange die Arbeitsgemeinschaft Immobilienrecht beim Deutschen Anwaltverein. Massenbesichtigungen von Mietwohnungen warnt er, bieten nur schlechte Makler an.

Norbert Schönleber, DAV: "Der gute Makler würde schon im Interesse des Auftraggebers auch des Vormieters schon eine gewisse Vorauswahl treffen. Der schlechte Makler nutzt den Massenauftrieb um dann Leute etwas unkritisch zu einer Unterschrift zu bewegen, um möglichst schnell an seine Provision zu kommen."

Provisionshöhe oft unklar

Eine Eigentumswohnung steht zum Verkauf. An Interessenten mangelt es nicht. Regelmäßig aber geraten Käufer, Verkäufer und Makler im Nachhinein in Streit. Der Grund: Die Höhe der Provision, die vom Gesetzgeber beim Immobilienverkauf nicht festgelegt ist.

Norbert Schönleber, DAV: "Weil oft die Makler keine klaren Aussagen zu ihrer Provision machen, sondern den Interessenten oft etwas im Ungewissen halten und nicht klare Aussagen treffen."

Mängel festhalten

Auch diese Eigentumswohnung bietet Anlass zu Streitigkeiten über den Preis. Vor allem das Bad ist sanierungsbedürftig. Auf diese und versteckte Mängel weist ein guter Makler den Käufer hin. Der Deutsche Anwalt Verein rät dennoch, alle Besonderheiten der Immobilie schriftlich festzuhalten.

Norbert Schönleber, DAV: "Am besten immer Erklärungen, die einem wichtig sind, schriftlich zusichern lassen. Am besten im notariellen Kaufvertrag."

Ende der Maklertour. Vor der Unterschrift unter einen Vertrag sollte Sie diesen aber noch rechtlich prüfen lassen. Das erspart Ihnen Ärger.

Quelle: n-tv.de