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"Ratgeber Test" vom 20.12.2012 (Wdh. 21.12.): Rauchmelder wird Pflicht

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu sechshundert Menschen bei Wohnungsbränden. Durch Rauchmelder könnten viele Leben gerettet werden, weshalb schon viele Bundesländer Vermieter oder Mieter verpflichten, die Lebensretter in ihren Wohnungen zu installieren.

Ein kleines Teelicht steht im Mittelpunkt eines Versuchs der Berliner Feuerwehr. Auf einem Testgelände wird in einem präparierten Kinderzimmer eine Schaumstoffmatratze in Brand gesetzt. Innerhalb von wenigen Sekunden fängt das gesamt Bett Feuer. Ein Brand, der schnell außer Kontrolle gerät. Höchste Zeit für den Einsatz des Lebensretters an der Decke.

Albrecht Brömme/Präsident Bundesanstalt THW Bonn: „Bereits jetzt spricht der Rauchmelder an, weil nämlich der Brand jetzt zunehmend Rauch produziert. D.h. man sieht sehr schön, dass man zu einem recht frühen Zeitpunkt gewarnt würde.“

Schon nach gut einer Minute tritt der Rauchmelder in Aktion und sendet unaufhörlich schrille Warntöne, die im Ernstfall Leben retten.

Christian Rudolph/Rauchmelder retten Leben:  „Eine entscheidende Funktion des Rauchmelders, die wir nicht haben, ist, dass er auch funktioniert, wenn wir schlafen. Weil viele wissen nicht, dass unser Geruchssinn auch unserer Haustiere, ausgeschaltet ist, wenn wir schlafen. Und der Rauchmelder funktioniert 24 Stunden, 365 Tage, egal wie sein Tag war …“

Voraussetzung ist jedoch, dass verwendete Rauchmelder tatsächlich das halten, was sie versprechen. Nicht selten sorgen jedoch Fehlalarme oder mangelhafte Wartung dafür, dass installierte Rauchmelder schon seit Jahren nicht mehr funktionieren und eben auch im Ernstfall – stumm bleiben.

Hier sorgen Qualitätsrauchmelder für Abhilfe, die mit fest verbauten Batterien und Garantien von mindestens zehn Jahren ausgestattet sind.

Christian Rudolph/Rauchmelder retten Leben:  „Dort gibt es Produkte mit einer Hochleistungsbatterie, die dieser Qualität gerecht werden. Und andererseits passen sich diese Qualitätsrauchmelder adaptiv an ihre Umgebung an und erkennen, ob es sich um eine Täuschungsgröße wie Zigarettenrauch oder Wasserdampf handelt, und dies auch vom echten Rauch unterscheiden kann. Einfach zu erkennen über das „Q“.“

Das „Q“ auf den Rauchmelder-Verpackungen steht für besonders langlebige und zuverlässige Rauchmelder, geprüft vom Prüfinstitut VdS.

Auch der TüV Nord hat inzwischen ein eigenes Prüfsiegel für Rauchwarnmelder entwickelt, um Verbrauchern die Auswahl zu erleichtern und vor Billigimporten zu warnen.

Prof. Dr. Ing. Ulrich Adolph/TÜV Nord: „Die deutschen Hersteller sind im Moment immer noch führend, was die Mindeststandards angeht. Ich würde die Finger weglassen von Low-cost-Produkten, die aus Asien kommen, weil da ist es doch teilweise zweifelhaft, ob überhaupt die Mindeststandards eingehalten sind.“

Wer sich für den passenden Rauchmelder entschieden hat, muss dann aber auch bei der Montage beachten, die vorgegebenen Standards einzuhalten, damit nicht hier die Funktion trotz Qualitätsrauchmelder Schaden nimmt.

Christian Rahbari/Pyrexx, Berlin: „Rauchmelder gehört in die Mitte der Decke, nicht an Wände oder Schrägen und der Mindestabstand zur nächsten Wand oder Vorhang muss 50 cm betragen.“

Bleibt die notwenige Wartung der Geräte, die - wie fast alles in Deutschland – über eine entsprechende DIN-Norm geregelt ist, damit die regelmäßige Prüfung der Lebensretter - den gewünschten Erfolg bringt.

Christian Rahbari/Pyrexx, Berlin: „Die meisten Rauchmelder geben in ihrer Gebrauchsanleitung vor, dass man mindestens einmal im Montag den Probealarm testen sollte. Gleichzeitig wird wie bei der Reset-Taste am Computer gedrückt, so dass der Rauchmelder seinen Verschmutzungsgrad erkennt und nachjustiert, so dass die Ansprechschwelle immer gleich bleibt.“

Ein Aufwand, den viele aber immer noch scheuen. Das hat die hier zuständigen Bundesländer auf den Plan gerufen. Ihre Lösung: Eine Rauchwarnmelder-Pflicht, die in den meisten Fällen für Alt- UND Neubauten gilt.

Mit Neuling Niedersachsen gibt es nun bereits 10 Bundesländer mit Rauchwarnmelder-Pflicht. Für 2013 haben Bayern und Nordrhein-Westfalen angekündigt, ebenfalls ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden.

Christian Rudolph/Rauchmelder retten Leben: „Bayern war da vorbildlich und schneller als NRW. Sie werden das Gesetz wohl im Frühjahr 2013 in die Umsetzung bringen, wahrscheinlich mit einer Übergangsfrist bis 2017. Bei NRW sprechen alle Fachgremien davon, dass das Gesetz im Frühjahr verabschiedet wird, wahrscheinlich mit einer sehr kurzen Übergangsfrist.“

In Nordrhein-Westfalen ist allerdings immer noch offen, ob die Verantwortung für Anschaffung und Wartung der Rauchmelder beim Mieter oder Vermieter liegen soll.

Christian Rahbari/Pyrexx, Berlin: „In allen anderen Bundesländern ist es ja so, dass hier die Anschaffung und Wartung beim Vermieter liegt. Hier kommen Mietkostenmodelle zum Einsatz, wie wir das ja auch von den Heizkostenverteilern kennen. Das wird dann insgesamt günstiger für alle, d.h. rund 1 Euro pro Monat und Wohnung, die dann auf die Mieter als Kosten zukommen.“

Wie leicht Betrieb und Wartung der Rauchmelder in Zukunft sein können, zeigen Funklösungen, die nicht nur schlafende Bewohner alarmieren, sondern über das Internet auch Haus- und Wohnungsbesitzer benachrichtigen, die gerade nicht zuhause sind.

Christian Rahbari/Pyrexx, Berlin: „Wenn ein Alarm ausgelöst wird, ich aber nicht zu Hause bin, kann ich es mir über Sms oder Email anzeigen lassen.“

Christian Rudolph/Rauchmelder retten Leben: „Es gibt klare Trends. Gestern war ein Rauchmelder ein einfaches Produkt. Und ähnlich wie bei den Smartsphones werden auch die „iRauchmelder“ kommen, die sich der Umgebung und meinen Gewohnheiten anpassen und mir intuitiv die Rückmeldung gibt: Wie ist mein Zustand und wenn ich nicht mehr die Leistung erfülle – sprich Rauch zu erkennen, mich frühzeitig darüber zu informieren.“

Auch ein Rauchmelder kann keine Brände verhindern – aber er hätte alle Beteiligten frühzeitig gewarnt, um sich in Sicherheit zu bringen.  Ein anfangs eher lästiger Lebensretter, dem man am Ende gar nicht dankbar genug sein kann …

Quelle: n-tv.de