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Kleine Lebensretter: Rauchmelder im Test

Rauchmelder können Leben retten - eine Erkenntnis, die sich bei Mietern und Immobilien-Besitzern immer mehr durchsetzt. Mit der Folge, dass fleißig gekauft wird. Dabei sind die Preis-Unterschiede groß - aber gilt das auch für Qualität und Zuverlässigkeit. Die Stiftung Warentest hat die gängigen Rauchmelder-Typen im Prüflabor getestet.

Rauchmelder sind nachtaktiv. Gerade dann werden sie ihrem Ruf als Lebensretter gerecht. Denn im Schlaf ist der menschliche Geruchssinn ausgeschaltet. Im Brandfall hängt das Leben der Bewohner vor allem davon ab, ob sie funktionierende Rauchmelder installiert haben.

Dabei geht die Lebensgefahr eines Brandes vor allem vom Rauchgas aus. So sterben 95 Prozent der Brandopfer nicht durch Verbrennungen, sondern durch das Einatmen hochgiftiger Rauchgase:

Wolfgang Rovenhagen/Berliner Feuerwehr: „Der Rauch ist das Gefährlichste beim Brand. Er ist hochgiftig. 4 bis 5 Atemzüge führen zur Bewusstlosigkeit, die nächsten Atemzüge sind dann bereits tödlich.“

Unterschiede bei Wartung und Handhabung

Gute Gründe also, sich die lebensrettenden Rauchmelder zuzulegen. Das rät auch die Stiftung Warentest, die Rauchmelder getestet hat und mit dem Gesamturteil zufrieden ist.

Dr. Peter Schick/Projektleiter bei Stiftung Warentest, Berlin: „Wir haben 16 Rauchmelder getestet, erfreulicherweise haben alle haben bei den  Brandversuchen angeschlagen und das Feuer detektiert, insofern sehr schön! Unterschiede gibt es allerdings bei der Wartungsfreundlichkeit und der Handhabung.“

Zu diesen Unterschieden zählt vor allem die Langlebigkeit: Qualitäts-Rauchmelder sind mit langlebigen Batterien ausgestattet, die zehn bis zwölf Jahre halten, ohne ausgetauscht werden zu müssen.

Zudem dimmen einige von ihnen - für besonders empfindliche Verbraucher - nachts ihr Lichtsignal herunter oder verzichten gleich ganz darauf. Und teure Modelle reagieren sogar auf die steigende Verschmutzung im Rauchmelder-Gehäuse.

Christian Rahbari/Pyrexx, Berlin: „Die meisten Rauchmelder geben in ihrer Gebrauchsanweisung vor, dass man mindestens einmal im Monat einen Probealarm durchführen soll. Gleichzeitig wird damit ein Resetknopf wie beim Computer gedrückt. Denn der Verschmutzungsgrad wird von Qualitätsrauchmeldern erkannt und er kann sich nachregulieren, so dass die Ansprechschwelle immer gleich bleibt.“

Die besten Rauchmelder

Bei der Stiftung Warentest teilen sich den Testsieg der Qualitätsrauchmelder mit Langzeit-Batterie die Geräte von Ei Electronics und FireAngel. Der Preis bei beiden: knapp 30 Euro. 

In der Anschaffung günstiger sind Rauchmelder mit Wechsel-Batterien, die aber höhere Folgekosten haben und mehr Aufwand erfordern. Hier überzeugten vor allem die Modelle von Abus für 14 Euro und von Ikea für 10 Euro.

In größeren Wohneinheiten setzt die Branche neuerdings auf funkbasierte Lösungen. Hier warnen die vernetzten Rauchmelder im Alarmfall gemeinsam und bei einigen Herstellern sogar über Handy:

Dr. Peter Schick/Projektleiter bei Stiftung Warentest, Berlin:

„Die funkvernetzten Rauchmelder sind vor allem für größere Wohnungen oder Eigenheime mit mehreren Ebenen und vielen Türen, Decken und Wänden, die den möglichen Alarm schlucken könnten. Sie stehen unter Funkvernetzung, d.h. wenn einer Rauch detektiert, alarmiert er gleichzeitig alle anderen mit und alle zusammen schlagen Alarm “

Pflicht für Rauchmelder

Die Rauchmelder-Pflicht soll nun dafür sorgen, dass sich die kleinen Lebensretter noch schneller verbreiten. Mit den Neulingen NRW und Bayern schreiben demnächst bereits elf Bundesländer die Rauchmelder vor, und zwar zumeist in Alt- UND Neubauten.

Strafen sowie Nachteile bei der Versicherung drohen beim Verstoß gegen die Rauchmelder-Pflicht bislang nicht. Denn die Folgen im Schadensfall sind auch ohne Strafen schon alarmierend genug…

Quelle: n-tv.de