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"Ratgeber Steuern & Recht" vom 08.01.2013 (Wdh. 09.01.): Länger Urlaub: Brückentage 2013

Das neue Jahr ist kaum ein paar Tage alt, da denken viele von uns auch schon an den nächsten Urlaub. Und das sollten sie auch! Denn in diesem Jahr liegen viele Brückentage besonders günstig. Mit etwas Geschick - und einem rechtzeitigem Urlaubsantrag beim Chef lassen sich so jede Menge Tage freinehmen.

"Urlaub" ist wahrscheinlich der Lieblingseintrag der Deutschen in ihren Kalender. Und dank jeder Menge Brückentage könnte dieses Wörtchen 2013 besonders oft drinstehen. Der 1. Mai etwa fällt auf einen Mittwoch. 4 Urlaubstage drumherumnehmen und schon sind ganze 9 Tage frei. Also schnell beim Chef anmelden, denn auch die lieben Kollegen träumen bestimmt schon von Meer.

Auch der 3. Oktober liegt günstig. 2013 fällt der Tag der Deutschen Einheit auf einen Donnerstag. Wer Freitags einen Tag Urlaub bekommt, hat gleich vier Tage Wochenende. Was aber, wenn die Kollegen mal wieder schneller waren? Ein Recht darauf, dann eben im nächsten Jahr einen bestimmten Brückentag freizubekommen gibt es pauschal nicht, aber:

Dr. Dietmar Olsen, Anwalt für Arbeitsrecht: "Wenn ein bestimmter Arbeitnehmer im Vorjahr beispielsweise schonmal an diesem speziellen Brückentag schonmal einen Urlaubstag bekommen hat, dann hat sicherlich ein Arbeitskollege jetzt mal den Vorrang zu bekommen."

Vorrang hin oder her - beim bayerischen Pumpenhersteller Netzsch gibt’s da zumindest keine Streitereien. Für Brückentage hat das Unternehmen eine besondere Lösung gefunden. Im besten Fall bekommen nämlich ALLE Mitarbeiter frei.

Rita Buchner, Personalchefin Firma Netzsch: "Wir versuchen einfach an diesen Tagen von Haus aus, diese Montage und diese Produktionstätigkeiten einzustellen. Also das ist unser Plan und Vorsatz, dass wir wirklich jeden Brückentag gewähren. Aber wir sind wirklich sehr auftragsbezogen und wenn dann trotz eingeteiltem Brückentag Not am Mann ist, klar müssen wir dann mit den Mitarbeitern reden."

Oder die Arbeiter und Angestellten reden selbst miteinander und einigen sich, wer arbeitet und wer nicht. So läuft es aber nicht in jedem Unternehmen – sperrt sich der Chef zum Beispiel, einen freien Brückentag zu gewähren, kann der Mitarbeiter in letzter Konsequenz vor Gericht ziehen. Im Extremfall entscheiden die Richter dann auch über den extra-langen Urlaub in 2013. Beispielsweise: Weihnachten. Der erste Weihnachtsfeiertag ist nämlich ein Mittwoch, der zweite ein Donnerstag. Wer vom Arbeitgeber an Heilig Abend einen halben Tag freibekommt, muss nur zweieinhalb Urlaubstage opfern und bekommt neun Tage frei. Übrigens: Eltern haben kein Anrecht auf freie Brückentage.

Dr. Dietmar Olsen, Anwalt für Arbeitsrecht: "Es haben eben auch diejenigen Mal einen Anspruch, die keine Kinder haben. Der Arbeitgeber hat letztlich die Pflicht, eine Gleichbehandlung walten zu lassen."

Wer seinen Urlaub aber einfach bucht, in der Hoffnung, an einem Brückentag frei zu bekommen - für den kann es teuer werden! Lehnt der Chef den Antrag nämlich ab, bleibt der Mitarbeiter auf den Flug- und Hotelkosten selbst sitzen. Keine Bange hingegen im Krankheitsfall – ist ein freier Tag einmal gewährt, bleibt er es auch.

Dr. Dietmar Olsen, Anwalt für Arbeitsrecht: "Wenn ich meinen Urlaub schon eingereicht habe und dann an einem Brückentag erkranke, wird dieser Tag nicht als Urlaubstag gezählt und der Arbeitgeber darf auch nicht hergehen und mir den Urlaubstag in irgendeiner Weise weg nehmen."

Na dann, ran an die Urlaubsplanung - für Brückentags-Spezialisten ist 2013 in jedem Fall ein gutes Jahr.

Quelle: n-tv.de