Archiv

"Ratgeber Freizeit & Fitness" vom 24.05.2013 (Wdh. 25.05.)Joggingtipps vom Profi

24.05.2013, 18:30 Uhr
Video poster

Endlich ist er da – Frühling in Deutschland. Und mit ihm sind nun auch die Ausreden futsch – man könne wegen schlechten Wetters nicht laufen gehen. Das geht jetzt. Aber wie geht’s richtig? Wie haben einen Profi gefragt.

20 Millionen Deutsche sollen es sein, die regelmäßig laufen. Ganz für sich, zusammen mit Freunden zusammen oder eben mit Musik.

Personal Trainer Marc Zinkernagel ist kein Fan von Musik beim Laufen. Ist die Musik zu schnell besteht die Gefahr sich zu überfordern. Mit zu langsamer Musik trainiert man womöglich viel zu lasch. Und er warnt vor Ablenkung durch Musik: "Es besteht die Gefahr, dass man von der Musik völlig abgelenkt ist und sich vertritt, ja, weil man so sehr auf die Musik achtet, dass man ganz vergisst, dass man auch son bisschen auf den Boden achten muss."

Die Schuhe

Das wichtigste Utensil der Läufer – die Turnschuhe. Den Top-Laufschuh gibt es nicht. In Lauffachgeschäften können die Experten nach einer Laufanalyse den passenden Schuh für jeden finden. Oder mehrere: "Ein paar taugt dann, wenn ich ein oder zweimal die Woche laufen gehe, wenn ich aber ein häufiger Läufer bin, dann manchen zwei Paar schon echt Sinn. Weil so ein Schuh auch atmen muss und wenn der mal 24 oder 48 Stunden Ruhe hat und sich wieder ein bisschen neu entfalten kann, ist es dann für die Anpassung des Fußes wieder von Vorteil.", so Marc Zinkernagel.

Die Kleidung

Die Laufkleidung wiederum ist beinahe Geschmackssache. Praktikabel, sexy oder auffallend bunt. Alles ist erlaubt. Atmungsaktiv und bei schlechtem Wetter wasserabweisend ist prima. Für Profi Zinkernagel zählt vor allem das Wohlbefinden. Für ihn ist die richtige Körperhaltung beim Laufen viel wichtiger.

Die Körperhaltung

Oberkörper leicht nach vorn, Blick gerade aus. Wirbelsäule in einer Linie: "Die arme schön nah am Körper vorbeischwingen, den Fuß locker abrollen, fast über den ganzen Fuß abrollen, nicht mit der Verse fest aufsetzen aber vom Mittelfuß zum Vorderfuß abrollen, lächeln.", erläutert Marc Zinkernagel.

Die Pulsuhr

Für viele Läufer heutzutage ein Muss – eine Pulsuhr. Die misst die beim Laufen die Herzfrequenz. Für Marc Zinkernagel müssen die für Freizeitsportler gar nicht sein. Viel zu groß ist wieder die Ablenkungsgefahr – weg vom eigenen Wohlbefinden, meint Marc Zinkernagel: "Für jemand, der ambitionierte Ziele hat, der sagt, ich möchte zum ersten Mal einen Halbmarathon unter zwei Stunden laufen z.B. oder unter vier Stunden den Marathon, da macht so eine Pulsuhr schon Sinn, will man ja auch im Training nach den Herzfrequenzwerten trainiert, wenn man einen guten Trainingsplan hat. Und sich dann beim Lauf auch kontrollieren kann, bin ich in dem Pulsbereich in dem ich laufen sollte."

Die Wasserflasche

Von der Wasserflasche in der Hand, hält der Profi bei normalen Freizeitsportlern nichts. Viel zu groß ist wieder die Gefahr von Ablenkung, aber auch falscher Haltung. Vorher trinken reicht. Warum die Wasserflaschen so beliebt sind, weiß auch Marc Zinkernagel nicht: "Vielleicht Show und vielleicht unterschätzen sie sich auch und haben zu viel Angst, die könnten unterwegs verdursten aber nach einer Stunde ist noch keiner beim Laufen verdurstet."

Erwärmen, Stretching und Muskelaufbau

Erwärmen vor dem Laufen muss ebenso nicht sein, wie Stretching danach. Kraftübungen zwischendurch machen immer mehr Läufer. Auch Marc Zinkernagel ist ein Fan davon. Muskelaufbau kann er so mit Fettverbrennung in einem Training kombinieren. Aber das passt nicht für jedermann, meint Marc Zinkernagel: "Möchte jemand nur Fett abnehmen in erster Linie beim Laufen, dann würde ich doch dazu raten beim Laufen zu bleiben. Und im gleichen Pulsbereich zu bleiben."

Fazit: Richtige Schuhe, Wohlfühl-Outfit und die richtige Körperhaltung. Mehr braucht man zum Laufen nicht. Höchstens vielleicht noch jemanden, der hilft, sich zum nächsten Lauf aufzuraffen.

Quelle: ntv.de