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Wer vergleicht und dann auch wechselt, kann bei der Kfz-Versicherung viel Geld sparen.
Wer vergleicht und dann auch wechselt, kann bei der Kfz-Versicherung viel Geld sparen.(Foto: dpa)
Freitag, 06. Oktober 2017

Tenhagens Tipps: So spart man bei der Kfz-Versicherung

Autofahren ist teuer. Aber nicht nur die Anschaffung eines Fahrzeugs und das Betanken dieses gehen ins Geld, sondern auch die nötigen Versicherungen. Wie gut, dass es hier eine Menge zu sparen gibt, wie Finanztip-Chef Tenhagen verrät.

n-tv.de: Wie viel müssen Autofahrer für ihre Kfz-Versicherung im Durchschnitt so zahlen?

Quelle: Finanztipp
Quelle: Finanztipp

Hermann-Josef Tenhagen: Für Haftpflicht- und Kaskoversicherung zusammen sind das im Schnitt 420 Euro pro Jahr. Davon abgesehen soll die Absicherung im nächsten Jahr teurer werden. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen werden die Ersatzteile stetig teurer, was auf die Versicherungsnehmer umgelegt wird und zum anderen wurde im letzten Jahr wegen des preiswerten Sprits mehr gefahren. Und mehr Kilometer führen zu einem teureren Versicherungsschutz.

Und, lässt sich da was sparen?

Ja, bei einem Wechsel - wenn man dies zuvor noch nie gemacht hat - lässt sich die Prämie oft halbieren. Zwischen den teuersten und den preiswertesten Angeboten ist da ein großer Unterschied. Außerdem haben wir bei einer Untersuchung von Finanztip herausgefunden, dass die Hälfte aller Kunden in Raten zahlen, egal ob monatlich, quartalsweise oder halbjährlich. Und das bedeutet, die zahlen dann deutlich mehr. Am teuersten ist hierbei die monatliche Überweisung. Diese führt zu einer Verteuerung von 9 Prozent. Quartalsweise sind es 7 Prozent und halbjährlich immer noch 4 Prozent. Und dann kommt noch der Hammer oben drauf, denn wenn man sich für monatliche Raten entscheidet, bekommt man mitunter die preiswertesten gar nicht, weil diese dieses Zahlungsmodell gar nicht anbieten. Dann kann der Unterschied sogar über 20 Prozent betragen. Hiervon sind vor allem junge Leute betroffen, die ohnehin schon mehr für ihre Versicherung zahlen. Und auch Menschen mit wenig Geld haben oft dieses Problem, da diese die teure Versicherung nicht auf einen Batzen zahlen können.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.
Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Wo sollte man denn die Versicherungen vergleichen?

Also wenn man vergleicht, muss man zu mehreren Portalen gehen. Wir empfehlen Verivox und Check24. Dann hat man aber immer noch das Problem, dass man weder die HUK24 noch die Hannoversche findet. Bei unserem Test war die Hannoversche immerhin in 12 von 32 Fällen die günstigste, die Huk24 in 4 Fällen. Wer also wirklich das beste Angebot erhalten möchte, holt sich auch noch bei den genannten Versicherungen ein Angebot ein. Kostet insgesamt eine Dreiviertelstunde. Wenn ich dafür dann aber 300 Euro spare, ist das doch ein ordentlicher Stundenlohn.

Wann und unter welchen Bedingungen kann man kündigen?

Normalerweise laufen die Kfz-Versicherungen über ein Jahr. Anders als bei anderen Versicherern gibt es bei der Autoversicherung die Möglichkeit mit nur einem Monat Frist zum 30.11. zu kündigen, also nicht mit drei Monaten, wie sonst üblich. Wenn ich von meiner Versicherung eine Preiserhöhung bekommen habe, gibt es zudem noch ein Sonderkündigungsrecht. Dies ist bis zu einem Monat nach Erhalt des Preiserhöhungsschreibens möglich. 

Aber Achtung, entgegen der Haftpflicht, wo die Versicherer verpflichtet sind, einen Interessenten zu nehmen, ist dies bei der Kasko nicht der Fall. Hier sollte sich also rechtzeitig um einen Versicherungsschutz bemüht werden.

Bringt ein Wechsel auch Nachteile?

Es könnte sein, wenn sich eben nicht rechtzeitig gekümmert wurde. Gucken muss man auch, wenn man jenseits der klassischen Freiheitsrabatte bei der Kasko noch besondere Regelungen getroffen hat. Zum Beispiel, dass ein Unfall nicht automatisch zu einer Hochstufung führt. Das muss der neue Versicherer nicht mitmachen.

Abgesehen davon muss nicht jeder jedes Jahr vergleichen, wer bei einem günstigen Versicherer ist. Aber alle 2-3 Jahre sollte dies schon geschehen. Denn die Versicherungsunternehmen haben natürlich ein Interesse daran, Neukunden zu gewinnen. Diese werden dann mit besonders günstigen Tarifen gelockt. Bestandskunden werden dabei aber gerne vergessen. Ein Wechsel kann in diesem Fall auch immer noch mal 50 Euro Einsparpotenzial pro Jahr bringen.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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