Ratgeber

Nicht überrumpeln lassen: So lehnen Mitarbeiter Überstunden ab

Pünktlich Feierabend zu machen, ist für viele Berufstätige eine Seltenheit. Wenn der Chef wieder einmal mit Mehrarbeit kommt, können die meisten nicht Nein sagen. Doch genau das sollten sie lernen.

Überstunden bis spät in die Nacht? Das muss nicht sein. Mitarbeiter sollten Mehrarbeit ablehnen, wenn sie zu viel Zeit beansprucht.
Überstunden bis spät in die Nacht? Das muss nicht sein. Mitarbeiter sollten Mehrarbeit ablehnen, wenn sie zu viel Zeit beansprucht.(Foto: dpa)

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland macht laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftbundes Überstunden. 60 Prozent arbeiten mehr, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart ist.

Wollen Mitarbeiter sich gegen Überstunden zur Wehr setzen, hilft oft schon ein ganz einfacher Trick: "Es ist wichtig, sich nicht überrumpeln zu lassen", sagt Barbara Berckhan. Sie ist Kommunikationsberaterin aus Hamburg.

Grundsätzlich sind Arbeitnehmer zu Überstunden  nur verpflichtet, wenn das im Arbeits- oder Tarifvertrag steht oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt ist. Da finden sich dann zum Beispiel Formulierungen wie: "Sie sind im Bedarfsfall dazu verpflichtet, Überstunden zu leisten." Steht nichts im Vertrag, gilt die vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit. Der Arbeitgeber muss beim Thema Überstunden immer auch die Interessen des Arbeitnehmers berücksichtigen.

Kommt der Chef mit Mehrarbeit, kann man sich erst einmal eine kurze Bedenkzeit ausbitten und sich überlegen: Schaffe ich das?

Wird es einem zu viel, ist es dann in einem zweiten Schritt wichtig, die Absage kooperativ zu formulieren. Positiv ist, dass der Chef einem die Aufgabe zutraut - dafür könne man sich erst einmal bedanken, rät Berckhan. Dann stellt man dar, welche Aufgaben man jetzt schon hat und lehnt weitere ab. In einem dritten Schritt sollte man dann anbieten, gemeinsam zu überlegen, wie man das Problem lösen kann.

Im für den Mitarbeiter schlechtesten Fall lässt sich der Chef jedoch nicht beirren - und ordnet die Mehrarbeit an. Dann müsse auch der Arbeitnehmer sich in seiner Reaktion steigern. "Schade, dass Sie zu solchen Maßnahmen greifen", empfiehlt Berckhan als Aussage. Sie rät nun dazu, die bereits übernommenen Aufgaben noch einmal darzustellen und zu fragen: "Von welchen Aufgaben können Sie mich denn entbinden?"

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Quelle: n-tv.de

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