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Neues Glück: Was bei Trennungen zu beachten ist

Nach den Feiertagen kriselt es in vielen Beziehungen - nicht nur bei den Wulffs. Mitwohnzentralen und Makler berichten regelmäßig von spontan Wohnungssuchenden. Viele Paare trennen sich. Doch die Entscheidung, in Zukunft wieder getrennte Wege zu gehen, ist auch eine rechtlich verbindliche. Ganz so einfach, wie man denkt, ist die Trennung nicht.

Irgendwann war sie da - die Liebe. Sie sollte lange halten. Erst recht, als aus dem Paar eine Familie wurde. Doch dann passierte es doch: Sie wollen nicht mehr miteinander, wollen sich trennen. Aber: Was bedeutet eigentlich Trennung?

Jochem Schausten, DAV: "Trennung bedeutet, dass ich voneinander getrennt lebe in der Absicht, mich von dem Anderen scheiden zu lassen."

Bislang bewohnte das Paar eine gemeinsame Wohnung oder ein Haus. Einer soll gehen. Aber:
Wer von beiden muss ausziehen?

Jochem Schausten, DAV: "Ausziehen muss normalerweise der, der die Kinder nicht mitnimmt. Das heisst, es bleibt in der Wohnung derjenige, bei dem die Kinder leben."

Eine Alternative könnte sein, dass beide weiter zusammen wohnen. Aber:
Kann man unter einem Dach getrennt leben?

Jochem Schausten, DAV: "Ich kann auch innerhalb der Ehewohnung getrennt leben. Dann müssen die Räume aufgeteilt werden, und man darf keinerlei haushalterische Verrichtungen füreinander mehr erbringen. Das heisst, ich darf nicht mehr füreinander kochen, putzen, waschen, einkaufen, etcetera."

Geldgeschäfte erledigte das Paar bislang gemeinsam.
Sollte man Konten also weiter gemeinsam führen?

Jochem Schausten, DAV: "Wichtig ist, wenn gemeinschaftliche Konten da sind, dass diese möglichst zügig getrennt werden. Oder andererseits wenn jetzt einer ein Konto hat, und der Andere hat dafür eine Vollmacht, dass diese Vollmacht möglichst schnell widerrufen wird."

Das Einkommen muss jetzt aufgeteilt werden. Aber:
Muss auch schon während der Trennung Unterhalt gezahlt werden?

Jochem Schausten, DAV: "Die Unterhaltsverpflichtung beginnt mit der Trennung, nicht erst mit der Scheidung. Da kann Kindesunterhalt in Betracht kommen für denjenigen, der auszieht, oder eben auch Trennungsunterhalt für den anderen Ehegatten, wenn der andere Ehegatte weniger Einkommen hat, als derjeniege, der ausgezogen ist beispielsweise."

Plötzlich und unerwartet blüht die Liebe wieder auf. Doch die Aussöhnung ist nicht von Dauer. Aber:
Unterbricht ein Versöhnungsversuch die Trennung?

Jochem Schausten, DAV: "Wenn dieser Versöhnungsversuch scheitert und weniger als etwa drei Monate gedauert hat, dann hat das keinerlei Auswirkungen auf die Trennungsphase. Das Trennungsjahr läuft dann trotzdem weiter."

Beim Finanzamt reichte das Paar bislang eine gemeinsame Erklärung ein.
Was ändert sich steuerlich durch die Trennung?

Jochem Schausten, DAV: "Steuerlich bedeutet dies vor allem, dass ab dem ersten Januar des auf die Trennung folgenden Jahres bereits die getrennte Veranlagung gewählt werden muss. Also nicht erst ab Rechtskraft der Scheidung, sondern bereits ab dem Kalenderjahr, das auf die Trennung folgt. Das heißt, ich kann dann nicht mehr die Steuerklassen 3 und 5 beispielsweise wählen, sondern ich muss dann die 1 und 2 nehmen."

Die Neuanschaffung von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen ist teuer.
Wie muss man den Hausrat also untereinander aufteilen?

Jochem Schausten, DAV: "Beim Hausrat ist es so, dass die Hausratsgegenstände, die während der Ehe angeschafft wurden, in der Regel beiden Ehegatten gemeinschaftlich gehören. Das heisst, da muss ich also eine Aufteilung nach Möbelstücken - der eine kriegt die Waschmaschine, der andere den Fernseher. Wenn aber einer etwas in die Ehe miteingebracht hat, dann darf er das am Ende auch wieder mitnehmen."

Rechtlich endet die Trennung erst mit der Scheidung. In der Regel ist dies frühestens nach eineinhalb Jahren der Fall. Oftmals dauert es über drei Jahre.

Quelle: n-tv.de