Ratgeber
Video

Die Qual der Wahl: Sommerreifen im Test

Es gibt Dinge, die sind unendlich lästig und müssen dennoch sein. Der halbjährige Reifenwechsel gehört zumindest für alle Autofahrer zu dieser Kategorie. Jetzt kurz vor Ostern beginnt schon wieder das Nachdenken - brauch ich neue Sommerreifen und wenn - welche? Die Ergebnisse des folgenden Tests zeigen, dass die falsche Wahl fatale Folgen haben kann.

Auf dem Testgelände „Contidrom“ in der Nähe von Hannover zeigt sich schnell, was gute von schlechten Reifen unterscheidet – Unterschiede, die Unfälle vermeiden und am Ende Leben retten können.

Deshalb plädieren Fachleute, wie Daniel Bott vom ADAC nach der Wintersaison für den rechtzeitigen Wechsel auf Sommerreifen – für sie in erster Linie eine Frage der Sicherheit:  „Sommerreifen eignen sich im Sommer aufgrund der Profilgestaltung und Mischung deutlich besser. Der Winterreifen fängt an zu schmieren und vermittelt ein unsicheres Fahrgefühl.“

Qualitätscheck: Alter und Profiltiefe

Nach sechs Jahren wird die Mischung eines Reifens hart und spröde –höchste Zeit für einen Neukauf meint Elmar Abrolat, Test-Ingenieur bei Continental in  Hannover: „Das erkennt man an der DOT-Nummer: 0612 heißt, er wurde in der 6. Woche 2012 produziert und sollte spätestens 2018 erneuert werden.”

Und bereits bei einer Profiltiefe von 4 mm nimmt die Haftung gerade von Breitreifen bei Nässe deutlich ab. Die Reifen können den Wasserfilm nicht mehr verdrängen und verlieren den Kontakt zur Straße: das Fahrzeug lässt sich nicht mehr lenken und bremsen. Deshalb sollte der Sommerreifen spätestens bei 2 mm Restprofiltiefe erneuert werden.

Neues EU-Reifenlabel

Bei der Kaufentscheidung hilft neuerdings ein EU-Reifenlabel: es zeigt auf einen Blick die Reifenqualität in den drei Kategorien „Rollwiderstand“, „Nassgriff“ und „Geräusch-Emission“.

Auch wenn die Label-Einstufung jedes Reifens von den Herstellern selber vorgenommen wird, sieht Daniel Bott, wie andere Experten hier einen Grund für den deutlichen Qualitätssprung der neusten Sommerreifen-Generation der Markenhersteller: „Seit Nov. 2012 gibt es das EU-Reifenlabel, das aber erst zur Sommersaison angeboten wird. Aufgrund der Testergebnisse vermuten wir, dass sich mit dem Label auch die Nässe-Eigenschaften der Reifen deutlich verbessert haben.“

Allerdings bedeutet die Billigstrategie bei der Kaufentscheidung auch weiterhin: ein Sparen bei der Sicherheit. Denn bei Reifentests schneiden die Markenreifen regelmäßig deutlich besser ab als die Billigkonkurrenz aus Osteuropa und Fernost. Hier gab es im Test gleich vier Produkte, die bei den ADAC-Prüfern durchfielen: „Mangelhaft abgeschnitten haben bei der Reifengröße 185/60 R15H die Reifen von Kleber, Marangoni, Rotalla und Sailun abgeschnitten.“, so Daniel Bott.

Die Testsieger

Sommerreifen-Testsieger bei der 185er-Reifengröße wurde der „Michelin Energy Saver plus“. Bei den 225er-Breitreifen teilten sich der „Conti Sports Contact 5“ und der „Goodyear Eagle F1“ den ADAC-Testsieg.

Und noch eine Neuerung: Die Hersteller bieten neuerdings XL-Reifen für Fahrzeuge an, die häufig mit höherer Zuladung unterwegs sind.

Mit den Sommerreifen der neusten Generation kann eigentlich nichts mehr schief gehen – und wenn doch, dann liegt es nicht an den Reifen, sondern einfach nur am Fahrer…

Quelle: n-tv.de