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Im Test: Mini-Tablets

Seit dem CD-Spieler hat keine technische Innovation den Elektronikmarkt der Massen aufgemischt, wie das Tablet. Jetzt gibt es auch noch die Mini-Variante von Marktführer Apple. Und eines ist sicher: Zum Weihnachtsgeschäft werden das IPad-Mini und seine Konkurrenten von Google und Amazon die großen Renner.

Das ipad von Apple war lange das beliebteste Tablet am Markt. Doch die Konkurrenz zog nach - zuletzt vor allem mit kleinen nur 7-Zoll großen Geräten, die mit dem Google-Betriebssystem Android laufen. Besonders das Kindle Fire HD von Amazon und das Nexus 7 von Asus mutierten in kürzester Zeit zu Verkaufsschlagern.

Apples Reaktion: das 8-Zoll-kleine iPad mini – das sich vom 10-Zoll-großen-Original vor allem in den Ausmaßen unterscheidet.

Christian Wölbert (C´t): „Das iPad mini ist mit seinen 330 Euro ein gutes Stück teurer als seine Konkurrenz-Tablets, die ähnlich groß sind. Die Ausgabe kann sich lohnen, wenn man für das besonders gut ausgestattete Apple-Angebot Medien und Apps auch etwas mehr auszugeben. Und wenn man schon einen Apple Account hat.“

Den kann man auch auf seinem ipad Mini nutzen.  Laut Christian Wölbert von der Computerzeitschrift C´t gilt das gleiche allerdings für Nutzer von Google-Konten bei Android-Tablets. Zwar ist hier die Auswahl an Produkten größer. Doch:

Christian Wölbert (C´t): „Der wichtigste Unterschied zu den Android Betriebssystem zu dem von Apple ist, dass das Medienangebot, Filme und vor allem Zeitschriften das das noch nicht ganz so groß ist wie bei Apple. Ein zweiter großer Unterschied ist, dass das Android Betriebssystem für absolute Neueinsteiger, die sich mit Computern noch gar nicht auskennen nicht so leicht zu bedienen ist, wie das Betriebssystem von Apple.“

Diese Erfahrung hat man auch im Tablet- und Ipad-Verleih in Berlin gemacht. Hier können sich normale Verbraucher, aber auch Schulen, Universitäten und Unternehmen Tablets ausleihen. Tausende Geräte werden täglich vorbereitet und in die ganze Welt verschickt - bevorzugt Ipads in großer und kleiner Ausführung.

Florian Zyrus ist hier für die Technik zuständig und schaut sich für uns die Android-Konkurrenz zum iPad mini an.  Besonders interessiert ihn das Kindle Fire HD - das zuletzt alle Verkaufserwartungen übertroffen hatte. Von der Benutzer-Oberfläche ist er allerdings schnell negativ überrascht:

Florian Zyrus (Tablet und iPadverleih): „Auf den ersten Blick sehr gewöhnungsbedürftig. Man erkennt sofort die Verwandtschaft zu Android Tablets. Ist aber viel verschachtelter aufgebaut. Man tut sich schwer schnell zum Webzugriff zu kommen oder in den App-Store, um neue Apps zu bekommen.“

Das Kindle Fire HD ist zwar ein Tablet mit Android Betriebssystem. Doch Amazon nutzt das 200 Euro teure Gerät vor allem als Verkaufsplattform. Amazon Inhalte überlagern die Benutzeroberfläche. Ein Großteil der klassischen Google-Apps fehlt und ist auch nicht nachinstallierbar.

Christian Wölbert (C´t): „Beim Kindle Fire HD muss man beachten, dass man sich an Amazon bindet als Kunde. Das heißt, man kann die Apps und die Musik dann nur bei Amazon kaufen. Und nicht bei anderen Anbietern.“

Anders herum kann man sich problemlos auf jedes Ipad oder Android-Tablet eine Kindle App laden, über die man bei Amazon digitalisierte Bücher kaufen kann.

Android in Reinstform liefert dagegen das Nexus 7 von Asus für 200 Euro.

Florian Zyrus (Tablet und iPadverleih): „Der Vorteil von einem echten Google Gerät ist, dass die Updates für das Betriebssystem direkt vom Hersteller kommen. Und damit sofort verfügbar sind. Bei den gebrandeten Geräten ist es halt so, dass der Hersteller von den Einzelgeräten erst Anpassungen vornehmen muss.“

Ob reines Android oder modifiziertes - das Kindle Fire HD und das Nexus 7 überzeugen beide, wenn es ums Display geht und schlagen klar das iPad mini von Apple. Nur ein Gerät in dieser Größenordnung ist noch schärfer. 

Christian Wölbert (C´t): „Das Toshiba AT 270 ist mit knapp 500 Euro richtig teuer für ein 7 Zoll Tablet. Und hat für diesen hohen Preis ein besonders Argument, nämlich das Amoled Display. Das heißt ein Display mit besonders kräftigen Farben und tollem Schwarz. Das sieht man zum Beispiel bei Film und das ist dann auch etwas besonders. Aber man muss schon sehr viel Wert aufs Display legen, um bereit zu sein mehr als doppelt so viel wie für die anderen 7-Zoll-Displays auszugeben.“ 

Das Huawei Mediapad 7 gibt es sogar schon für rund 180 Euro. Es ist allerdings das klobigste von allen. Außerdem wurde hier deutlich an der Ausstattung gespart. Damit  schneidet es im direkten Vergleich eher schlechter ab.

Florian Zyrus (Tablet und iPadverleih): „Beim Huawei-Gerät ist vielleicht für Einsteiger gut. Aber es fehlt Flash, was oft das Argument für Android Geräte ist. Beim Toshiba ist alles da. Selbst aufwendige Seite mit viel Flashinhalt bauen sehr schnell auf, Zoomen geht schnell von der Hand. Da hängts beim Huawei einfach.“

Vorsicht ist laut einer aktuellen Studie von Stiftung Warentest übrigens bei noch günstigeren Tablets angebracht. Weder Ausstattung noch Display konnten im Vergleich zu den anderen Geräten auf dem Markt überzeugen. 

Unter den 7-Zoll-Tablets gibt es für für Florian Zyrus übrigens keinen klaren Sieger – auch nicht bezüglich des Betriebssystems.

Florian Zyrus (Tablet und iPadverleih): „Android ist für die die alles anpassen wollen, die es individuell haben wollen, die viel Details haben wollen, dann kann man eine ganze Menge mit anstellen. Aber Apple ist einfach anschalten und los legen. Es ist einfach strukturiert und funktioniert.“

Und das iPad Mini ist unter den kleinen leichten mit etwas mehr als 300 Gramm das Fliegengewicht. Dicht gefolgt vom Nexus 7. Die Anbieter machen es einem wirklich nicht leicht, sich für ein Gerät klar zu entscheiden.

Quelle: n-tv.de