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"Action" unterm Dach: Indoorsportarten im Test

Die Zeiten, in denen beim Surfen, Tauchen oder Fallschirmspringen im Winter eine Zwangspause eingelegt werden musste, sind lange vorbei. Denn inzwischen werden auch Sportarten überdacht angeboten, von denen man es so gar nicht erwarten würde. Ob der Indoor-Sport aber hält, was er verspricht?

Egal ob Fliegen wie im freien Fall oder Tauchen in einer atemberaubenden Unterwasser-Landschaft. Wer glaubt, er müsste dafür erst auf den Sommer warten, liegt weit daneben. Denn diese Sportarten werden inzwischen auch ganz bequem überdacht angeboten. Ob die sogenannten Indoor-Sportarten mit den entsprechenden Outdoor-Varianten mithalten können und vielleicht sogar noch mehr Spass machen - Sportwissenschaftler Felix Kohler hat den Test gewagt und dabei die ein oder andere Überraschung erlebt.

Indoor-Fliegen

Los geht´s für Felix in Bottrop bei Regen und gerade einmal 4 Grad. Ein echter Fallschirmsprung bei diesem Wetter: viel zu gefährlich. Aber vielleicht ist das überdachte Fliegen im Windkanal ja eine echte Alternative?

Auch wenn es bei den Profis eher nach Leistungssport aussieht, ist der Windkanal selbst für Anfänger geeignet, wie Fluglehrer Waldemar Gadzia erläutert: "Damit können wir Windgeschwindigkeiten erzeugen bis zu 286 km/h. Damit sind alle erdenklichen Körperpositionen, die auch im Fallschirmsport draußen eingehalten werden, auch hier machbar. Ob man jetzt der Luft mit 200 km/h entgegen kommt oder die Luft einem selber, das ist kein Unterschied. Die Bewegungsabläufe sind exakt dieselben. Deswegen kann man den freien Fall draußen wunderbar simulieren und auch trainieren, aber natürlich fällt man nicht wirklich. Wir fliegen schon mit Kindern ab vier Jahren."

Fehlt nur noch ein passender Anzug. Jeder Gast bekommt eine zehnminütige Schulung, bevor er mit dem Fluglehrer in den Tunnel darf. Denn bei dem lauten Wind ist eine Verständigung nur durch Handzeichen möglich. Und erst mit der richtigen Körperhaltung, hebt man auch wirklich ab. Und dann kann es auch schon losgehen.

Ein Flug dauert etwa zwei Minuten, mehr Zeit kann aber beliebig dazu gebucht werden. Felix´ Fazit nach 10 Minuten: "Ich glaube mehr Adrenalin hat man beim Fallschirmspringen, wenn man dann aus dem Flugzeug steigt und weiß, jetzt ist man sehr hoch und muss sich in die Tiefe stürzen. Das ist schon was anderes, aber hier ist der Spaßfaktor größer."

Indoor-Tauchen

Statt hoch hinauf, geht es jetzt tief hinab - nämlich genau 20 Meter - im größten Indoor-Tauchbecken Europas in Siegburg, in der Nähe von Bonn. Wer kein ärztliches Attest hat, muss zunächst einige Angaben über eventuelle Erkrankungen machen. Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, heißt es: Ab in den Taucheranzug. Aber bevor es mit dem ersten Tauchgang losgehen kann, ist auch hier eine kurze Einweisung Pflicht.

Der Tauchgang dauert etwa 45 Minuten. Bleigewichte im Anzug sorgen dafür, dass Felix problemlos abtauchen kann. Und unter Wasser gibt es einiges zu entdecken. "Das ist für den Anfang das Richtige, aber jetzt bin ich natürlich drauf gespannt, irgendwo im Meer zu schwimmen, mit einem tollen Riff, mit vielen kleinen Fischen, ein bisschen Natur erleben.", so Felix Kohler. Ein Schnuppertauchkurs ist schon für knapp 60 Euro zu haben, ein Tauchschein im größten Indoor-Becken Europas kostet etwa 350 Euro.

Und Tauchlehrer Harald Latz ergänzt: "Man kann hier sehr viel üben. Man ist auch im Winter unter einer angenehmen Temperatur in diesem Dive for life. Man hat hier 27 Grad Wassertemperatur ganzjährig. Das Becken kann das Meer nicht ersetzen. Im Meer ist es schon schöner, aber auch viel weiter weg für uns und auch viel teurer."

Der Test mit Felix hat gezeigt, dass Indoor-Sportarten wie Tauchen oder Skydiven im Winter eine echte Alternative darstellen können und oft sogar zusätzliche Trainingsmöglichkeiten bieten. Eines gilt aber auch für den überdachten Sport: Wer eine gute Figur machen will, muss fleißig üben.

Quelle: n-tv.de