Ratgeber

Auflegen oder zur Rede stellen?: So gegen unerlaubte Telefonwerbung wehren

Mit Telefonwerbung werden Verbraucher regelrecht überrumpelt.
Mit Telefonwerbung werden Verbraucher regelrecht überrumpelt.(Foto: imago/McPHOTO)

Unerlaubte Telefonwerbung nervt viele Verbraucher. Doch obwohl seit 2013 deutlich höhere Bußgelder für die Anrufer verhängt werden können, geht die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur nur leicht zurück. Im vergangenen Jahr registrierte die Behörde immer noch fast 24.500 Fälle.

Welche Telefonwerbung ist erlaubt und welche nicht?

Telefonwerbung ist seit 2009 nur bei ausdrücklicher Einwilligung des Verbrauchers erlaubt. Diese muss vor dem Anruf vorliegen und kann nicht erst zu Gesprächsbeginn eingeholt werden. Bei Werbeanrufen darf zudem die Rufnummer nicht unterdrückt werden, damit sie leichter zurückverfolgt werden können.

Verstoßen Firmen gegen diese Regeln, drohen Bußgelder. Die Höchstgrenze liegt seit 2013 bei 300.000 Euro. Geldbußen können auch für unerlaubte Werbeanrufe von Telefoncomputern verhängt werden.

Wie kann ich mich vor Werbeanrufen schützen?

Gegen die Anrufe selbst gibt es kein Mittel, wenn die eigene Rufnummer in Umlauf ist. Verbraucher sollten sich deshalb überlegen, ob sie ihre Telefonnummer in ein öffentliches Telefonbuch eintragen lassen und an wen sie ihre Nummer weitergeben, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät.

Telefonkunden können zudem bei ihrem Anbieter beantragen, dass Anrufe mit unterdrückter Nummer nicht durchgestellt werden. Davon können dann aber auch erwünschte Anrufe betroffen sein.

Was kann ich bei einem unerwünschten Anruf tun?

Als "wirkungsvollste Reaktion" nennt die Verbraucherzentrale NRW: auflegen. Wer das Gespräch nicht abbricht, sollte den Anrufer offensiv zur Rede stellen. Betroffene sollten den Namen des Anrufers und seiner Firma sowie den Grund des Anrufs erfragen, die Telefonnummer aufschreiben und diese Angaben dann an die für sie zuständige Verbraucherzentrale oder die Bundesnetzagentur weiterleiten. Zudem sollte der Angerufene darauf hinweisen, dass weitere Anrufe unerwünscht sind, und die Löschung seiner Daten verlangen.

Welche Unternehmen betreiben Telefonwerbung?

Verbraucherschützern zufolge rufen Telefon- und Internetdienstleister, Energieversorger, Banken, Versicherungen und Zeitschriftenverlage gezielt Verbraucher ohne deren ausdrückliche Zustimmung an, um Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Auch Glücksspiel-Abos sollen Verbrauchern am Telefon untergejubelt werden.

Welches Risiko besteht bei Werbeanrufen?

Mit Telefonwerbung werden Verbraucher regelrecht überrumpelt. Oft bleibt kaum Zeit zu überlegen, ob der Kauf eines Produkts oder der Vertrag über eine Dienstleistung sinnvoll und der Preis angemessen ist. Die Pflicht zu einer nachträglichen schriftlichen Bestätigung durch die Verbraucher gibt es nur für Gewinnspiele.

Was kann ich tun, wenn ich am Telefon einen Vertrag abgeschlossen habe?

Grundsätzlich besteht ein Widerrufsrecht. Die Verbraucherzentrale NRW rät, am besten innerhalb von 14 Tagen den Vertrag per E-Mail, Fax oder Brief zu widerrufen. Hat der Anbieter seinen neuen Kunden nicht korrekt über sein Widerrufsrecht belehrt, kann dem telefonisch zustande gekommenen Vertrag noch länger widersprochen werden. Die Verbraucherschützer stellen im Internet auch Musterbriefe zur Verfügung, um unberechtigte Forderungen abzuwehren.

Quelle: n-tv.de

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