Ratgeber
Das Warndreieck sollte 150 Meter hinter der Pannenstelle aufgestellt werden.
Das Warndreieck sollte 150 Meter hinter der Pannenstelle aufgestellt werden.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 15. Juni 2017

Wenige Regeln verhindern Unfälle: So verhält man sich bei einer Autopanne

Von Lisa Schwesig

Eine Autopanne geschieht immer zur falschen Zeit - und meist auch am falschen Ort. Wer auf der Autobahn liegen bleibt, sollte dringend einige Regeln beachten, um die Risiken zu minimieren.

Wer auf der Autobahn eine Panne mit seinem Fahrzeug hat, ist meist in größerer Gefahr als im Stadtverkehr. Deshalb ist es wichtig, ruhig zu bleiben und sich an bestimmte Regeln zu halten. Diese minimieren nicht nur das eigene Verletzungsrisiko, sondern auch das von Insassen und anderen Verkehrsteilnehmern.

1. Warnblinkanlage einschalten

Bei den ersten Anzeichen für eine Panne sollten andere Verkehrsteilnehmer vor einer möglichen Behinderung gewarnt werden. Hierfür muss zwingend die Warnblinkanlage eingeschaltet werden. Ist diese defekt, kann der Beifahrer dem heranfahrenden Verkehr mit Handzeichen signalisieren, dass etwas nicht stimmt. Bei schlechten Lichtverhältnissen können auch die Scheinwerfer eingeschaltet bleiben.

2. Auto sicher parken

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Bemerkt der Autofahrer einen Defekt am Wagen, sollte er - soweit dies noch möglich ist - die nächstgelegene Autobahnausfahrt nehmen oder einen Parkplatz aufsuchen. Dort vermindert sich die Gefahr für einen Auffahrunfall deutlich. Ist der Schaden am Auto größer, sollte der Fahrer mit gedrosseltem Tempo und eingeschalteten Warnblinkleuchten auf den rechten Seitenstreifen fahren und dort halten.

Das Fahrzeug muss so weit wie möglich an der Leitplanke geparkt werden. Zudem ist der Fahrer gut beraten, die Räder nach rechts zu drehen, um bei einem möglichen Auffahrunfall nicht in den Verkehr zu geraten. Bleibt das Auto auf der Fahrbahn liegen und lässt sich nicht mehr auf den Seitenstreifen bewegen, müssen sich die Insassen per Warnleuchten oder Handzeichen bemerkbar machen.

3. Warnweste anziehen

Fahrer und Insassen verlassen das Auto auf der rechten Seite in Richtung Seitenstreifen. Anschließend positionieren sich die Mitfahrer hinter der Leitplanke. Es ist sicherer, dort auf die Pannenhilfe zu warten. Wer im Auto sitzen bleibt, setzt sich einem höheren Risiko aus, von einem anderen Wagen erfasst zu werden.

Wer für alle Insassen Warnwesten kaufen will, sollte sich für gelbe entscheiden. Die sind in den meisten EU-Ländern gängiger als orange.
Wer für alle Insassen Warnwesten kaufen will, sollte sich für gelbe entscheiden. Die sind in den meisten EU-Ländern gängiger als orange.(Foto: dpa-tmn)

Wird das Fahrzeug verlassen, muss an die Warnwesten gedacht werden. Im besten Fall befinden sich genügend Sicherheitswesten für alle Mitfahrenden im Wagen. Zumindest aber der Fahrer muss eine Signalweste tragen. Übrigens: In Deutschland existiert nur eine Mitführ- aber keine Tragepflicht für die Weste. Sie darf gelb oder orange sein. In den meisten europäischen Ländern muss die Sicherheitsweste aber gelb sein.

4. Warndreieck platzieren

Mit der übergestreiften Warnweste entpackt der Fahrer das Warndreieck, das sich häufig im Kofferraum befindet. Die Hülle sollte im Auto bleiben, um sie später nicht am Fahrbahnrand zu vergessen. Entgegen der Fahrrichtung und mit dem Warndreieck vor dem Körper entfernt sich der Fahrer nun vom Wagen. Das Dreieck wird mindestens 150 Meter hinter der Pannenstelle aufgestellt. Als Maß können die Leitpfosten verwendet werden, die im Abstand von 50 Metern aufgestellt sind.

Der Fahrer sollte nicht versuchen, den Schaden allein zu beheben. Selbst ein geplatzter Reifen darf nur bei ausreichendem Abstand zur Fahrbahn vor Ort gewechselt werden. Meistens ist aber nicht genügend Platz vorhanden.

5. Hilfe rufen

Erst wenn Auto und Insassen gesichert sind, wird die Pannenhilfe oder die Polizei verständigt. Wer kein Handy dabei hat, läuft zur nächstgelegenen Notrufsäule. Die Säulen sind in einem Abstand von maximal zwei Kilometern am Fahrbahnrand platziert. Sie senden neben dem Notruf auch den Standort des Hilfesuchenden. In welcher Richtung sich die nächste Notrufsäule befindet, kann der Fahrer anhand kleiner schwarzer Pfeile an den Leitpfosten ablesen.

Mit dem Handy kann entweder direkt der Pannenservice eines Anbieters (beispielsweise des ADAC), die Polizei oder die gebührenfreie Notrufnummer 08006683663 kontaktiert werden. Beim Absetzen des Notrufs muss der Fahrer genaue Angaben zum Standort und zur Fahrtrichtung machen. Häufig wird auch gefragt, was passiert ist und wieviele Mitreisende betroffen sind.

Wer eine Pannenhilfe-App (beispielsweise MySchleppApp, AvD oder ADAC) auf seinem Handy hat, sollte diese nutzen. Denn die Apps können ein genaues Standortsignal an den Hilfeservice senden. Anschließend begibt sich der Fahrer zurück zum Wagen und wartet hinter der Leitplanke auf Hilfe.

Quelle: n-tv.de

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