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Klassisches Navi oder Smartphone: Wer zeigt uns den Weg?

Ob in Standardgröße, im schicken Design oder mit extra großem Display für ältere Fahrer. Hinzu kommen spezielle Geräte für Radfahrer oder Wanderer. Die Hersteller lassen sich einiges einfallen, um gegen die neue Smartphone-Konkurrenz mithalten zu können. 

Denn das Navigieren mit den schlauen Telefonen funktioniert immer besser, weiß der Technik-Experte.

Axel Kossel, c't: "Die Smartphones sind sehr gut ausgestattet, was die Hardware angeht. Die Touchdisplays für die Bedienung sind wesentlich empfindlicher und besser zu bedienen als die der kleinen Navigeräte. Sie haben mehr Speicher, sie haben stärkere Prozessoren. Sie können schneller Routen berechnen und sie haben einen Internetzugang. Das ist ganz wichtig. Das heißt, sie können aktuelle Daten aus dem Internet holen und damit die Navigation wesentlich verbessern."

Teure Roamingkosten

Dieser Vorteil kann aber auch zum Nachteil werden. Denn fährt man ins Ausland, können mit dem Smartphone entsprechend teuere Roamingkosten entstehen. Und: bei der Akku-Laufzeit ist das klassische Navi dem Smartphone immer noch deutlich überlegen!

Wie wichtig das Geschäft mit den Wegweisern ist, sieht man auch bei Apple. Der US-Konzern setzt beim neuen Iphone 5 auf den ersten eigenen Kartendienst. Damit will er Google Konkurrenz machen. Doch das klappt bislang nicht ganz fehlerfrei:

Axel Kossel, c't: "Beim Iphone 5 bei der Karten-App und der Navigation ist die Hauptkritik, dass die Karten teilweise noch Fehler haben, die Navigation teilweise in die Falsche Richtung führt. Das sind aber wirklich einzelne Punkte. Wenn man das als Paket sieht, ist es noch nicht mal so weit weg von dem, was Google über die Jahre entwickelt hat und man muss natürlich auch sagen, dass die Spracherkennung über Siri ist der von Google durchaus überlegen."

Kostenlose Navi-Apps

Doch Tomtom, Navigon und Co geben sich nicht geschlagen. Sie buhlen um die Smartphone-Generation und bieten je nach Netzbetreiber kostenlos ihre Apps an.

Und die kann man dank Zusatzfunktion erweitern: So findet man beispielsweise mit einer speziellen Fußgänger-Karte im System schnell und einfach seinen Weg durch die Stadt. Selbst wenn man nicht weiß, ob man U-Bahn, Bus oder Straßenbahn nehmen soll - die App zeigt auch hier den besten Weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Und das alles im Offline-Modus!

Und nicht nur in der Navigation wird Verknüpfung groß geschrieben, auch im Markt der Kartenanbieter:

Axel Kossel, c't: "Google hat jetzt zum Beispiel mit der Deutschen Bahn ein Abkommen geschlossen, man kann da auch auf Fahrpläne zugreifen. Das sind wirklich Punkte, die müssen, vor allem auch international und weltweit ausgebaut werden. Da müssen alle Kartenhersteller ihr Material verbessern. Da gibt es noch sehr viel Potential nach oben."

Raus aus der Stadt, rein ins Gelände. Immer beliebter werden spezielle Navigationsgeräte für Wanderer oder Fahrradfahrer. Statt Karte und Kompass übernimmt hier ein handygroßer, elektronischer Pfadfinder die Führung. Zwar kann man mit diesen Navis Fußwege oder Radrouten auswählen, aber die Strecken führen oft an Straßen entlang.

Die Karten sind einfach noch nicht ausgereift, so Experten.

Axel Kossel, c't: "Die Hersteller versuchen sie im Moment zu verbessern, aber häufig sind Alternativen, die von Communities gepflegt werden, also open street map beispielsweise, diese Karten sind besser, weil Leute fehlende Straßen nachtragen können und so mit der Zeit ein dichteres Netz ensteht."

Eingebaute Navis

Nochmal zurück zur klassischen Auto-Navigation: Ein großer Trend sind bereits eingebaute Navigeräte bei Neuwagen.  Sie haben den Vorteil, dass sie durch die Lenkradsteuerung einfacher zu bedienen sind, aber:

Axel Kossel, c't: "Es kommt immer auf die Marke des Autos an. Es gibt Hersteller deren eingebaute Navigationsysteme wirklich aktuelle Technik haben, schnelle Internetverbindung haben, darüber online Verkehrsdaten holen und eben sehr schön zu bedienen sind. Diese Geräte sind eigentlich immer vorzuziehen. Aber in vielen Bereich gibt es solche Geräte gar nicht, nicht mal bei den Neuwagen, und dann ist das Mobilgerät immer die bessere Wahl."

Doch wie wird es auf dem Navi-Markt weitergehen? Denn entweder haben die Autos die Navigation serienmäßig oder ihr Fahrer hat ein Smartphone:

Axel Kossel, c't: "Für die Zukunft sehe ich immer einen gewissen Bedarf für die Stand-alone-Geräte. Nicht jeder möchte ein Smartphone haben. Das sendet ja auch Daten. Das heißt, da ist immer die Überlegung, erfährt da jemand wo ich mich lang bewege!? Diese Probleme habe ich bei den Standalone Geräten ohne Online-Verbindung nicht. Es gibt immer einen Markt für diese Geräte, aber damit kann man nicht mehr die großen Umsatzzahlen in Zukunft erringen, wie das mal der Fall war."

Eins ist auf jeden Fall sicher: die Preise für die elektronischen Wegweiser werden auch weiterhin purzeln, ihre Apps werden immer umfangreicher und, wir kommen immer am Ziel an!

Quelle: n-tv.de