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"Ratgeber Bauen & Wohnen" vom 20.11.2012 (Wdh. 21.11.): Tipps vom Energieberater

45 Euro kostete es bisher, wenn ein Energieberater der Verbraucherzentrale einen Hausbesuch machte. Seit Anfang Oktober bieten die Verbraucherzentralen nun den sogenannten Basischeck. Ziel: Die Möglichkeit von einfach umsetzbaren Energiesparmaßnahmen zu prüfen. Kosten: Gerade mal 10 Euro.

Energieberater Christian Stock ist im Auftrag der Verbraucherzentrale in Brandenburg unterwegs um Bürgern dabei zu helfen, ihre Stromkosten zu senken. Und zwar mit dem neu eingeführten Basischeck: 

Christian Stock, Energieberater: "Ziel des Basischecks ist eine einfache Bestandsaufnahme, das heißt der Ist-Zustand des Strom- und des Heizverbrauchs. Natürlich gleichzeitig verbunden mit ganz einfach umsetzbaren Einsparmaßnahmen. Aus meiner Erfahrung ist es so, dass in mindestens 50% der Haushalte auf jeden Fall Potential besteht. "

Heute ist Christian Stock bei Familie Schulz in Schönefeld bei Berlin. Beim Check der Verbrauchszahlen, stellt der Experte hier schnell fest, dass diese zu hoch sind.

Christian Stock, Energieberater: "Knapp 2300 Kwh. Für die Wohnungsgröße und die beiden Personen, die hier wohnen, ist das ganz schön heftig. Da schauen wir auch gleich im Detail noch rum.

Gesagt getan. Los geht’s in der Küche, wo traditionell die stromintensiven Großgeräte zu finden sind ...

Christian Stock, Energieberater: "Man sagt (beim Kühlschrank) 7-8 Grad reichen eigentlich. Und ich denke, das ist zu kalt auf Stufe 2. Also wenn Sie mir erlauben, würde ich gleich mal runter drehen."

Und so arbeitet sich der Basischecker durch die Küche und Frau Schulz bekommt jede Menge Tipps.

Christian Stock, Energieberater: Die neuen Geräte sind dann doch sparsamer. Es gibt auch neue Technologien. Das hier ist jetzt ein Ceran-Kochfeld. Vielleicht haben Sie schon mal von Induktion gehört? Das ist dann wirklich sehr sparsam im Energieverbrauch." 

Als nächstes steht das Thema „Beleuchtung“ auf dem Programm. Und auch hier wird Christian Stock schnell fündig: "Also einige Lampen verbrauchen sehr viel Strom. Also da kann man wirklich sagen, wenn sie man einige Strahler abends zwei Stunden an hat, bedeutet das 70-80 Euro Stromkosten im Jahr. "

Zuletzt macht sich der Energieberater noch auf die Suche nach Geräten, die im Standbybetrieb unnötig Strom verbrauchen. Denn: Auch hier kann ordentlich gespart werden:

Christian Stock, Energieberater: "Man kann ungefähr schätzen, dass ein Gerät, das im Standby betrieben wird, so ca. 15-20 Euro an Stromkosten im Jahr verursacht. 

Das zu vermeiden helfen abschaltbare Steckerleisten, die in der Anschaffung günstig sind und sich so schnell rentiert haben.

Nach einem kurzen Blick auf die Terrasse und in den Garten, ist der Basischeck dann nach circa einer Stunde abgeschlossen. Christian Stock sammelt seine Daten und zieht ein Fazit.

Christian Stock, Energieberater: "Das Einsparpotential mit den Möglichkeiten, die ich da jetzt so geschildert habe, würde ich einschätzen mit ca. 300 - 350 Kilowattstunden." 

Finanziell können sich solche Einsparungen oft noch deutlicher bemerkbar machen, wenn man zu einem günstigeren Anbieter wechselt.

Für die aktuell verbrauchten 2.300 Kwh zahlt Familie Schulz aus Schönefeld bei ihrem aktuellen Anbieter 652 Euro. Mit einem Wechsel zu eprimo könnten 166 Euro pro Jahr gespart werden. Beim Ökotarif von Grünwelt Energie sind es immerhin noch knapp 130 Euro.

Wie die Experten von Check24 wissen – ist das keine Seltenheit.

Isabel Wendorff, Check24: "Der Anbieterwechsel lohnt sich auch gerade jetzt, weil eben zum Januar wahrscheinlich alle Versorger ihre Preise anheben werden. Oder so gut wie alle. Und der Abstand zwischen dem günstigsten Tarif und dem Grundversorger-Tarif tatsächlich immer größer wird."

Egal ob Familie Schulz den Anbieter wechselt oder nicht, der Basischeck hat sich für sie in jedem Fall gelohnt.

Quelle: n-tv.de