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Vorsicht Bußgeld: Tipps fürs Fahrrad

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Auf den Straßen liegen dicke Nebelschwaden. Wer zu dieser Zeit noch mit dem Fahrrad unterwegs ist, der sollte darauf achten, dass sein Untersatz ausreichend beleuchtet ist. Nicht nur, weil sonst ein Bußgeld droht, sondern zum eigenen Schutz. Wir haben die wichtigsten Regeln für Sie zusammengefasst.

Wenn die Tage im Winter wieder kürzer werden, ist draußen bei Dunkelheit die richtige Beleuchtung gefragt. Das gilt nicht zuletzt für Radfahrer. Doch eine Stichprobe von ADFC und Polizei hat ergeben: Ein Drittel aller Biker ist ohne Beleuchtung unterwegs.

Richtige Beleuchtung

Dabei schreibt die Straßenverkehrsordnung vor: Ein Fahrrad braucht vorne einen Scheinwerfer für weißes Licht und hinten ein rotes Rücklicht. Und:

Philipp Poll, ADFC Berlin: "Wir haben also die Pflicht, an jedem Rad zwei Katzenaugen oder eben ein Reflektorband im Reifen haben zu müssen. Es gibt die Pflicht von Reflektoren an den Pedalen, das Fahrrad muss vorne in der Lampe integriert einen Reflektor haben. Und hinten gibt es noch einen roten Reflektor, der ist meistens auch mit dem Licht kombiniert worden."

Entscheidend ist: Die Leuchten müssen über einen Dynamo betrieben werden. Ein Standlicht ist nach wie vor nicht vorgeschrieben.

Philipp Poll, ADFC Berlin: "Hintergrund dieser Regelung ist, dass jedes Fahrrad zu jeder Zeit über eine funktionierende Lichtanlage verfügen soll- und das kann man eben nur darüber regeln , dass jedes Fahrrad eine kleine Lichtmaschine dabei hat. Bei der Batteriebeleuchtung ist es ja nun so, dass man mal vergessen kann, seine Batterien mitzunehmen oder dass die Batterien leer sind etc."

Welcher Dynamo?

Doch viele Radler haben Ärger mit ihrem Dynamo. So genannte Seitenläufer versagen bei Nässe oft, die Reparatur ist frickelig. Nabendynamos hingegen sind sehr zuverlässig; ihnen macht Wasser nicht viel aus.

Mehr und mehr Radler benutzen aber batteriebetriebene Lampen, die sich einfach ans Fahrrad stecken lassen. Es gibt auch die Variante für den Helm. Der Vorteil: Wendet der Radfahrer den Kopf, richtet sich der Lichtstrahl automatisch in die Blickrichtung.

Bei vielen Lampen lässt sich die Helligkeit entsprechend für das jeweilige Terrain regulieren: mittlere Helligkeit für den normalen Straßenverkehr, mehr Licht dann für dunkle Gassen und Wege.

Der Gesetzgeber schreibt vor: Eine Fahrradlampe muss eine Lichtstärke von mindestens 10 Lux auf 10 Meter produzieren:

Philipp Poll, ADFC Berlin: "10 Lux ist aber tatsächlich relativ wenig. Das reicht gerade zum Gesehen-Werden. Wenn man selber sehen möchte, dann sollte man eben 30, 40 Lux schon in Erwägung ziehen; das ist mit heutiger LED-Technik gar kein Problem."

Batteriebetriebene Lampen dürfen nur zusätzlich zu einem Dynamo verwendet werden, aber nicht stattdessen.

Wie hoch ist das Bußgeld?

Wird man von der Polizei mit fehlender Beleuchtung erwischt, wird ein Bußgeld fällig: Das fängt bei 10 Euro an, kann aber – wenn man in einen Unfall verwickelt wird – bis zu 25 Euro betragen.

Eine Ausnahme für die Dynamopflicht gibt es für Rennräder unter 11 Kilogramm. Hier sind batteriebetriebene Lampen erlaubt. Die müssen dann aber auch tagsüber mit dabei sein.

Flackerndes Licht – von vielen Radfahrern bevorzugt, weil sie damit besser gesehen werden - ist übrigens verboten.

Für Rennradfahrer oder Mountainbiker, die gern abseits der Stadt Touren durch die Landschaft machen, gibt es mittlerweile Lampen mit rund 140 Lux.

Sven Borsdorf, Rennradfahrer: "Die Lampe war wesentlich zu hell, die Leute ringsrum, die mir entgegenkamen, wurden arg geblendet, und deswegen würde ich sagen, ist die für den normalen Straßengebrauch viel zu hell und ich tendiere eher zu der leichteren Variante ..."

Lampen wie diese gelten wegen ihrer Helligkeit auch nicht mehr als Fahrradlampe, sondern als Sicherheits- oder Sportleuchte und erhalten daher auch kein amtliches Prüfzeichen. Weiterer Nachteil: Die kleinen Statussymbole kosten gleich auch mehrere hundert Euro.

Sven Borsdorf, Rennradfahrer: "Grundsätzlich gilt für mich, dass ich mit den Lampen nicht unbedingt sehen können muss, sondern für mich ist wichtig, dass ich von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werde. Und das ist mit den batteriebetriebenen Lampen auch der Fall, und deshalb reichen die für mich vollkommen aus."

Ob man nun als Freizeitradler große Touren fährt oder täglich im Berufsverkehr pendelt: spätestens jetzt ist es an der Zeit, die Radbeleuchtung zu prüfen und möglicherweise nachzurüsten.

Quelle: n-tv.de