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Selfstorage im Test: Wenn die Wohnung zu eng wird

Ob Skiausrüstung, die alte Modelleisenbahn oder Omas Porzellan. Vielen Menschen fehlt der geeignete Platz zur Lagerung ihres Besitzes. Eine Idee aus den USA kann da Abhilfe schaffen. Sie nennt sich "Selfstorage", also Lagerräume zum selber mieten. Die Wachstumsraten sind rasant. Unsere Reporterin Heike Müller hat sich das Selfstorage Prinzip in Hamburg angeschaut.

Bei der Firma Pickens Selfstorage in Hamburg will ich meinen Hausrat loswerden. Das Konzept ist denkbar einfach: Ich kann jederzeit eine beliebig große Abstellkammer für meinen Wunschzeitraum anmieten. Flexibilität wird hier also groß geschrieben. Aber was für einen Raum brauche ich eigentlich? Frau Lieberenz erklärt mir worauf ich achten muss.

Karin Lieberenz, Managerin Pickens Hamburg: "Erfahrungsgemäß empfehlen wir 10 bis 15 Prozent der Wohnfläche. Je nachdem wie voll es möbliert ist, brauchen Sie an Lagerfläche."

Die Firma Pickens bietet rund 1.400 verschiedene Lagerflächen an. In den langen Gängen könnte man sich auch gut verlaufen, aber Straßennamen und Nummerierungen bringen verwirrten Kunden zu ihrem Ziel.

Die Preisfrage

Heike Müller, Reporterin: "Was würde mich ein 4 Quadratmeter große Raum denn kosten, wenn ich ihn anmieten würde?"

Karin Lieberenz: "Der würde kosten pro vier Wochen 121 Euro."

Ganz billig ist der Service also nicht. Aber je länger man anmietet, desto höher ist der Rabatt. Dafür kann der Kunde aber auch einen gewissen Komfort erwarten: Ein Überwachungssystem aus Kameras und Wachmännern kontrolliert rund um die Uhr das gesamte Gebäude, Luftregler sorgen für eine gleichbleibende Temperatur. Besonders wichtig im hauseigenen Weinlager.

Verschiedene Anbieter

Mittlerweile gibt es eine viele Anbieter auf dem Markt: http://www.selfstorage-verband.de/ . So bietet myplace private Lagerräume bundesweit in mehr als 20 Lagerzentren an.

Matthias Walden, myplace Selfstorage: "Wir bieten sehr viele Großflächen unseren Kunden an, im Bereich von 70, 80, 100 Quadratmeter. Zudem bieten wir unseren Kunden Außenabteile an. Das heißt, dass unsere Kunden die Möglichkeit haben, mit einem PKW, Transporter oder LKW direkt vor ihr Lagerabteil zu fahren und die Einlagerung oder Auslagerung der Güter vorzunehmen."

80.000 Menschen nutzen mittlerweile den Service der rund 85 Lagerzentren in Deutschland. Tendenz steigend. Herr Köhnk vom Verband Deutscher Selfstorage-Unternehmen weiß, warum das Auslagern immer beliebter wird.

Wolfgang Köhnk, Verband Deutscher Selfstorage-Unternehmen: "Selfstorage nutzen in der Regel zu Dreiviertel der Kunden Privatleute, die ihren Hausrat einlagern. Weil Sie umziehen, weil sie in eine andere Stadt gehen, weil Paare zusammenziehen, weil Paare sich trennen, weil es Todesfälle gibt. Also immer wenn im Leben irgendwelche Veränderungen passieren, ist der Bedarf an Selfstorage da und ist sozusagen ein Lückenbüßer für eine Übergangszeit, in der man nicht so recht weiß, wohin mit den Sachen."

Einzug wie bei der Wohnung

Zurück bei der Firma Pickens - jetzt muss ich meinen Raum nur noch anmieten. Und das funktioniert im Prinzip wie bei einer Wohnung. Ich muss mit meinem Personalausweis ausgestattet einen Mietvertrag unterschreiben und die Kaution bezahlen. Zusätzlich bekomme ich neben meinem eigenen Schloss auch noch einen Zugangscode zum Gebäude. Ohne den komme ich hier nicht rein.

Von jetzt an kann ich 7 Tage die Woche 16 Stunden am Tag an mein Hab und Gut. Und falls ich es mir kurzfristig doch noch anders überlegen sollte, kein Problem. Die Kündigungsfrist beträgt nur 2 Wochen. Ganz flexibel eben.

Quelle: n-tv.de