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Wie schnell sind Sie auf 30 Metern? Und vor allem: Haben Sie Ihre Steuererklärung auch dabei?
Wie schnell sind Sie auf 30 Metern? Und vor allem: Haben Sie Ihre Steuererklärung auch dabei?(Foto: imago stock&people)
Mittwoch, 17. Mai 2017

Frist läuft!: So klappt die Steuererklärung kurz vor knapp

Zwar ist nicht jeder zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, aber für jene, die müssen, ist meist der 31. Mai der letzte Termin für das Rendezvous mit dem Finanzamt. Finanztest zeigt, wie die lästige Pflicht noch rechtzeitig erledigt werden kann.

In schöner Regelmäßigkeit stellen nicht wenige Steuerpflichtige überrascht Mitte Mai fest, dass ihnen für die verpflichtende Abgabe ihrer Steuererklärung nur noch wenige Tage Zeit bleiben. Dies ändert sich erst im Jahr 2019. Für alle Betroffenen hat Finanztest vier Möglichkeiten, wie das Vorhaben dennoch zu realisieren ist. Los geht's:

Nur die wichtigsten Unterlagen abgeben

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Wer spät dran ist, sollte nur die wichtigsten Unterlagen und Formulare (Mantelbogen, jeweiliger Vordruck über Einkünfte, gegebenenfalls Anlage Kind) beim Finanzamt abgeben. Nach Erhalt des Steuerbescheides können fehlende Nachweise und Formulare innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist nachgereicht werden. 

Erklärung am PC machen

Besonders Eilige können auch die kostenlose Software der Finanzverwaltung nutzen - dies ist auch ohne Zertifikat (dient der Identifizierung und Registrierung) möglich. Ein unterschriebener Ausdruck der Erklärung kann dann - je nach verbleibender Zeit - via Post oder auch persönlich beim Finanzamt abgegeben werden. Die Erklärung muss am 31. Mai bis 24 Uhr bei der Behörde ­vorliegen. 

31.05., 23:55?

Nur noch fünf Minuten bis zum Verstreichen der Abgabefrist? Jetzt hilft nur noch Faxen. Laut einem Urteil des Bundesfinanzhofes ist auch dieser Weg der Zustellung möglich (Az.: VI R 82/13). Allerdings müssen bis 24 Uhr alle Seiten übermittelt werden - ansonsten kann das Amt die Steuererklärung als verspätet werten. 

Um Gnadenfrist bitten

Wer partout den entsprechenden Termin nicht einhalten kann, sollte vorher eine Fristverlängerung beantragen. Dafür reicht ein formloses Schreiben per Brief oder Fax. Eine Fristverlängerung per E-Mail ist hingegen nur möglich, wenn das Finanzamt diesen Weg auch anbietet. Gründe für eine Fristverlängerung können beispielsweise eine Krankheit, ein hohes Arbeitspensum oder fehlende Unterlagen sein.

Wichtig: In dem Antrag muss ein genaues Datum angegeben sein, bis wann die Steuererklärung nachgereicht wird. 

Grundsätzlich muss die Steuererklärung

  • zur Einkommensteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten sowie zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung sowie zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags,
  • zur Körperschaftsteuer - einschließlich der Erklärungen zu gesonderten Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen, die in Zusammenhang mit der Körperschaftsteuerveranlagung durchzuführen sind, sowie für die Zerlegung der Körperschaftsteuer,
  • zur Gewerbesteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten Feststellung des vortragsfähigen Gewerbeverlustes und zur gesonderten Feststellung des Zuwendungsvortrags sowie für die Zerlegung des Steuermessbetrags,
  • zur Umsatzsteuer sowie
  • zur gesonderten oder zur gesonderten und einheitlichen Feststellung nach Paragraf 18 des Außensteuergesetzes

bis zum 31. Mai 2017 beim Finanzamt vorliegen.

Sofern die entsprechenden Steuererklärungen durch Personen, Gesellschaften, Verbände, Vereinigungen, Behörden oder Körperschaften angefertigt werden, verändert sich diese Frist bis zum 31. Dezember 2017.

Wer hingegen freiwillig eine Steuererklärung abgibt, hat dafür bis zu vier Jahre Zeit. So kann bis zum 31. Dezember 2017 noch eine freiwillige Einkommensteuererklärung für das Jahr 2013 eingereicht werden.

Quelle: n-tv.de

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